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15 Quellen für die Suche nach Informationen

Wissen ist noch immer Macht. Und ohne das nötige Wissen kann man manchmal, pardon, verdammt ohnmächtig sein. Nicht nur Autoren sind auf der Suche nach Informationen für ihre Texte. Sie werden für alles im Leben Wissen und Informationen brauchen oder weit unter Ihren Möglichkeiten und Rechten bleiben. Hier zeige ich Ihnen 15 Wege, wie Sie an hilfreiche Informationen gelangen.

Wissen ist noch immer Macht, um eine Redewendung aufzugreifen.

  • Ob Sie ungerechtfertigt entlassen wurden und über Ihre Möglichkeiten von einem Anwalt für Arbeitsrecht bis zur Prozesskostenhilfe Bescheid wissen sollten.
  • Ob Sie als mündiger Bürger oder im Notfall Gewerkschaft und Verbraucherschutz einschalten können sollten.
  • Ob Ihnen Stütze und Stärkung durch Selbsthilfegruppen weiterhelfen können.
  • Ob Sie überlegen, wie Sie eine neue Idee für Ihre Selbstständigkeit angehen können.
  • Oder ob Sie ganz profan nach neuen Jobs, Wohnungen, Urlaubszielen und Strompreisen fahnden.

Autoren und das „schreibende Volk“ sind längst nicht die einzigen, die nach Fakten recherchieren. Ohne das Wissen um Ihre Möglichkeiten und die dazugehörigen Informationen geht heute, in der sogenannten „Wissensgesellschaft“, gar nichts mehr.

Die Beispiele, die ich gerade oben nannte, sind allein in den letzten Wochen in meinem engeren sozialen Umfeld aufgetreten. Da ist mir einmal mehr klar geworden, wie wichtig doch dieses Wissen ist – und wie vielen Menschen dieses Wissen fehlt.

Nun habe ich mein Leben lang mit Informationen zu tun gehabt, ich wollte sogar mal professioneller Information Broker werden. Also habe ich mich hingesetzt und ein paar Tipps zusammengetragen, wie Sie an Informationen gelangen.

Stufe 1: Das Internet

Das ist für viele heute oft der erste Schritt, wenn sie nach Informationen suchen. Und meistens endet dieser Schritt schon bei der allgegenwärtigen Suchmaschine Google und ihrer Ergebnisse. Unter berufsmäßigen Rechercheuren ist diese Vorgehensweise eher als „quick and dirty“ bekannt, doch sie kann durchaus je nach Fall ausreichend sein.

Im Internet haben Sie zum Beispiel folgende Informationsquellen:

1. Suchmaschinen, Verzeichnisse, Suchdienste

Heute nutzt man oft nur noch Google. Doch es gab und gibt noch immer weitere Suchmaschinen und Verzeichnisse (beide gehen mittlerweile oft ineinander über) wie Yahoo oder Web.de. Dazu kommen spezialisierte Suchdienste wie Paperball (Nachrichten) oder Infoball (Finanzen), die offenbar auch schon mal gefragter waren. Nun, das Internet ist schnelllebig.

2. Webseiten, Magazine, Blogs

Manche Webseiten werden Sie über Suchmaschinen erreichen, andere vielleicht direkt ansteuern. Manche Webseiten werden professionell, vielleicht sogar redaktionell geführt. Andere werden eher von Hobbyisten betrieben. Mit anderen Worten: Sie werden die Qualität Ihrer Quellen selbst prüfen müssen. Lesen Sie dazu meinen Artikel „8 Punkte, um Internetquellen zu bewerten“.

3. Wissenscommunities, soziale Netzwerke, Foren

Eine Zeitlang waren Wissenscommunities, bei denen sich Anwender gegenseitig Tipps gaben, recht gefragt. Die gibt es zwar immer noch, doch beliebter sind mittlerweile die sozialen Netzwerke wie Facebook, Xing oder Twitter. Sie könnten hier zum Beispiel eine Anfrage bei Ihren Facebook-Freunden loslassen, Ihre Xing-Kontakte um Hilfe bitten oder in themenspezifischen Gruppen beziehungsweise Foren suchen.

