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So speichern Sie Informationen: Geben Sie ihnen einen Sinn

von Heike Thormann

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Unser Gedächtnis hat seine Grenzen. Wird es mit neuen Informationen konfrontiert, schaltet es früher oder später ab. Gedächtnistrainer kennen diverse Tricks, wie Sie diese Spanne steigern können. Den Informationen einen Sinn zu geben gehört dazu.

Ich erinnere mich an eine dieser üblichen Vorstellungsrunden, in der die Teilnehmer sich zu Beginn eines Seminars kurz vorstellen. Ich erinnere mich deshalb an sie, weil sie anders war. Denn während die Teilnehmernamen im üblichen Vorstellungsmarathon schnell untergehen, konnte ich sie mir hier bemerkenswert gut merken.

Das lag daran, dass die Seminarleiterin jeden Teilnehmer seinen Namen mit bestimmten Bewegungen, Lieblingstieren und so weiter verknüpfen (und zudem öfter wiederholen) ließ. Jedes Mal, wenn ich danach einen Mitteilnehmer sah, fiel mir ein: Ach ja, die mag Enten – im Kopf hörte ich ein Schnattern – und dann kam der Name. ;-)

Die Kursleiterin hatte hier einen Trick zum Einprägen von Informationen benutzt. Denn während unser Gedächtnis selten mehr als fünf bis – und dann sind Sie schon sehr gut – neun solcher “Informationseinheiten” wie Namen, Zahlen oder Symbole kurzfristig behalten kann, konnte sie mit ihrem Trick diese “Gedächtnisspanne” steigern: Sie gab den Dingen einfach einen Sinn.

Den Dingen einen “Sinn” geben können Sie auf verschiedene Weise:

1. Bilden Sie Blöcke

Bilden Sie Blöcke: Je strukturierter und blockartig zusammengefasster Informationen sind, desto besser kann man sie aufnehmen und behalten. Das gilt nicht nur für Telefonnummern, die man sich etwa in der Form 08 56 43 besser merken kann denn als 085643. Das gilt für jede Art von Informationsaufnahme.

2. Sortieren Sie zu Kategorien

Bilden Sie nicht nur oberflächliche Blöcke, machen Sie sich die Ordnungsprinzipien hinter einer Sache klar. Beliebig zusammengeworfene Begriffe, Fakten oder Zahlen kann man sich nur schwer merken. Aber wenn Sie für einzelne Inhalte übergeordnete Kategorien finden, weisen Sie ihnen einen Sinn zu.

Aus einer wahllosen Abfolge von Informationen werden so inhaltlich zugehörige Kolonnen. Und die können Sie wieder leichter behalten. Beispiel: Stein, Schere, Baum, Auto, Pilz, Nadel, Garage, Benzin, Fingerhut werden zu

  • Natur: Stein, Baum, Pilz
  • Nähzeug: Schere, Nadel, Fingerhut
  • Alles rund ums Auto: Auto, Garage, Benzin.

3. Verknüpfen Sie mit schon vorhandenem Wissen

Verknüpfen Sie neue Informationen mit schon vorhandenem Wissen. Wenn Sie wissen, wie man mit einer elektrischen Schreibmaschine umgeht, dürfte es Ihnen auch nicht schwer fallen, eine Computertastatur zu bedienen. Vergleichen Sie. Machen Sie sich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede bewusst. Ordnen Sie das neue Wissen in Ihren Erfahrungsschatz ein.

Arbeiten Sie auch, wo Sie nur können, mit Beispielen. Beispiele verknüpfen Ihre Informationen nicht nur mit ähnlichem, schon vorhandenen Wissen. Sie wollen diese neuen Informationen auch erklären – und geben ihnen damit wieder einen Sinn.

4. Verknüpfen Sie künstlich mit Eselsbrücken

Wenn Ihnen keine “sinnigen” Strukturen, Kategorien, Vergleiche oder Beispiele einfallen, dann schaffen Sie sich welche: Mit Eselsbrücken. Eselsbrücken verknüpfen künstlich, wo sonst weder Sinn noch Verbindung zu sein scheinen.

Ein Beispiel wären die Lieblingstiere aus der Vorstellungsrunde. Sie verknüpfen Namen und Teilnehmer mit dem Bild, den Bewegungen und dem Geschnatter einer Ente.

Bei anderen Eselsbrücken erfinden Sie Geschichten, suchen nach Dingen, die ähnlich klingen oder aussehen, und und.

5. Suchen Sie nach Gesetzmäßigkeiten

Jetzt dürfen Sie wirklich nach Sinn suchen. Denn wenn Sie Gesetzmäßigkeiten in Ihren Informationen erkennen, müssen Sie sich etwas nicht mehr “blind” einprägen. Sie haben den Grund dafür verstanden. Und was Sie verstanden haben, können Sie sich leichter merken.

Suchen Sie nach Mustern und Regeln. Setzen Sie sich mit den Dingen auseinander. Wenn Wasser den Boden aufweichen kann und Regen als Wasser fällt, stehen die Chancen gut, dass auch der Regen den Boden aufweicht. Und so weiter, und so fort.

Viel Spaß bei der Suche nach dem Sinn. ;-)

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 07.09.09

Lesetipp: Wie Sie sich zum Beispiel mit Geschichten die Dinge besser einprägen, lesen Sie in meinem Artikel In vier Schritten mit Geschichten besser lernen. Ein konkretes Anwendungsbeispiel, wie Sie sich Informationen besser merken, finden Sie in meiner Checkliste Vokabeln lernen.


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