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Selbstvertrauen ist ein etwas zwittriger Begriff. Wer es nicht hat, traut sich entweder etwas nicht zu; oder er nimmt seine eigenen Wünsche, Bedürfnisse und Impulse nicht ernst.  Beides kann verheerende Folgen für Ihr Leben haben: Vom falschen Partner, an den man ungut gekettet ist, bis zum Traumjob, den man sausen lässt. Lesen Sie deshalb 15 Tipps, wie Sie sich selbst mehr zutrauen und Ihrer inneren Stimme besser vertrauen.

Viele Menschen belassen etwas beim Wollen; oder schlimmer noch: Sie wollen erst gar nicht, damit sie eines nicht müssen – tun. Es fehlt ihnen an Selbstvertrauen, um ihre Wünsche und Träume in die Tat umzusetzen. Sie trauen sich nicht.

Andere Menschen lassen zu viel mit sich machen oder plagen sich ewig mit Selbstzweifeln. Es fehlt ihnen an Selbstvertrauen, um ihre eigenen Wünsche und Interessen von denen anderer zu unterscheiden und zu vertreten. Sie (ver-) trauen sich selbst nicht.

Selbstvertrauen – das ist ein etwas zwittriger Begriff, der oft mit Selbstbewusstsein in einem Atemzug genannt wird. Doch es gibt Unterschiede, die beiden sind nicht deckungsgleich.

Wenn Sie nicht genug Selbstvertrauen haben, fehlt Ihnen eine ganz entscheidende Essenz, um ein Leben nach Ihrem Willen und Ihren Bedürfnissen zu führen.

  • So werden Sie zum Beispiel schon dankbar sein, überhaupt einen Job, Partner und so fort zu bekommen, statt sich den zu suchen, den Sie haben wollen und der gut für Sie ist.
  • Ohne Selbstvertrauen hakt es sogar mit der Kreativität. Denn Sie werden sich tunlichst hüten, zum Beispiel mit einer neuen Idee aus Ihrer Deckung zu kommen und dann womöglich verrissen zu werden und sich zu blamieren.
  • Und: Ohne Selbstvertrauen werden Sie nie all das entfalten können, was Sie an Fähigkeiten und Potenzial in sich tragen. Sie werden unter Ihren Möglichkeiten bleiben und nie wissen, was Sie hätten sein können.

Ich erinnere mich, dass ich im Alter von etwa 12 Jahren die Verfilmung des Romans “Die unendliche Geschichte” von Michael Ende gesehen habe. Und dabei hat eine Szene großen Eindruck auf mich gemacht: Der Held muss eine Reihe von Prüfungen überstehen. Alles hat er schon gelöst. Doch die letzte, die schwerste Prüfung steht ihm noch bevor. Zögernd nähert er ihr sich. Doch alles, was er tun muss, ist, durch einen Spiegel zu gehen, der ihm sein eigenes Abbild zeigt. Alles, was er tun muss, ist, genug *Selbstvertrauen* zu haben.

Nun, die Szene hat nicht ohne Grund Eindruck auf mich gemacht. Und die meisten von uns dürften es irgendwo an Selbstvertrauen fehlen lassen. Deshalb kommen hier 15 Tipps, wie Sie sich selbst besser vertrauen beziehungsweise sich mehr trauen.

Achtung: Dies ist wieder einer dieser “komplexen Artikel”, der etwas nur anreißen kann. Erwarten Sie bitte keine Wunder von ihm. Nehmen Sie es nur als Anregung.

Im Grunde muss man auf drei Ebenen aktiv werden, um mehr Selbstvertrauen zu entwickeln: Bei der Welt, bei den anderen und bei sich selbst.

Die Welt

1. Suchen Sie sich keine Schutzräume

Es ist verführerisch, denn wir alle schätzen wohl Halt, Geborgenheit und unsere Nester. Doch Selbstvertrauen bekommen Sie nur, wenn Sie sich der Welt und ihren Herausforderungen stellen.

Beschränken Sie sich nicht, unterfordern Sie sich nicht, halten Sie sich nicht klein. Das mag zwar der einfache und angenehme Weg sein. Doch Ihr Potenzial werden Sie so nie entfalten. Selbstvertrauen kommt mit dem Erfolg, mit dem aktiven Tun. Je mehr Sie “tun”, also sich zutrauen, und je mehr Erfolge Sie einfahren, desto größer wird es sein.

Bauen Sie auch Abhängigkeiten und “Symbiosen” ab. Diese mögen zwar ebenfalls angenehm sein, doch sie machen zugleich schwach und unfrei.