Stufe 2: Der Faktor Mensch

Bei Tipp 3 hatten wir schon den „Faktor Mensch im Internet“. Viele werden vielleicht sogar zunächst ihnen bekannte Menschen und ihr soziales Umfeld befragen, bevor sie im Internet suchen werden. Das hängt auch ein bisschen von Ihrem Typ ab.

Beim „Faktor Mensch“ haben Sie zum Beispiel folgende Informationsquellen:

4. Das soziale Umfeld

Die Familie, Freunde, Bekannte, Nachbarn sind für viele oft die erste Anlaufstelle.

Tipp: Nutzen Sie zum Beispiel den „Schneeball-Effekt“. Meine Tante erzählte überall herum, dass sie eine neue Wohnung sucht. Und bei mir im Haus wurde eine Wohnung frei – was ich selbst weitererzählt hatte. Blitzschnell hatte ich meine Tante am Telefon, ob ich ihr mehr zu der Wohnung sagen könne. 😉

Extra-Tipp: Die Autorin und Beraterin Barbara Sher rät, Ihre Fragen als Problem oder Hindernis zu präsentieren. Die meisten Menschen würden sich daraufhin unwiderstehlich davon angezogen fühlen, helfen zu können beziehungsweise das Problem lösen zu können. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, es funktioniert. Versuchen Sie es.

Zum sozialen Umfeld können, je nachdem, zum Beispiel auch Kollegen, Mitarbeiter, regelmäßige Auftragnehmer, sogar Kunden (beruflich) oder Vereine, Gemeinden, Stammtische, Lieblingslokale (privat) und so weiter gehören. Auch hier würde ich immer die Ohren offenhalten und nach neuen Informationen suchen.

5. Fremde, aber „thematisch verwandte“ Menschen

Ebenfalls von Barbara Sher stammt der Tipp, eine Ideenparty zu veranstalten oder über Zeitungsanzeigen nach Gleichgesinnten zu suchen. Vergleichbar sind zum Beispiel diverse Interessengruppen oder Selbsthilfegruppen. Finden Sie in Ihrer Nähe (oder im Internet) keine passende? Vielleicht möchten Sie dann selbst eine gründen?

6. „Inoffizielle“ Experten

Im Allgemeinen zahle ich einem Anbieter lieber etwas mehr Geld, wenn ich dafür eine qualifizierte Beratung bekomme. Statt zur Internet-Apotheke greife ich zum Beispiel deutlich lieber zur Apotheke vor Ort. Die Leute kennen mich, ich bekomme eine persönliche Betreuung, einen netten Schnack und viele hilfreiche Tipps. Das Gleiche gilt für das Reformhaus,  den Wochenmarkt (samt Zubereitungstipps) und und.

Damit will ich weder die Internet-Apotheke noch den Supermarkt verteufeln. Ich nutze auch diese beiden. Doch es macht sehr viel Sinn, auch mal etwas mehr Geld auszugeben und für besseren Service / Support den lokalen Fachhandel zu stärken.

7. „Offizielle“ Experten

Damit meine ich die, die man – etwa im Gegensatz zum Wochenmarkt – gezielt aufsucht, wenn irgendwo der Schuh drückt.

  • Das können Berater und Coaches sein.
  • Oder die ganze Palette der Branchen-Klaviatur von A wie Anwalt bis Z wie Zahnarzt. (Kein Witz, auch meine Zahnärztin hat mir schon diverse hilfreiche Tipps gegeben, alte Hausmittel inklusive. Sie müssen nur danach fragen beziehungsweise wieder die Ohren aufsperren.)
  • Oder auch die Angestellten diverser Organisationen und Behörden von universitären Forschungs-Einrichtungen bis zu Wirtschaftsverbänden oder Industrie- und Handelskammern. (Gestern half mir zum Beispiel ein Stadtangestellter weiter, als ich „in der Fremde“ 😉 auf der Suche nach Busbahnhof und Abfahrtszeiten war. Wie gesagt, Sie müssen nur fragen.)

