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Schriftsteller werden: 10 Erfolgsfaktoren für angehende Autoren

„Wie werde ich ein erfolgreicher Schriftsteller?“ Das ist eine Frage, die viele junge Autoren umtreibt. Doch ich muss Sie enttäuschen: Ein Geheim-Rezept habe ich nicht. Ich habe etwas Besseres: Zehn „Erfolgsfaktoren“, die in meinen Augen den Unterschied machen zwischen allen, die vom Schreiben nur träumen, und denen, die es geschafft haben und erfolgreiche Schriftsteller sind.

„Was muss ich wissen? Was muss ich können, um Schriftsteller zu werden?“

Falls Sie sich als junger Autor oder angehender Autor auch diese Fragen stellen, gibt es darauf viele Antworten. Es gibt fachliche Antworten. („Sie müssen die und die Fähigkeiten haben, das und das Know-how beherrschen.“) Es gibt personenbezogene Antworten. („Schriftsteller brauchen die und die Eigenschaften.“) Und vieles andere mehr.

Ich habe mal überlegt, was ich als Basis-Faktoren sehe würde. Also etwa: Welche Dinge sollten gegeben sein, damit jemand als Autor Erfolg hat? Etwas abgewandelt gilt das auch für viele andere Künstler und Kreative, ja, vermutlich für die meisten von uns. Hier kommt meine persönliche Auswahl oder „Besten-Liste“.

Ach so: Schreiben sollte man natürlich auch noch können. 😉 Mein Kurs „Kreativ Schreiben lernen“ gibt Ihnen einen ersten Einstieg ins Kreative Schreiben. Und mein Kurs „Bücher und Texte konzipieren und planen“ schließt eine häufige (Wissens-) Lücke bei Autoren: Wie man Bücher und Texte aufbaut und gestaltet.

1. Warten Sie nicht auf den richtigen Moment

Sie kennen das sicher, wie wir uns selbst und unsere Träume ruhigzustellen pflegen: „Ja, wenn die Wirtschaftslage eine andere wäre, dann würde ich …“ Oder: „Wenn ich erst mal mein Jahr Auszeit beim Chef durchgeboxt habe, dann kann ich auch …“

Nein, nicht so. Das ist wie bei Familiengründung und Schwangerschaft: Wenn Sie auf den richtigen Moment warten, wird nie was draus. 😉

Warten Sie nicht auf morgen. Warten Sie nicht auf die Auszeit, um endlich Ihr Buch schreiben zu können. Warten Sie nicht, bis Sie möglichst perfekt sind, bevor Sie sich an die Öffentlichkeit trauen. Fangen Sie jetzt an, jetzt sofort. Nehmen Sie den Stift auf und legen Sie los. Wollen Sie nun Schriftsteller werden oder nicht?

2. Finden und pflegen Sie Ihre eigene Stimme

Am Anfang ist es noch völlig normal, auszuprobieren und sich in vielen Dingen zu üben. Woher sollen Sie wissen, worin Sie gut sind, wenn Sie es nicht versuchen und herausfinden? Früher oder später sollten Sie aber eine eigene Stimme, einen eigenen Stil ausbilden und sich vielleicht sogar (zeitweise) auf eine bestimmte Richtung oder Genre festlegen.

Das ist nicht nur praktischer und ökonomischer. Es sichert Ihnen auch Ihren Platz unter Ihren Mitbewerbern, macht sie unverwechselbar und bindet treue, von Ihnen begeisterte Leser an Sie.

3. Lesen und lernen Sie

Schreiben ist ein Handwerk, das man lernen muss wie alle anderen Handwerke auch. Niemand wird als Schriftsteller geboren. Sicher, Sie brauchen ein gewisses Talent. Doch der Rest ist harte Arbeit.

Ich habe für mich festgestellt, dass ich von drei Lernformen am meisten profitieren: Von Wissen und Informationen, wie sie zum Beispiel in Kursen oder Büchern vermittelt werden. Vom anschaulichen Beispiel anderer Autoren. Und von meiner eigenen Praxis. Dazu gleich mehr. Andere lernen eher durch den Austausch mit anderen, in Schreibgruppen oder Ähnliches. Finden Sie Ihren eigenen Weg.

Eine Lernform wenden die meisten Schriftsteller fast intuitiv an: Sie lesen. Es gibt kaum einen Autor, der nicht als Kind eine Leseratte war. Lesen Sie. Lesen Sie, was das Zeug hält, und lernen Sie vom Wortschatz, dem Stil, den Kniffen anderer Autoren. Sie verbessern damit Ihr Handwerk und bekommen gleich noch ein paar Ideen für Ihre eigenen Texte mitgeliefert.

4. Üben Sie

Selbst Leute wie Bestseller-Autor Stephen King, der nach eigener Aussage mit Schreibkursen nicht viel anfangen kann, kommen um eines nicht herum: Sie müssen üben, üben und noch mal üben. Es ist die Übung, die den Meister macht.

Sie brauchen Übung, um Ihren Körper fit fürs Schreiben zu machen. Sie brauchen Übung, um Muster und Routinen auszubilden, die Ihnen das Schreiben erleichtern. Sie brauchen Übung, um Ihre Handschrift zu polieren und Ihren Stil zu verfeinern. Und vieles andere mehr.

5. Halten Sie durch

Das ist der Punkt, an dem sich die Geister scheiden und die Spreu vom Weizen trennt: Schriftsteller brauchen, wie alle Kreativen, vor allem eines – Durchhaltevermögen.

