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16 Regeln für Moderation und gute Kommunikation

Nicht nur im Sport siegt Fair Play. Auch Kommunikation und Kreativität können von der Einhaltung gewisser Spielregeln nur profitieren. Lassen Sie sich von den folgenden Moderationsregeln inspirieren. So werden Sie besser miteinander umgehen, effizienter arbeiten und Ihre Kreativität fördern.

Kommunikation ist immer ein Drahtseilakt, Missverständnisse sind an der Tagesordnung. Und wenn Menschen zusammenarbeiten wollen, ist das ebenfalls ein Drahtseilakt, zu unterschiedlich sind oft die Interessen und Charaktere.

Trotzdem ist beides immer wieder notwendig, prallen die Parteien aufeinander. Damit aus Teamsitzungen, Einsatzbesprechungen oder ganzen Kreativworkshops kein Schlachtfeld wird, gibt es Methoden der Gesprächsführung und Interaktion von Gruppen wie beispielsweise die Moderationsmethode.

Und damit diese Methoden auch greifen können, gibt es gewisse Spielregeln. Spielregeln, die Konflikte vermeiden helfen und ein produktives Arbeiten ermöglichen.

Wenn auch Sie vor der Aufgabe stehen, Gespräche und Diskussionen moderieren zu wollen, dann lassen Sie sich von den nachfolgenden Moderationsregeln inspirieren. So werden Sie nicht nur besser miteinander umgehen und effizienter arbeiten. Sie werden auch schlicht kreativer werden.

Schließlich: Was sind Brainstorming und Co. anderes als ein Training in guter Kommunikation? Kreativ sind wir oft von selbst. Wir würgen unsere Kreativität nur immer wieder ab, indem wir uns und ihr über den Mund fahren, oder sie durch unsachliche, vorzeitige Kritik aus der Bahn werfen.

Achten Sie auf eine gute Kommunikation – und Sie haben eine Grundlage für Kreativität.

Legen Sie Ihre Moderationsregeln der Einladung zum nächsten Brainstorming bei, hängen Sie sie ans Schwarze Brett, versuchen Sie, ihren Geist zu leben – was auch immer.

Hier finden Sie einige Anregungen.

Wie gehen wir miteinander um?

1. Wir gehen wertschätzend miteinander um, bleiben sachlich und greifen den anderen nicht an. Wenn wir mit der Meinung eines anderen nicht übereinstimmen, akzeptieren wir diese trotzdem als seine subjektive Perspektive. Missverständnisse nehmen wir als Zeichen, dass wir uns noch deutlicher ausdrücken müssen, und nicht, dass der andere zu dumm ist oder nicht zuhören kann.

2. Wir begrüßen jeden Beitrag als potenziell förderlich, es gibt weder dumme Fragen noch unwichtige Beiträge. Wir verurteilen weder unsere eigenen Antworten noch die der anderen.

3. Wir halten uns generell mit Bewertungen und Kritik zurück, dafür sind eigene Arbeitsschritte da. Zunächst einmal gilt: Alle Gedanken sind erlaubt, es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Nur so bleiben wir offen für Neues.

4. Wir bringen uns ein und helfen uns gegenseitig. Jeder von uns ist für den Verlauf wie das Ergebnis der Moderation mitverantwortlich.

5. Störungen haben immer Vorrang. Hindert uns etwas daran, sachlich miteinander zu arbeiten, klären wir das zuerst.

Wie reden wir miteinander?

6. Wir sprechen nacheinander, nicht durcheinander. Und wir sprechen nur für uns, die Meinung des anderen können wir nicht kennen. Deshalb sagen wir auch „ich“ und nicht „man“ – zu unserer eigenen Aussage sollten wir schließlich stehen. 😉

7. Wir lassen den anderen ausreden und hören ihm in Ruhe zu. Wir melden uns erst dann selbst zu Wort, wenn der Sprecher geendet hat.

8. Wir fassen uns so kurz wie möglich und beschränken uns auf das Wesentliche. Monologe wollen wir beim anderen nicht hören, also halten wir auch selbst keine. 😉 Sollten wir doch den einen oder anderen Dauerredner in unserer Mitte haben, greifen wir zum Beispiel auf rote Karten oder andere Hilfsmittel zurück, um ihn auszubremsen. Das ist höflicher, als ihm einfach ins Wort zu fallen.

9. Wir begründen unsere Meinung kurz und werfen sie nicht als scheinbare Tatsache in den Raum. Auch Fragen an andere Teilnehmer erläutern wir, so dass diese a) sich nicht angegriffen fühlen, und b) wissen, worum es uns genau geht.

10. Wenn möglich benutzen wir generell viele Fragen. Nur so erfahren wir Standpunkte und können das Gespräch zu einem gemeinsam erarbeiteten Ergebnis vorantreiben. Wir lernen, indem wir fragen und zuhören. Nicht durch Monologe. 😉

11. Wir vermeiden Killerphrasen. Kritik äußern wir höflich und auch nur dann, wenn wir uns vergewissert haben, dass wir den anderen richtig verstanden haben. Dazu geben wir mit eigenen Worten wieder, was der andere unserer Meinung nach gesagt hat.

12. Wenn wir uns in der Diskussion festzubeißen drohen, fassen wir die bisherigen Ergebnisse zusammen und brechen an dieser Stelle ab. Eventuell können uns weitere Fakten und Argumente helfen, das Thema doch noch in den Griff zu bekommen.

Wie arbeiten wir miteinander?

13. Wir schreiben unsere Gedanken auf Moderationskarten, Flip-Charts oder anderen Hilfsmitteln auf. So kann nichts vergessen werden, und jeder hat alles schwarz auf weiß vor Augen.

14. Wir arbeiten viel mit Bildern, Grafiken und anderen Mitteln der Visualisierung. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und beugt zudem oft Missverständnissen vor.

15. Unterschiedliche Meinungen oder Ideen visualisieren wir ebenfalls für alle sichtbar, bevor wir sie erörtern, vergleichen und bewerten. So halten wir Fehlinterpretationen („xx hat gesagt“) möglichst klein.

16. Wichtige Erkenntnisse halten wir schriftlich fest. So können wir nicht nur jederzeit auf unsere Aufzeichnungen zurückgreifen. Sie bilden auch die Basis für die anschließende Umsetzung über Todo-Listen oder Ähnliches mehr.

Ihnen ein gelungenes kommunikativ-kreatives Miteinander.

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 05.02.2009

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