Achtung: Bitte haben Sie Verständnis, wenn nicht jeder (kostenfrei) weiterhelfen kann. Auch ich selbst werde zum Beispiel oft um kostenfreie Beratung oder Tipps gebeten, die über den Service für meine Kurse und Produkte hinausgehen. So sehr ich den Kontakt zu Kunden und Lesern schätze – das kann ich aufgrund ihrer Vielzahl und weil es kein eigentlicher Teil meiner Arbeit ist, nicht leisten. Versuchen Sie gegebenenfalls, selbst zu unterscheiden.

Extra-Tipp: Legen Sie sich eine Datenbank mit hilfreichen Ansprechpartnern und Experten an. (Eine Excel-Tabelle oder Karteikarten reichen auch.)

Stufe 3: Die eigenen (weiteren) Ressourcen

Ich bringe diesen Punkt erst auf Stufe 3, weil die Ressourcen, die ich hier meine, entweder dem Anwender nicht bekannt sind, einen höheren Einsatz und mehr Arbeit erfordern oder nur Sinn bei weiterem Bedarf in der Zukunft machen. Für eine einfache Informationssuche „wie wird das Wetter morgen“ ist das hier also nicht geeignet. 😉

Bei den eigenen Ressourcen haben Sie zum Beispiel folgende Informationsquellen:

8. Das eigene Vorwissen aktivieren

Das Verrückte ist, dass wir oft schon etwas über eine Sache wissen, ohne uns dessen bewusst zu sein. Irgendwann haben wir mal irgendetwas aufgeschnappt und es irgendwo in unserem Gedächtnis abgespeichert. Bloß, wie kommen Sie daran? Nutzen Sie Kreativtechniken wie zum Beispiel die ABC-Liste oder das Free Writing, um Ihren eigenen Erfahrungsschatz freizulegen.

9. Ausprobieren und Handeln

Günter Wallraff hat den Enthüllungs-Journalismus bekannt gemacht. Wenn es Zeit und Budget zulassen, recherchieren Sie also doch einfach mal selbst vor Ort. Schauen Sie sich die Firma an, für deren Stellenangebot Sie sich interessieren. Fahren Sie nach Sardinien, wenn Sie über die Lebensbedingungen der dortigen Kellner schreiben sollen. Oder probieren Sie die neue Idee Ihrer Selbstständigkeit mit dem einen oder anderen Testprojekt schlicht mal aus.

10. Einen Pool anlegen

Ich erwähnte etwas weiter oben schon die Datenbank mit Ansprechpartnern und Experten. Diesen Gedanken kann man noch ein wenig weiterspinnen. So pflege ich nicht nur eine solche Datenbank. Ich habe mir auch einen „Pool“ (hier etwa: Werkzeugkasten) von Hilfsmitteln angelegt, auf die ich öfter einmal zugreifen muss.

Das sind bei mir zum Beispiel Online-Tools (hier: Werkzeuge) wie Bankleitzahlen-Suche, Postleitzahlen-Suche oder Länderkürzel-Suche. Alles Dinge, die die Käufer meiner Broschüren gelegentlich anzugeben vergessen und die ich dann nachträglich recherchiere. Mit den Tools, die ich mir einmal zusammengesucht habe, dauert das nur noch Sekunden.

Tipp: Oder legen Sie sich ein Archiv an, wenn Sie häufiger Informationen zu bestimmten Dingen brauchen. Das kann von Büchern und Gedrucktem bis zu den erwähnten Ansprechpartnern gehen.

Extra-Tipp: Vergessen Sie auch die „eigenen“ Quellen Ihrer Firma / Ihres Arbeitgebers nicht. Auch hier kann viel wertvolles Material von Artikelsammlungen über Besuchsprotokolle und Kundenmäppchen lagern.