2. Haben Sie keine Angst vor Fehlern

Diesen Punkt habe ich in meinen Artikeln schon öfter erwähnt, einfach, weil Angst vor Fehlern ein erstklassiger Kreativitätskiller ist. Wer keine Fehler machen will, wagt sich auch nicht an Neues – und blockiert damit seine Kreativität.

Allerdings blockiert er auch sein Selbstvertrauen. Denn wenn ich in Angst vor Fehlern lebe, werde ich mich nie trauen, über meine (bisherigen) Grenzen hinauszugehen und einfach mal etwas zu versuchen.

3. Lernen Sie zu fallen und zu scheitern

Das geht in die gleiche Richtung: Viele bleiben unter ihren Möglichkeiten, um nur ja keine Misserfolge zu ernten. Besser wäre es zu lernen, wie man fällt, scheitert – und wieder aufsteht und es erneut versucht!

Mehr dazu lesen Sie in meinem Artikel “Die Angst vor dem Scheitern”.

4. Lernen Sie, die eigenen Erfolge zu sehen

Wie gesagt, Selbstvertrauen wächst mit den Herausforderungen, die man bewältigt, mit den großen und kleinen Erfolgen, die man für sich verzeichnen kann. Fatalerweise können viele von uns ihre Erfolge nicht sehen und starren lieber gebannt wie das Kaninchen vor der Schlange auf ihre Fehler. ;-)

Auch dazu habe ich einen Artikel geschrieben, hier: “10 Ideen, wie Sie Ihre Erfolge sehen”.

Die anderen

5. Halten Sie andere nicht für besser als sich selbst

Muss ich noch mehr sagen? Wer andere idealisiert, überhöht und für besser als sich selbst hält, muss sich nicht wundern, wenn er im Vergleich dazu als klein und unbedeutend abschneidet.

Hinterfragen Sie lieber, halten Sie sich an die Realität und machen Sie die Augen auf: Sind andere wirklich so viel besser als Sie? Grundsätzlich, überall, und in allem? Sind sie “bessere Menschen”?

Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass es hier ganz nützlich ist, auf die Fehler und Schwächen der anderen zu achten. Irgendwie ist es doch ganz erholsam zu sehen, dass andere auch nur “mit Wasser kochen”. ;-)

6. Stehen Sie zu sich und Ihren eigenen Schwächen

Der Held in der “unendlichen Geschichte” musste nicht nur auf sich selbst vertrauen. Er musste sich dazu zunächst einmal annehmen. So, wie er war, mit allen Stärken und Schwächen.

Versuchen Sie das zumindest für sich selbst. Wenn Sie können, “outen” Sie Ihre Schwächen auch gegenüber anderen. Erstens wird Sie das paradoxerweise stärker machen, als wenn Sie krampfhaft Ihren Mantel der Unfehlbarkeit fester um sich wickeln. Und zweitens werden die anderen Sie dafür lieben. Wer will schon mit einer “Miss” oder einem “Mister Perfect” leben? ;-)

7. Achten und vertrauen Sie auf Ihre innere Stimme

Lernen Sie, Ihre eigenen Impulse und Bedürfnisse wahrzunehmen. Lauschen Sie auf Ihre innere Stimme. Lassen Sie sie nicht im Gewitter der Wünsche der anderen untergehen. Und nehmen Sie diese innere Stimme ernst. Es geht hier um Sie, nicht um die anderen. Vertrauen Sie sich, dass Sie am besten wissen, was gut für Sie ist und was nicht.

Hören Sie im Zweifel auf Ihren Bauch und Ihren Körper. Was fühlt sich gut an? Was jagt Ihnen Schauer über den Rücken? Was kommt bei Ihnen als Schlag in die Magengrube an? Wo reagieren Sie angenervt, und wo sind Sie erfreut und beglückt?

Wenn Sie – wie ich – stark visuell denken, achten Sie auch auf Bilder, die Ihnen für Bruchteile von Sekunden durch den Kopf huschen. Und bitte, es sollten unwillkürliche, unbewusste Bilder sein, keine Fiktionen, die Sie selbst erzeugen. Das ist ein Unterschied. ;-)

Ihr Körper – und damit Ihre innere Stimme – kommuniziert Ihr Leben lang mit Ihnen. Sie müssen nur lernen, ihn wahrzunehmen und natürlich auf seine Botschaften zu hören. Viele Krankheiten rühren daher, dass diese Kommunikation gestört oder unterbrochen ist.

