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Das Schreibjournal

Wer schreibt, der schreibt oft auch gern Tagebuch. Und wer schreibt, sollte sich die Ideen für seine Texte irgendwo notieren. Schließlich haben Ideen es so an sich, einen oft aus heiterem Himmel zu überfallen. Hält man sie nicht fest, gehen sie wieder verloren. Eine Kreuzung aus Tagebuch und so einem Notizbuch ist das Schreibjournal.

Was Sie mit einem Schreibjournal machen

Wie in einem Tagebuch halten Sie hier Ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle fest; wie in einem Notizbuch „objektive“ Informationen, Skizzen und Ideen.

Deshalb ist ein Schreibjournal mehr als eine reine Sammelmappe von Zeitungsausschnitten („darüber könnte man mal schreiben“) oder anderen Fundstücken. Es hilft Ihnen

  • sich selbst, Ihr Leben und Ihre Gefühle besser zu verstehen
  • neue Fakten und Informationen effizienter einzuordnen
  • und leichter Zusammenhänge zu sehen.

Dahinter steckt das Prinzip, dass wir Menschen die Dinge besser verstehen, wenn wir über sie schreiben. Und Zusammenhänge sehen wir besser, wenn wir die zugehörigen Informationen schwarz auf weiß vor uns haben. Egal, ob es jetzt um unser Leben oder neues Wissen geht. Beides bildet anschließend die Basis für unsere Texte.

Ebenfalls anders als bei einer reinen Sammelmappe spielt bei einem Schreibjournal die persönliche Interpretation und Sicht der Dinge eine zentrale Rolle.

Das leuchtet bei den eigenen Erfahrungen und Gefühlen sofort ein. Aber auch Skizzen, Fragmente und Ideen werden immer auf den Bezug zu sich selbst abgeklopft.

In einem Schreibjournal können Sie zum Beispiel

  • aufschreiben, was Sie bewegt
  • festhalten, was Sie beobachten
  • fragen, was Sie nicht verstehen
  • entwerfen, was Sie vermuten und
  • überlegen, wie Sie selbst dazu stehen.

Wie Sie ein Schreibjournal anlegen

Dazu könnten Sie folgendermaßen vorgehen:

1. Legen Sie sich als Erstes beispielsweise eine Lose-Blatt-Sammlung (Ordner) oder eine Computerdatei (für alle PC-Freunde) an. Jedenfalls etwas, was Sie gut ergänzen können. So sind Sie flexibel genug für nachträgliche Einfälle.

2. Unterteilen Sie nun Ihre Seiten in Spalten. Alternativ können Sie auch jeden thematisch neuen Eintrag auf eine eigene Seite schreiben. So haben Sie wieder genug Platz für spätere Kommentare und Entwicklungen.

3. Schreiben Sie jetzt „frei nach Schnauze“ einfach drauflos. Nicht vergessen: Mit Ihrem Schreibjournal sammeln Sie bloß das Material für Ihre Texte. Es geht hier nicht darum, die Texte selbst zu produzieren. Deshalb kosten Formulierungsübungen Sie nur unnötig Zeit.

4. Gewöhnen Sie sich eine gewisse Regelmäßigkeit und Routine an. Halten Sie einen interessanten Zeitungsausschnitt in Händen? Ab in Ihr Schreibjournal damit. Wollen Sie die Ereignisse des Tages Revue passieren lassen? Dann widmen Sie jeden Abend ein paar Minuten Ihrem Schreibjournal.

Werten Sie Ihr Journal auch in bestimmten Abständen immer wieder aus. Welche Fundstücke können Sie welchen Themen zuordnen? Können Sie Muster oder Entwicklungen in Ihren Erfahrungen sehen?

Wie Sie ein Schreibjournal gestalten

Wie Sie Ihr Schreibjournal gestalten, liegt ganz bei Ihnen. Auch wenn eine Gruppierung nach bestimmten Oberthemen („meine Lieblingsbücher“, „Ideen für meinen Roman“) Sinn macht.

Hier habe ich mal einen Gliederungsvorschlag für Sie:

  • Gefühle und Erinnerungen
  • Eindrücke und Beobachtungen
  • wichtige Augenblicke oder Ereignisse
  • Fragen, die noch zu beantworten sind
  • Aufgaben, die zu erledigen sind
  • Beispiele, Themen und Ideen
  • Quellen, Bilder und Zitate.

Ich wünsche Ihnen ein ergiebiges Arbeiten mit Ihrem Schreibjournal.

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 16.05.09

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