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Namen sind Schall und Rauch, sagt das Sprichwort mit Goethes Faust. Aber dass das längst nicht immer so ist, zeigt nicht nur die Erkenntnis von Psychologen, nach der sich Menschen stark von Namen beeinflussen lassen.
Namen wecken Assoziationen
Auch Texte und Geschichten leben von Namen. Namen wecken Assoziationen. Sie stehen für eine soziale, ethnische oder geografische Herkunft. Sie spiegeln Eigenschaften. Sie sollen Zielgruppen ansprechen, neugierig machen oder eine Botschaft transportieren.
Manchmal verrät ein Name etwas über seinen Träger. Mehr aber noch über die, die ihm diesen Namen gegeben haben.
Nennen Eltern ihre Kinder Kilian oder Katharina, steckt dahinter meist ein ganz anderer Hintergrund als bei Jeffrey oder Nadine. Ein Restaurant “Zum Leuchtturm” sagt ziemlich klar, wo seine Besucher es finden können. Ein “Wirtshaus am Eck” weckt vielleicht Erinnerungen an die gute alte Zeit.
Geben Sie den Dingen ihren Namen
Wenn Sie nicht gerade Sachtexte oder Ähnliches schreiben und die Bezeichnungen Ihnen vorgegeben sind, werden Sie den Dingen Namen geben müssen. Namen für den coolen Detektiv in Ihrem Krimi, oder Namen für Städte, Sportvereine und Kneipen.
Der Name, den Sie wählen, bestimmt, welche Assoziationen und Gefühle Ihre Leser seinem Träger entgegenbringen. Kein Wunder, dass viele Schriftsteller erhebliche Zeit an den Namen ihrer Figuren und Sets tüfteln. “Feuerball” klingt nett, aber “Diavolo” für ein Teufelspferd hat einfach mehr Pepp.
Üben Sie einmal
Gönnen Sie sich deshalb ruhig die Zeit und basteln Sie an den Namen in Ihren Geschichten oder Texten. Wenn Sie wollen, können Sie hier einmal üben:
- Denken Sie sich eine Romanfigur aus, versehen Sie sie grob mit Eigenschaften und biografischem Hintergrund, und suchen Sie nach einem passenden Namen. Beispiel: Willy Seidel für einen kleinen, leicht zwielichtigen Vertreter.
- Legen Sie eine Liste von interessanten Namen an und überlegen Sie, in welchem Zusammenhang und für wen Sie sie verwenden können.
- Achten Sie auf die Namen in Ihrer Umgebung und darauf, welche Assoziationen diese in Ihnen auslösen.
Spielen Sie ein bisschen mit Namen und bekommen Sie ein Gefühl dafür. Ob Sie sie anschließend passend (also etwa Diavolo für das Teufelspferd) verwenden oder den Leser bewusst mit Brüchen wie Schneckchen (für besagtes Pferd) herausfordern wollen, können Sie sich ja dann aussuchen.
© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 25.03.09
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