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2005 - 2008
Heike Thormann Alle Rechte vorbehalten. Abdruck & Verwendung nur mit schriftl. Genehmigung. |
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von Heike Thormann Wer bin ich? Die Frage ist heute drängender denn je. Können wir uns doch nicht mehr auf vorgegebenen Wahrheiten ausruhen, sondern müssen diese für uns selbst finden. Vertrackt allerdings, dass unsere Wahrnehmung und damit das Wissen über uns selbst Lücken hat. Wer bin ich? Die Frage stellt sich wohl jeder einmal. Und nicht nur als Teenager, wenn wir noch ungeformt und auf der Suche sind. Wer bin ich? Die Frage stellt sich immer wieder. In Krisen, Übergangszeiten, Zeiten von Veränderung und Wandel. Auf der Suche sind wir heutzutage permanent. Rollenmuster geraten ins Wanken, Gesellschaftsformen lösen sich auf, Berufsbilder verändern sich oder werden neu geschaffen und der Mensch muss mit. Freundeskreise wechseln sich ab, Partner kommen und gehen, Arbeitskollegen entschwinden wieder im Takt der neuen Flexibilität und der Mensch muss immer noch mit. Wer bin ich? Wer bin ich? Kein Wunder, dass diese Frage drängender ist denn je. Wir können uns nicht mehr auf vorgegebenen Wahrheiten ausruhen, sondern müssen diese für uns selbst finden. Und dazu müssen wir uns erst einmal selbst kennen. Wir müssen wissen, wer wir sind und was wir sind. Was wir wollen und was wir können. Was wir erhoffen und was wir fürchten. Wir müssen uns unserer selbst bewusst werden. Das ist aber gar nicht so einfach. So haben wir zwar alle ein ganz bestimmtes Bild von uns – nämlich unser Selbstbild. Dummerweise entspricht das aber weder dem, wie andere uns sehen (dem Fremdbild), noch dem, wie wir „wirklich“ sind. Unsere Wahrnehmung hat Lücken und unser Wissen über uns selbst kann nie vollständig sein. Schlimmer noch, das Bild, das wir anderen von uns vermitteln wollen, und das Bild, das wir ihnen tatsächlich vermitteln, weichen oft erheblich voneinander ab. Missverständnisse und Enttäuschungen können dann die Folge sein. Die Sache mit der Wahrnehmung und dem Ich ist also ziemlich vertrackt. Das JOHARI-Fenster Zwei amerikanische Sozialpsychologen, Joseph Luft und Harry Ingham von der University of California, haben sich der Sache angenommen und mit dem JOHARI-Fenster ein Modell entwickelt, um Veränderungen in der Selbst- und Fremdwahrnehmung grafisch darzustellen. ![]() Je nachdem, wie gut wir uns selbst kennen und wie hoch das Vertrauen ist, das wir in andere setzen, sind die einzelnen Bereiche A bis D größer oder kleiner. Ziel aller Arbeit an sich selbst muss es sein, die Bereiche B und D zu verkleinern. Und da alle vier Bereiche in Wechselwirkung zueinander stehen, bedeutet das: Wenn Sie es schaffen, den öffentlichen Bereich A zu vergrößern, sind Sie auf dem besten Weg, ein besseres Bild von sich selbst zu gewinnen. Das erfordert allerdings so einiges: Es erfordert den Mut, sich mitzuteilen und auch Dinge über sich preiszugeben, die man lieber verborgen halten möchte. Es erfordert die Fähigkeit, Reaktionen von anderen wahrzunehmen und anzunehmen. Es erfordert die Bereitschaft, aktiv Feedback zu geben und zu nehmen. Gerade das Feedback sollte als Chance verstanden werden, sich einmal buchstäblich mit anderen Augen zu sehen. Diese Augen müssen nicht die ultimative Wahrheit verkünden, sicher nicht. :-) Aber diese Augen können Ihnen dabei helfen,
Keine leichte Sache, aber wenn Sie wollen, können Sie ja mal üben: Nehmen Sie sich Stift und Papier und fertigen Sie eine Tabelle nach folgendem Muster an: ![]() (Wenn Sie wollen, können Sie auch zwei Tabellen anlegen und sich jeweils auf Ihre Stärken und Schwächen, pardon Entwicklungsmöglichkeiten ;-), konzentrieren.) Danach geben Sie die Tabelle dann jemandem, dem Sie vertrauen und der idealiter genug Abstand und Ehrlichkeit mitbringt, um Ihnen nicht nach dem Mund reden zu wollen. Bitten Sie ihn um eine Einschätzung und führen Sie dann einen Abgleich durch. Und wenn Sie nicht ganz so hartgesotten sind, sich an einen vermeintlichen Kritiker zu wenden? Dann gibt es auch eine Methode für den Selbstversuch. Nehmen Sie sich wieder Stift und Papier und schreiben Sie:
Aber bitte: Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Versuchen Sie, sich wirklich mit den Augen von Nachbarn und Katze zu sehen. Sonst nützt Ihnen die Sache nämlich leider schon wieder nicht viel. ;-) Diese Übung wurde zuerst veröffentlicht im workshopwelt-magazin, August 2006. © 2006 Heike Thormann Artikeltipp Diese Übung gibt es auch als PDF-Dokument zum Downloaden. Alle Artikel finden Sie bequem zum Nachschlagen in der Seitenübersicht. Und immer auf dem Laufenden bleiben Sie mit meinem Newsletter. Er informiert Sie regelmäßig über die neuesten Tipps, Downloads und Übungen. Kostenlos und unverbindlich.
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