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Das packe ich jetzt an: Sich entscheiden und ein Commitment eingehen

Sie glauben, dass eine Entscheidung eine Entscheidung ist? Irrtum vom Amt. Es gibt noch eine Steigerung: Das Commitment. Die persönliche Verpflichtung. Es ist dieses Versprechen sich selbst gegenüber, das Sie motiviert, Ihre Entscheidung umsetzen und Ihr Ziel erreichen lässt.

Wenn Sie ein Ziel erreichen wollen, ein Vorhaben angehen, eine Idee umsetzen, sollten Sie sich auch bewusst für dieses Ziel und dieses Vorhaben entscheiden. Klingt gut, meinen Sie? Klingt vielleicht sogar selbstverständlich? Wer würde etwas verwirklichen wollen, wenn er sich dafür nicht entschieden hätte?

Doch die Wirklichkeit sieht oft anders aus: Wir verfolgen Dinge, die wir selbst gar nicht wollen, vielleicht um bei anderen gut dazustehen. Oder wir entscheiden uns nur halbherzig und werfen bei der erstbesten Gelegenheit alles wieder um. Oder wir wollen zwar etwas vom Verstand her (Abnehmen zum Beispiel), doch dann geraten wir bei Sahnetörtchen und anderen Versuchungen immer wieder in Bedrängnis.

Was ist da los?

Das Problem ist, dass Sie sich nicht klar, eindeutig und bewusst für etwas entschieden haben. Sie haben sich nicht festgelegt. Sie haben keine Verpflichtung mit sich selbst geschlossen. Sie sind kein Commitment eingegangen.

Was ist ein Commitment?

Der Ausdruck „ein Commitment eingehen“ kommt aus dem anglo-amerikanischen Raum. Er ist mehr als ein „ich entscheide mich – und gebe beim leisesten Gegenwind wieder auf“. Sie müssen etwas so sehr wollen, dass Sie bereit sind, alles dafür zu tun. Sie verpflichten sich selbst auf diese eine Sache. Sie setzen Kopf und Herz, Wille und Gefühl dafür ein. Sie versprechen sich: Das und das werde ich tun, komme (fast), was da wolle.

Dieses Commitment werden Sie nicht bei jeder Entscheidung eingehen. Das wäre kaum machbar und auch nicht sinnvoll. Ich denke, Sie wissen selbst, dass Ihnen manche Dinge wichtiger sind als andere. Vieles probieren wir einfach einmal aus und vermissen es nicht, wenn die Sache scheitert. Doch manches liegt uns entweder sehr am Herzen oder wir sind davon überzeugt, dass es gut für uns wäre. Bei diesen wichtigen Dingen kann uns ein Commitment die Kraft geben, uns ans Werk zu machen und durchzuhalten.

Ein Commitment ist nicht leicht

Ein Commitment ist nicht leicht.

Es ist beruhigend, sich noch eine Alternative und ein Hintertürchen offenzuhalten. Wenn die Sache sich nicht anlässt, lassen wir sie halt sein. Wenn wir uns dagegen verpflichtet haben, birgt diese Verpflichtung auch immer das Risiko zu scheitern.

Zudem bedeutet ein Commitment auch, auf andere, interessante Angebote zu verzichten. Wir können nicht alles auf einmal haben oder machen. Deshalb ist eine Entscheidung immer gleichzeitig ein Verzicht. Doch während man eine Entscheidung noch umwerfen oder verschieben kann, legen wir uns mit einem Commitment fest: Wir werden erst dann die Augen nach etwas anderem offenhalten, wenn wir diese Sache durchgezogen haben.

Sie meinen, das hört sich nach Arbeit und Stress an? Ja, genau. Das gehört ebenfalls zu einem Commitment dazu. Wir Menschen sind darauf geeicht, Schmerzen und Nachteilen aus dem Weg zu gehen. Über diese Programmierung können wir nur hinausgehen, wenn uns etwas wichtig genug ist, um uns selbst zu überwinden. Ohne bewusste Entscheidung und Selbstverpflichtung wird Ihr Vermeidungsverhalten den Sieg davontragen.

