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Nur wer das wahre Problem kennt, kann die richtigen Ideen finden

von Heike Thormann

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Vieles kann Ihrer Idee den Garaus machen: Diverse Ideenkiller, Kreativitätsblockaden, mangelnde Unterstützung, vorschnelle Kritik, und und. Aber manchmal scheitert die Sache schon ganz am Anfang: Am Problem.

Denn nur, wenn Sie wissen, wo der Hase im Pfeffer liegt, nur wenn Sie das wahre Problem kennen, können Sie auch die richtigen Ideen finden. Und nur richtige Ideen werden auch erfolgreiche Ideen sein.

Ein Beispiel

Nehmen wir an, Sie sind unzufrieden mit Ihrem Äußeren und Ihrem Gewicht. Sie wollen also abnehmen. Sie versuchen alles mögliche, von Diäten bis zur Unterstützung durch gute Freunde. Aber nichts hilft. Der Erfolg Ihrer Idee “Abnehmen” bleibt minimal.

Vielleicht liegt das wahre Problem aber ganz woanders. Vielleicht sind Sie nicht unzufrieden mit Ihrem Äußeren und Gewicht, sondern mit Ihrer Beziehung oder Ihrem Job. Sie wagen es allerdings nicht, sich diese Unzufriedenheit einzugestehen, denn das könnte an den Grundpfeilern Ihres Lebens rütteln, Beziehung oder Job in Frage stellen.

Also suchen Sie unbewusst den Ausweg “(Frust-) Essen”. Und weil Sie mit dieser Idee dem wahren Problem natürlich nicht beikommen werden – es sei denn, Sie wollen Ihren Partner damit instinktiv vergraulen ;-) -, werden sie und jede weitere Idee, die nicht an der Wurzel ansetzt, zum Scheitern verurteilt sein.

Das Problem definieren

Das bedeutet, Sie werden nur dann eine erfolgreiche Idee finden, wenn Sie wirklich am Grundübel, am wahren Problem ansetzen.

Und dafür müssen Sie das Problem erst einmal so genau wie möglich definieren.

Das ist nicht leicht, ich weiß. Wir sind nicht nur Meister darin, uns selbst zu täuschen. Wir sind auch empfindlich, wenn andere uns mit konstruktiver Kritik helfen wollen, unsere blinden Flecken zu überwinden.

Entsprechend schwierig kann es werden, ein Problem vor sich oder anderen zuzugeben. Wer mag schon beispielsweise seinem Chef sagen, dass er in Angst und Schrecken vor ihm lebt, und die geforderte Kreativität deshalb – und nicht aufgrund eigener Mängel – zu wünschen übrig lässt.

Dennoch, es muss sein. Versuchen Sie zumindest, das Problem vor sich selbst zuzugeben, dann können Sie auch nach Abhilfen – und Ideen suchen.

Einige Anregungen dafür …

Machen Sie sich auf die Suche.

Rekapitulieren

Rekapitulieren Sie zum Beispiel: Wann und unter welchen Umständen hat Ihr Problem angefangen? Wann und unter welchen Umständen äußert es sich? Wie äußert sich Ihr Problem? Wie wirkt es sich aus? Können Sie Muster erkennen? Spielen Sie Detektiv und suchen Sie nach der Wurzel des Problems.

Kreativitätstechniken nutzen

Nutzen Sie Kreativitätstechniken wie etwa das Fischgräten-Diagramm, um Ihr Problem gedanklich weiter zu durchdringen.

Hinterfragen

Hinterfragen Sie: Ist Ihr Problem (”ich bin zu dick”) wirklich ein Problem? Und wenn ja, für wen? Oder gibt es auch Momente, in denen sich das Problem gut anfühlt? (”Mit Genuss essen.”) Oder Momente, in denen es gar kein Problem ist? (”Ohne Chef in der Nähe sind Sie extrem kreativ.”) Und so weiter, und so fort.

Ein Problem zu definieren ist Arbeit, manchmal harte Arbeit.

Aber Sie wissen ja: Ohne wahres Problem … genau, keine richtigen, erfolgreichen Ideen. ;-)

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 23.04.09

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