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5 Tipps, wie Sie mit schriftlichem Denken leichter positiv denken

Positives Denken fällt uns meistens nicht leicht. Zu sehr sind wir darauf geeicht, nach Negativem statt Positivem zu suchen. Mit einem kleinen Umweg geht es leichter: Zücken Sie hin und wieder den Stift und versuchen Sie es schriftlich. Diese fünf Tipps verraten Ihnen, wie und warum.

Ich gebe zu, ich habe mit dem positiven Denken so meine Probleme. Nicht nur, weil es ein relativ unscharfer Begriff ist und von vielen unterschiedlich verstanden wird.

Positives Denken im Sinne von „Ich muss nur daran glauben, dann klappt das schon.“ oder „Mir geht es von Tag zu Tag besser.“ wird zu Recht von der Fachwelt kritisiert.

Diese künstliche Programmierung des eigenen Denkens wird den Tatsachen nur selten gerecht.

Sie berücksichtigt die persönlichen Voraussetzungen des Einzelnen nicht. Sie schränkt die Bereitschaft zum Handeln drastisch ein. („Der Glaube alleine reicht.“) Und sie kann massiven Schaden dort anrichten, wo sich trotz positiven Denkens das Erwünschte nicht einstellen will oder wo man von allerlei Unerfreulichem heimgesucht wird. Der Schluss, an allem selbst schuld zu sein („ich muss doch nur positiv denken“), ist so schnell bei der Hand.

Da halte ich es eher mit allen, die sich bemühen, nach positiven Elementen in einer Sache zu suchen. (Statt nur das Negative zu sehen.) Oder die versuchen, mit einer positiven Lebenseinstellung an die Dinge heranzugehen.

Und am wohlsten ist mir mit dem, was ich für mich das „ausgewogene oder relativierende Denken“ nenne. Das heißt, ich versuche beides zu sehen. Ich versuche, mich an dem einen zu erfreuen, ohne das andere zu verdrängen.

Ich ärgere mich also nicht lediglich darüber, dass die Handwerker meinen Balkon auf Wochen hin blockiert haben, obwohl sie schneller hätten fertig werden können. (Negativ)

Ich beruhige mich aber auch nicht mit Gedanken daran, wie schön doch der neue Anstrich sein wird, so dass sich alle Mühen letzten Endes gelohnt haben werden. (Positiv)

Ich versuche lieber, beides zu sehen, und die Handwerker zu mehr Schnelligkeit zu bewegen oder mich beim nächsten Mal nach einer anderen Handwerksfirma umzusehen. 😉

Aber wie auch immer Sie jetzt das positive Denken verstehen – leicht fällt es uns nicht. Wir Menschen scheinen von Natur aus eher auf das Negative gepolt zu sein. So wie wir auch eher unsere Fehler und Schwächen als unsere Stärken sehen.

Das ist teilweise sogar eine Überlebensfähigkeit unseres Gehirns. Um Dinge, die gut laufen, müssen wir uns nicht kümmern. Fehler und Schwächen können aber lebensbedrohend sein. Also müssen wir ihnen eine erhöhte Aufmerksamkeit widmen.

Deshalb habe ich hier eine Anregung für Sie. Wenn es Ihnen schwerfallen sollte, positiv zu denken: Versuchen Sie es schriftlich. 😉

Durch Aufschreiben leichter positiv denken

1. Formulierungen erkennen und korrigieren

Gedanken oder Ereignisse aufzuschreiben hilft Ihnen, die darin enthaltenen negativen Formulierungen und Bewertungen leichter zu erkennen und zu „korrigieren“.

Es braucht eine erhöhte Aufmerksamkeit, um etwa beim Small Talk mit der Nachbarin Äußerungen wie „typisch, mehr hat man von Handwerkern auch nicht zu erwarten“ zu entdecken. Schriftlich ist das einfacher.

2. Formulierungen passend wählen

Unsere Sprache und unser Denken hängen eng zusammen. Mit geschärftem Blick können Sie Ihre Wortwahl von vornherein so steuern, dass Sie auch Ihre Denkweise entsprechend beeinflussen.

Sobald Sie also zu einem „diese narrischen Handwerker“ ansetzen wollen, treten Sie sich selbst auf die Zehen. Schreiben Sie lieber geschwind neutral von „den Handwerkern heute“.

3. Dinge neu bewerten

Jammern Sie sich schriftlich ruhig mal so richtig aus. Die Chancen stehen gut, dass Sie das irgendwann leid sind und anfangen, die Dinge neu zu bewerten.

Von anderen angeheizt, kann man sich stundenlang in Rage reden und etwa über die vermaledeiten Handwerker herziehen. Allein mit sich selbst und einem Blatt Papier, Datei oder was immer Sie benutzen, können sich auch entwaffnende Gedanken einschleichen wie:

  • Du hast vielleicht Probleme …
  • Herrje, wenn das alles sein sollte …
  • Mach mal einen Punkt, es wird langweilig … 😉

4. Perspektive erweitern

Schriftlich über etwas nachzudenken hilft Ihnen auch, die Perspektive zu wechseln und neue Ansätze oder Interpretationen zu gewinnen.

Lassen Sie zum Beispiel Ihr Balkon-Ereignis Revue passieren. Und dann hinterfragen Sie oder denken Sie weiter: Mmh, das Ganze war ja wirklich ziemlich ärgerlich. Diverse Sonnenbäder sind mir durch die Lappen gegangen. Musste das eigentlich so kommen? Hätte es auch anders ablaufen können? Kann ich dem Ganzen wenigstens noch was Positives abgewinnen?

5. Fokus positiv ausrichten

Und wenn Sie schon beim Perspektivwechsel sind, können Sie natürlich auch gleich nach dem Positiven suchen.

Nehmen Sie sich zum Beispiel vor, nur die positiven Dinge aufzuschreiben. Sammeln Sie etwa „10 Dinge, die ich der Balkon-Geschichte zu danken habe“.

Nun ist diese Art, schriftlich zu denken, nicht für den ständigen Gebrauch geeignet. Wenn Sie bei jeder Gelegenheit Stift und Papier zücken, um an Ihrer positiven Weltsicht zu arbeiten, kommen Sie kaum noch zum Handeln. 😉

Aber bei wichtigeren Dingen wie der Arbeit an Wünschen und Zielen, der Reflexion des Alltags, der Interpretation einzelner Ereignisse kann Ihnen das schriftliche positive Denken helfen. Oder natürlich, wenn Sie sich grundsätzlich eine entsprechende Denkweise angewöhnen wollen.

Schließlich, wie heißt es so schön: Schreiben ist Denken auf Papier. Und was Sie auf dem Papier schreibend denken, formt wieder Ihre Gedanken. Es ist ein Kreislauf. In diesem Sinne …

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 19.11.09

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