Stehen Sie voll und ganz hinter Ihrer Entscheidung

Überlegen Sie deshalb: Können Sie zu Ihrer Entscheidung stehen? Sind Sie sicher, dass Sie sich zu etwas verpflichten oder sich etwas versprechen wollen?

  • Haben Sie zum Beispiel lange und sorgfältig über alles nachgedacht, Vorteile und Nachteile abgewogen?
  • Gibt es jemanden oder etwas, der Ihre Entscheidung beeinflusst hat oder beeinflusst? Sind Sie sicher, dass wirklich Sie es sind, der diese Sache durchziehen will? Oder versuchen Sie vielleicht, den Erwartungen anderer gerecht zu werden?
  • Mit anderen Worten: Können Sie sich vollständig mit Ihrer Entscheidung identifizieren? Können Sie zu ihr stehen? Ist sie Ausdruck Ihres freien Willens?
  • Wenn Sie Ihr Vorhaben in Gedanken durchspielen und in die Zukunft sehen: Glauben Sie, dass Sie Ihre Entscheidung irgendwann einmal bereuen werden?

Je fester Ihre Überzeugung ist, desto eher werden Sie sich etwas selbst versprechen – und es halten können.

Legen Sie sich schriftlich fest

Es kann besonders motivierend oder auch bindend sein, sich schriftlich festzulegen. Sie gehen sozusagen einen Vertrag mit sich selbst ein.

Ideen, die man im Kopf hat, sind schnell verworfen. Schwarz auf weiß, als Absichtserklärung, mit Datum und Unterschrift, sieht die Sache schon anders aus. Erstens erinnert Sie das daran, was Sie eigentlich vorhatten. Und zweitens müssen Sie sich nun ein weiteres Mal bewusst entscheiden, wenn Sie doch noch auf Ihr Vorhaben verzichten oder es verschieben wollen. Eine kleine Ermunterung, wieder beide Seiten gegeneinander abzuwägen.

So formulieren Sie Ihr Commitment

Achten Sie bei Ihrem Commitment darauf, nicht zu sehr in die Details zu gehen. Denken Sie daran, ein Commitment ist eine Absichtserklärung. Es soll Ihnen nicht den Weg vorschreiben, den Sie zu Ihrem Ziel zurücklegen werden. So bleiben Sie flexibel, kurzfristig umzuwerfen und anzupassen, ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren.

Ihr Ziel selbst sollte allerdings klar und eindeutig sein. Der Wunsch oder das schlechte Gewissen „ich sollte abnehmen“ ist nicht stark genug. Sie sollten zumindest einige Fixpunkte mit einbauen wie etwa: „Ich werde alles mir Mögliche tun, um im nächsten Jahr 10 Kilo zu verlieren.“

(Wie gesagt, wie Sie das umsetzen, ist eine andere Frage. Und Sie sollten sich schon überlegen, wie Sie das erreichen wollen. Doch das gehört nicht mehr zum Commitment. Denn wenn Ihre Diät A scheitert, können Sie es immer noch mit Diät B versuchen, ohne Ihre Selbstverpflichtung gebrochen zu haben und alles frustriert sausen zu lassen.)

Oft hilft es auch, wenn Sie Ihre Motive für Ihre Entscheidung gleich mit aufschreiben. Schreiben Sie in Ihren Vertrag, warum Sie etwas umsetzen wollen und welche Vorteile Sie sich davon erhoffen. Wenn Ihre Motive nicht zugkräftig genug sind, ist jetzt noch Zeit, die Sache wieder zu knicken und nach Alternativen zu suchen. Sind sie es doch, wird es Sie anspornen, immer wieder einen Blick auf sie zu werfen.

Nebenbei: Wenn Sie sich etwas Druck machen wollen, können Sie diesen „Vertrag“ zusätzlich von jemand anderem unterzeichnen lassen oder zumindest Ihren Mitmenschen davon erzählen. Das ist zwar nichts für „zarte Gemüter“, die Häme und Spott fürchten, wenn sie ihr Vorhaben wieder beerdigen. 😉 Doch der Rest kann sich davon weiter angetrieben fühlen.

Viel Erfolg bei Ihren Vorhaben und Entscheidungen.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 10.09.2010

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