Wenn Sie nur gelegentlich üben und alle Jubeljahre schreiben, wird kein Schriftsteller aus Ihnen. Wenn Sie sich bei den ersten negativen Kritiken verletzt in Ihr Zimmer zurückziehen, wird kein Autor aus Ihnen. Wenn Sie sich bei den Absagen der Verlage als verkanntes Genie fühlen, nicht nachbessern und es erneut oder woanders versuchen, wird ebenfalls kein Autor aus Ihnen.

Widerstehen Sie dem Impuls, alles hinzuwerfen, und halten Sie durch. Der Erfolg wird nicht lange auf sich warten lassen.

6. Entwickeln Sie Routinen

Ich hatte sie unter Punkt 4 schon einmal erwähnt: Legen Sie sich die eine oder andere Routine zu. Sie macht Ihnen das (Schreib-) Leben leichter.

Schreiben Sie zum Beispiel regelmäßig zu festen Terminen. (Alle zwei Tage, täglich von 9 bis 11 Uhr, einmal die Woche.) Die Routine hilft Ihnen, durchzuhalten und am Schreiben zu bleiben.

Oder entwickeln Sie Arbeitsroutinen, wie Sie beim Schreiben vorgehen wollen. (Erst Konzept, dann Recherche, dann Text.) Auch das lässt Sie effizienter und produktiver schreiben.

7. Besiegen Sie Ihre Schreibblockaden

Regelmäßigkeit und Routinen können helfen, Schreibblockaden gar nicht erst aufkommen zu lassen. Andere Autoren starren trotzdem verzweifelt auf ihr weißes Blatt. Eine Schreibblockade scheint zum Schriftsteller-Leben dazuzugehören. 😉

In meinem Artikel „9 Tipps, wie Sie Ihre Schreibblockaden überwinden“ nenne ich einige Tipps, was Sie gegen solche Schreibhemmungen tun können. Einer der größten Knackpunkte ist aber keine Frage von Handwerk und Methoden. Er liegt in uns selbst …

8. Bekämpfen Sie Ihre inneren Blockaden

Viele Schriftsteller leiden darunter, etliche bekämpfen sie mit Alkohol oder Drogen: Selbstzweifel, die Angst, nicht zu genügen, die Angst zu scheitern, die Angst vor dem Leser, dem Publikum, der Öffentlichkeit. Erfolgreiche Autoren sind davon vielleicht sogar noch mehr heimgesucht als andere, denn hier ist der Erwartungsdruck höher.

Dahinter stecken aber im Grunde nicht die anderen, die Leser, die Öffentlichkeit. Dahinter stecken wir selbst.

Schuld daran sind oft unser übersteigerter Perfektionismus, der innere Kritiker, Minderwertigkeitskomplexe, ein schwaches Selbstvertrauen und andere „hausgemachte“ Blockaden mehr, die uns das Leben schwermachen.

Ihre Schreibblockade ist dann weniger eine Schreibblockade, als vielmehr eine psychische Blockade. Und die können perfide sein. Sehen Sie zu, was Sie dagegen tun können.

9. Lernen Sie, mit Kritik umzugehen

Wenn Sie professionell schreiben wollen und an die Öffentlichkeit gehen, werden Sie ihr nicht entkommen: Der Kritik.

Manchmal nennt man Ihnen vielleicht einige Knackpunkte, an denen Sie arbeiten können. Manchmal wird man Sie komplett verreißen. Geschmäcker sind nun mal verschieden, und verbessern können wir uns alle. Gewöhnen Sie sich eine professionelle Distanz an, die Ihnen erlaubt, damit umzugehen.

Und ja, ich weiß, dass das leichter gesagt ist, als getan. Schließlich lieben wir die Arbeit unseres Geistes und unserer Hände. Dennoch, es ist notwendig, um als Autor zu wachsen. Diese „weichen“ Qualifikationen sind für Ihren Erfolg als Schriftsteller genauso wichtig wie Ihr handwerkliches Können und Ihre Schreibe.

Feedback und Kritik können aber auch sehr anregend und hilfreich sein. Blinde Flecken haben wir alle und, wie gesagt, besser werden können wir ebenfalls alle. Nutzen Sie zum Beispiel Testleser oder Schreibfreunde, um solche Rückmeldungen zu bekommen.

Achtung, auch das ist wichtig: Geben Sie Ihr Werk immer erst dann zur Begutachtung frei, wenn Sie zumindest die Erstfassung spruchreif haben. Die Meinung anderer könnte Sie sonst zu sehr verunsichern und aus dem Takt bringen.

10. Verkaufen Sie Ihre Bücher und Texte

Nanu, werden Sie jetzt vielleicht einwenden, ist dafür nicht der Verlag, die Redaktion oder für wen Sie sonst so schreiben, zuständig?

Ja – und nein.

Zunächst einmal müssen Sie bis Redaktion und Verlag vordringen und Ihre Werke dort unterbringen. Manchmal reicht dafür ein normales „Bewerbungsanschreiben“ aus. Manchmal können ausgefeiltere Methoden wie Präsentation und Elevator Pitch sinnvoll sein.

Damit ist es aber oft nicht getan. Gerade Verlage bauen heute sehr auf die aktive Unterstützung und Vermarktung der Bücher durch die Autoren selbst. Lassen Sie deshalb die Marktseite bei Ihren Texten nie aus den Augen, wenn Sie damit Geld verdienen wollen.

Tun Sie das allerdings am besten erst in einem zweiten Schritt. Wer nur für Geld und Erfolg schreibt, hat das Wichtigste übersehen, was das Leben als Schriftsteller so reizvoll macht: Die reine, ungehemmte Freude am Tun. Die Leidenschaft, zu schreiben.

In diesem Sinne: Ihnen viel Erfolg als Autor.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 22.07.10

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