Stufe 4: Die (übliche und weniger übliche) literarische Recherche

Auch diese Form der Informationssuche ist aufwändiger, arbeitsintensiver, teils mit Kosten verbunden, dem Normal-Anwender oft unbekannt und teilweise schon sehr speziell gehalten.

Bei der literarischen Recherche haben Sie zum Beispiel folgende Informationsquellen:

11. Bücher, Bibliotheken, Zeitschriften

Wenn Sie nur mal schnell etwas über die Prozesskostenhilfe wissen wollen, lohnt es nicht, dafür gleich ein ganzes Buch zu kaufen. Anders kann das aussehen, wenn Sie wissen wollen, wie man eine gute Bewerbung schreibt. Trotz einführender freier Artikel im Internet kann hier diese Investition sehr sinnvoll sein. Bibliotheken sind immer noch ein Eldorado für Bücher. Buchhandlungen gehören natürlich auch dazu. Ebenso (Fach-) Zeitschriften samt deren Abo.

12. (Online-) Archive und Datenbanken

Wie ich oben schon erwähnte, ist Google zwar viel, aber längst nicht alles. Noch immer kann es Sinn machen, sich für speziellere Informationen etwa an entsprechende Datenbestände zu halten. Ein Beispiel sind die großen Datenbank-Hosts (in Klammern einzelne Schwerpunkte) wie LexisNexis (Rechts- und Wirtschaftsinformationen), Reuters (Nachrichten und Reports), Juris (Recht), Genios (Wirtschaft und Presse) und mehr.

13. Firmenmaterial

Damit meine ich jetzt nicht die Quellen der eigenen Firma / des Arbeitgebers. Ich meine das Informationsmaterial, das andere Unternehmen bereitstellen. Das können Geschäftsberichte für Anleger sein, aber auch Webauftritt (genau, siehe Stufe 1, das Internet ;-)), Broschüren, Prospekte und anderes Werbematerial. Wenn Sie zum Beispiel einen neuen Wagen kaufen wollen, werden Sie vielleicht genau solches Material potenzieller Anbieter sammeln, bevor Sie sich für einen davon entscheiden.

Stufe 5: Ergänzungen zum Faktor Mensch

Gut, zu dieser Form der Informationsrecherche greifen Sie ganz sicher nicht mehr, wenn Sie eine neue (Miet-) Wohnung suchen oder etwas über Prozesskostenhilfe wissen wollen. Hier finden Sie Beispiele, die wieder mit deutlich mehr Aufwand und Kosten verbunden sind und zudem auch seltener von Nutzen sind.

Bei den „Ergänzungen“ haben Sie zum Beispiel folgende Informationsquellen:

14. Ausstellungen, Messen, Tagungen

Nun, vielleicht sind Sie kein Mieter, sondern ein (potenzieller) Häusle-Bauer. Vielleicht werden Sie sich dann doch einmal auf Ausstellungen oder Messen über die neuesten Trends im umweltbewussten, kostenschonenden, was auch immer Haus-Bau informieren wollen. Oder Sie erkundigen sich auf Job- oder Karrieremessen nach neuen Job-Möglichkeiten. Oder Sie besuchen eine Tagung für Selbstständige. Und und …

15. Seminare und Workshops

Und auch das ist natürlich eine erstklassige Quelle für neues Wissen, nützliche Kontakte und mehr: Besuchen Sie Seminare und Workshops zu den Themen, die Sie interessieren. Vielleicht sehe ich Sie auch einmal in einem meiner eigenen Seminare.

So, nun mache ich mal einen Punkt. Ich hätte natürlich noch diverse Medien wie Fernsehen, Kino, Radio und so weiter nennen können. Doch diese Quellen haben trotz Filmarchiven und Co. noch immer einen stark passiven, konsumierenden Charakter. Für eine aktive, auch kurzfristige Informationssuche sind sie weniger zu gebrauchen.

Ihnen viel Erfolg bei allen Informationen, die Sie so suchen.

Buchtipp:

Lesetipps:

Literaturtipp:

© 2013 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 11.10.13

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