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Spickzettel: Kreativitätstechniken


von Heike Thormann

„Ihre Kreativität ist verkümmert. Also völlig normal.“ soll die bekannte Trainerin und Autorin Vera F. Birkenbihl einmal gesagt haben. Wenn das bei Ihnen auch manchmal der Fall ist, können Kreativitätstechniken weiterhelfen. Denn mit Kreativtechniken können Sie Ihr Denken gezielt in neue Bahnen lenken und Ihre Kreativität freisetzen.


Warum Kreativitätstechniken?

Unsere Kreativität ist oft eingerostet und ungeübt.

Denn unser herkömmliches Denken zieht den vertrauten, geradlinigen, rationalen Weg vor.

Damit tun wir uns aber schwer, etwas in Frage zu stellen und ganz anders zu machen. Uns vom Alten zu lösen und Neues zu finden.

Kreativitätstechniken können dann eine Antwort sein. Denn mit diesen Werkzeugen und Methoden können wir unser Denken gezielt in neue Bahnen lenken.

Damit sind sie zwar noch nicht identisch mit Kreativität. Aber sie können helfen, diese freizusetzen.


Klassifikation von Kreativitätstechniken

Die bekannten Kreativtechniken gehen mittlerweile in die Hunderte. Und schon viele haben versucht, sie zu ordnen und zu strukturieren.

Möglichkeiten wären etwa:
  • Dualistisch nach ihrer Vorgehensweise in analytisch-systematische und intuitiv-assoziative Techniken.

  • Nach ihrer Methode, Ideen zu finden, wie etwa: Assoziieren, Konfrontieren, Imaginieren und Kombinieren.

  • Nach gemeinsamen Grundprinzipien wie: Analogie, Idealfall, Zufall, Provokation, Modifikation und Umkehrung.
Ich selbst bin hier einen anderen Weg gegangen und unterscheide eher nach "Merkmalen von Kreativtechniken“. Dabei lassen sich die als Beispiele genannten Techniken teils auch anders zuordnen. Je nachdem, wo man ihren Schwerpunkt sieht.


Eigenschaften von Kreativitätstechniken

Möglichst viel finden ...

Schiere Menge: Ziel ist es, möglichst viele neue Gedanken und Ideen zu produzieren. Je mehr Ideen, desto wahrscheinlicher ist es auch, eine brauchbare zu finden.

Zusammen mit anderen: In der Gruppe mehr und vor allem auch inhaltlich abwechslungsreichere Ideen finden. Zum Beispiel:

Möglichst fremd sehen ...

Neues Umfeld: Ein Problem aus seiner Umgebung lösen und in ein neues Umfeld setzen. Dadurch Denkblockaden („Brett vorm Kopf“) und Routinen lösen.

Verfremdung: Eine andere Perspektive einnehmen, sich oder das Problem von außen / in einem anderen Licht sehen und dadurch neue Sichtweisen gewinnen. Zum Beispiel:

Zu Hilfe holen ...

Unterbewusst: Den reichen Schatz an Erfahrungen des Unterbewusstseins aktivieren, Symbole interpretieren. Zum Beispiel:
  • Freie Assoziationen --> Verknüpfungen herstellen
  • Imaginationstechniken --> innere Bilder entwickeln
Zufall befragt: Den Zufall zu Hilfe nehmen und sich zu neuen Ideen anregen lassen. Zum Beispiel:
  • Zu einem zufälligen Thema Ideen finden und diese dann auf das Ausgangsproblem übertragen.

    Vgl. etwa Reizwortanalyse, Lexikonmethode, Bisoziation
    (mehr ...)

Ein Problem verändern ...

Abstrahiert: Ein Problem aufweiten, nach Hintergründen, Strukturen usw. suchen.

Variiert: Ein Problem in den Griff zu kriegen versuchen, indem man seine Einzelteile für sich betrachtet bzw. verändert. Zum Beispiel:
  • „Abfragen“ bzw. Checklisten

    Vgl. etwa Attribute Listing oder Osborns Checkliste
Gegenteil: Sich möglichst weit vom Problem lösen, indem man es in sein Gegenteil verkehrt.
  • Vgl. etwa Kopfstandtechnik

Blickwinkel trennen ...

Perspektivwechsel: Problem unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten. (Zum Beispiel erst Vorteile / Möglichkeiten, dann Nachteile / Hindernisse usw.) Damit Chaos im Kopf und innerem Kritiker vorbeugen.
  • Vgl. etwa de Bonos Sechs Denkhüte oder Walt Disneys Denkstühle

Am besten, Sie lassen sich inspirieren und finden Ihre eigenen Kritierien. Viel Spaß dabei. :-)

© 2008 Heike Thormann. Erstveröffentlichung 06.04.2008.



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