Dazu gibt es ein gutes Buch von Hanne Seemann, Freundschaft mit dem eigenen Körper schließen. Über den Umgang mit psychosomatischen Schmerzen. (Partner-Link, kleine Umsatzbeteiligung für mich)

8. Lernen Sie, eigene Meinungen und Fremdmeinungen zu unterscheiden

Viele von uns haben gelernt, die Wünsche der anderen für ihre eigenen zu halten oder diese zumindest für wichtiger als die eigenen zu halten.

Natürlich springt dabei auch etwas für einen selbst heraus, sonst würden wir es nicht tun. So “masochistisch” sind wir in der Regel doch nicht. Das kann Sicherheit sein, Anerkennung, was auch immer. Doch die Frage ist, wie hoch der Preis ist, den wir dafür zahlen.

Der Sohn, der die Familientradition fortsetzt und dabei eigene Berufswünsche ignoriert. Die Frau, die alles für Mann und Kinder gibt und sich selbst dabei verliert. Ich könnte die Liste beliebig fortsetzen.

Ähnlich sieht es bei den Meinungen und Urteilen anderer aus. Identifizieren Sie sich nicht mit diesen. Verinnerlichen Sie sie nicht.

Schulen Sie Ihr unabhängiges, selbstständiges Denken. Hinterfragen Sie. Lernen Sie auch, gegebenenfalls die – mehr oder weniger guten – Absichten und “Manipulationen” der anderen zu erkennen, denn niemand sagt etwas ohne Ziel und Zweck.

Wer Ihnen zum Beispiel Dünnhäutigkeit vorwirft, hat vielleicht guten Grund, sich mit seinem (vermeintlich) dickeren Fell zu brüsten. Und wer an Ihr Verantwortungsbewusstsein oder Vertrauen appelliert, dürfte in erster Linie an sich selbst denken und weniger an Sie.

Nicht zuletzt gibt es Ihnen einfach mehr Gelassenheit, Ihren eigenen Kurs fortzusetzen.

Und Sie selbst

Natürlich sind Sie selbst schon bei den beiden übrigen Rubriken vorgekommen. Hier liegt der Schwerpunkt aber ausschließlich bei Ihnen.

9. Achten Sie auf Blockaden in Ihrer Lebensgeschichte

Mit fehlendem oder vorhandenem Selbstvertrauen wird man nicht geboren, beides ist erworben. Und die wichtigste Phase dafür ist in der Regel Ihre Kindheit und Jugend.

Klopfen Sie deshalb Ihre Lebensgeschichte ab. Versuchen Sie zu verstehen, was Sie geprägt, gestärkt oder ausgebremst hat. Vielleicht können Sie noch im Nachhinein die ausbremsenden Faktoren korrigieren oder die stärkenden Faktoren fördern.

Mehr über sich selbst erfahren Sie zum Beispiel in meinem Kurs “Schreiben Sie die Geschichte Ihres Lebens. Finden Sie mit autobiografischem und kreativem Schreiben heraus, wer Sie sind und was Sie wollen.”

10. Lernen Sie, Ihre eigenen Fähigkeiten zu erkennen

Wie ich oben schon erwähnte, sind wir in der Regel gut darin, unsere Fehler zu sehen. Bei unseren Erfolgen müssen wir uns schon etwas mehr anstrengen. Bei unseren Fähigkeiten, Talenten und Gaben hört es dann oft ganz auf. Entweder wir sehen sie nicht oder wir geringschätzen sie.

Wundert es noch irgendwen, dass man das Vertrauen in sich suchen muss?

Mein Kurs “Erkenne dich selbst” bietet Ihnen Fragen und Übungen, um sich selbst ein Stück besser wahrzunehmen.

11. Achten Sie auf Ihr Selbstbild

Unser Selbstvertrauen speist sich direkt aus unserem Selbstbild – und umgekehrt. Wenn Sie sich als “kleine schwache Maus” sehen, müssen Sie sich nicht wundern, wenn Sie sich auch nur “Mäuse-Sachen” zutrauen. ;-)

Hier habe ich eine Übung für Sie, wenn Sie ein wenig an Ihrem Selbstbild arbeiten wollen: Übung Selbstbild und Fremdbild

12. Lassen Sie den Perfektionismus sein

Ich werde nicht müde damit, in dieses Horn zu blasen, denn ich habe dem Perfektionismus früher nur zu oft gefrönt. Heute bin ich ein bisschen schlauer und sehe die Auswüchse eher bei anderen. ;-)

Natürlich sollen Sie auf gute Qualität achten, Ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln und wachsen. Doch wenn zum Beispiel meine (Alternativ-) Tierärztin sagt “100% sind Standard, unser Ziel sind 150% Prozent”, sie dazu noch eine Praxis mittlerer Größe und zwei kleine Kinder stemmt, sind Burn-out und andere ungute Entwicklungen nicht weit.

Legen Sie die Messlatte nicht zu hoch. Hören Sie auf, die anderen für perfekt zu halten und hören Sie auch auf, selbst perfekt sein zu wollen. Zu hohe Ansprüche führen nicht nur in den Kollaps, sondern ruinieren auch Ihr Selbstvertrauen.

13. Lernen Sie, mit Ihrem inneren Kritiker umzugehen

Der Held aus der “unendlichen Geschichte” musste unter anderem lernen, sich selbst anzunehmen, bevor er die Prüfung bestehen konnte.

Und in der Tat können die Einflüsterungen und Keulenschläge unseres sogenannten Inneren Kritikers unser schwankendes Selbstvertrauen zu Kleinholz zermalmen. Ein paar Tipps, wie Sie mit diesem “Hausfreund” umgehen, lesen Sie hier: “6 Tipps, wie Sie Ihren inneren Kritiker zähmen”

Extra-Tipp: Bitte achten Sie auch auf Ihren Inneren Zensor. Beide sind sich ähnlich, aber nicht unbedingt identisch. Der Innere Kritiker erzählt Ihnen gern, was Sie alles nicht können. Der Innere Zensor erzählt Ihnen gern, was Sie alles nicht dürfen beziehungsweise was Sie alles tun sollten.

Ich bin mir sicher, dass es nicht nur mir bisweilen immer noch schwer fällt, “nein” zu sagen, weil mir mein innerer Zensor dann erzählt, wie gemein ich doch bin. ;-)

14. Lernen Sie, die Realität zu sehen

Das klang im Grunde die ganze Zeit schon an, ich fasse es hier nur noch mal zusammen: Werden Sie ein bisschen realistischer. Dann lautet die frohe Botschaft unter anderem:

  • Die Welt ist nicht perfekt, die anderen sind nicht perfekt und Sie müssen es ebenfalls nicht sein.
  • Sie dürfen Fehler machen, Sie dürfen scheitern, Sie dürfen versagen. Alle anderen tun es nämlich auch.
  • Die anderen sind nicht besser als Sie. Wer hat Ihnen so einen Unfug erzählt?
  • Sie sind nicht klein, Sie sind nicht schwach, Sie brauchen keine Nester.(Sie können sich natürlich gern eines zulegen. Doch es ist ein Unterschied, ob ich glaube, etwas zu brauchen oder ob ich es mir freiwillig wähle. Nicht zuletzt liegt der Unterschied darin, dass ich mir dieses Nest selbst aussuchen kann.)
  • Sie haben Ihre Stärken, wie alle anderen auch. Sie müssen nur noch lernen, diese zu sehen.

Und so weiter, und so fort. Ich denke, Sie sehen das Prinzip, mmh?

Extra-Tipp: Manchmal können Fiktionen ganz nützlich sein. Und zwar dann, wenn wir von unseren eigenen Fähigkeiten noch nicht sonderlich überzeugt sind. Sie können in dem Fall als Korrektiv oder Kompensation wirken.

Stellen Sie sich einfach vor, Ihr Lieblingsheld zu sein. Schlüpfen Sie in seine Haut. Und wenn etwas kniffelig zu werden droht, dann lassen Sie *ihn* handeln. Kinder beherrschen diesen Schutzmechanismus oft noch von selbst. Erwachsene könnten hier ein wenig von ihnen lernen. Das ist kreativ.

15. Erweitern Sie Ihre Grenzen

Wie gesagt, was wir uns zutrauen beziehungsweise wie wir unserer inneren Stimme und dem, was wir wollen, vertrauen, entscheidet darüber, wie wir handeln. Wenn ich davon überzeugt bin, dass ich zum Beispiel beruflich nur das sein kann, was alle anderen aus meiner Familie vor mir waren, werde ich nie das Optimum aus mir herausholen – und zum leuchtenden Vorbild für die Nachfolgenden werden. ;-)

Erst wenn ich in Gedanken meine Grenzen erweitere, wenn ich es wage, diese (scheinbaren) vorgegebenen Grenzen zu übertreten, werde ich genug Selbstvertrauen haben, das, was ich mir vornehme, zu bewältigen.

Zeigen Sie also ein bisschen kreativen Ungehorsam. Hinterfragen Sie die scheinbare Norm.

Lesen Sie dazu auch meine Kreativübung “Wenn ich nicht so gut erzogen wäre … “

Und dann breiten Sie Ihre Schwingen aus und fliegen Sie. :-)

© 2012 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 07.03.12

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