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Wie finden Sie Ideen?

Ideen sind selten ein Produkt von Eingebungen und auch nicht wirklich neu. Im Gegenteil. Jeder hat seine eigene Art, Ideen zu finden. Mal durch geduldiges Tüfteln. Mal durch die Kombination von schon Bewährtem. Wer seine Fähigkeiten und Vorlieben kennt, kann sie gezielt nutzen, um leichter Ideen zu finden.

Sagen Sie, wie finden Sie eigentlich Ideen? Haben Sie schon einmal darauf geachtet?

So verschieden wir Menschen sind, so unterschiedlich kommen wir nämlich auch zu Ideen. Manche stolpern darüber unter der Dusche. Manche entwickeln sie gemeinsam mit Kollegen. Und andere erobern sie sich im einsamen Ringen am Schreibtisch.

Jeder von uns ist anders und es gibt keinen Königsweg zu Kreativität und Ideen. Es gibt nur persönliche Fähigkeiten und Vorlieben. Diese zu kennen, zu nutzen und zu optimieren, kann Ihnen helfen, leichter an Ideen zu gelangen.

Viele Wege führen zu Ideen …

Ja, es gibt sie in der Tat: Kreative Genies, die einen Geistesblitz nach dem nächsten haben. Die Regel sind sie aber nicht. Wesentlich öfter sind Ideen das Ergebnis geduldiger Kleinarbeit oder auch gemeinsamen Brainstormings. Lassen Sie sich also nicht davon entmutigen, wenn Sie kein Genie sein sollten. Forcieren Sie lieber das eine oder andere.

Mehr noch, die wenigsten Ideen sind wirklich neu. Im Gegenteil. Viele greifen das auf, was schon da ist. Sie verändern es, verbessern es, kombinieren es mit anderen Dingen. Sollten Sie hierfür einen Blick haben: Wunderbar. Auch so gewinnen Sie Ideen.

Und: Ideen zu haben und Ideen umzusetzen ist nicht dasselbe. Mancher brütet gern eine Idee nach der nächsten aus, ist aber nicht sonderlich an deren Umsetzung interessiert. Andere sind vielleicht umsetzungsstark, brauchen aber gelegentlich einen Schwung frischer Ideen. Kreativ sind sie beide.

Für Sie gilt: Sollten Sie zu einer dieser Gruppen gehören und eine Idee verwirklicht haben wollen, dann eignen Sie sich die noch fehlenden Fähigkeiten an oder holen Sie sich jemanden ins Boot, der sie hat.

Wie gesagt, es gibt viele Wege zu Ideen. Dennoch lassen sich einige Muster ausfindig machen. Nutzen Sie die folgende Aufzählung, um einen Blick für Ihre eigenen Favoriten zu bekommen. Umso gezielter können Sie sie einsetzen und Ideen finden.

Der Denker

Denker brüten an ihrem Schreibtisch. Sie wollen nicht gestört werden und lieber allein arbeiten. Ablenkung durch andere blockiert nur ihre Gedanken und Kreativität. Wenn sie ein Problem oder eine Fragestellung von allen Seiten abgeklopft haben, tauchen sie wieder auf und präsentieren ihre Ideen.

Treffen solche und ähnliche Aussagen auf Sie zu?

  • Ich mag es, mich in Ruhe mit einem Problem beschäftigen zu können.
  • Ich komme immer erst nach Brainstormings und Meetings auf Touren und zu Ideen.
  • Ich verstehe nicht, wie man über Probleme reden kann. Man muss sie durchdenken.
  • Ich liebe die Herausforderung, eine schwierige Nuss allein knacken zu müssen.
  • Die Kommentare von anderen können mich verunsichern und blockieren.

Der Kommunikative

Kommunikative brauchen die Interaktion mit anderen, um kreative Höchstleistungen zu bringen. Sie lieben es, sich gegenseitig die Bälle zuzuwerfen, und von den Kommentaren und Ideen anderer anregen zu lassen. Das produziert bei ihnen nicht nur einen Schub eigener Ideen, sondern hilft ihnen auch, deren Schwachstellen zu verbessern.

Treffen solche und ähnliche Aussagen auf Sie zu?

  • Am stärksten bin ich, wenn ich Probleme im Team lösen kann.
  • In Kreativ-Sitzungen fühle ich mich so wohl wie ein Fisch im Wasser.
  • Ich bin eine Plaudertasche. Wenn ich eine Idee habe, bleibt die nicht lange geheim.
  • Wenn ich allein an einer Fragestellung arbeite, gerate ich schon mal ins Schwimmen.
  • Ohne die Perspektive anderer laufe ich Gefahr, mich zu verrennen und zu blockieren.

Der Verbesserer

Verbesserer können etwas einfach nicht so lassen, wie es ist. Es juckt sie in den Fingern, immer weiter zu feilen und zu schrauben. Die perfekte Lösung ist das Ziel, Halbheiten mögen sie gar nicht. Verbesserer haben zwar selten einen Geistesblitz. Dafür sind sie aber gut darin, Schwächen zu erkennen und Ideen zu optimieren. Ob die des eigenen Teams oder die der Konkurrenz.

Treffen solche und ähnliche Aussagen auf Sie zu?

  • Gut ist nie gut genug. Es gibt bestimmt noch etwas zu verbessern.
  • Ich verstehe nicht, wie sich jemand mit diesen Mängeln zufrieden geben kann.
  • Ich finde es schön, anderen mit Tipps und Verbesserungsvorschlägen weiterzuhelfen.
  • Es kann schon mal vorkommen, dass ich für einen Kritik-Hammel gehalten werde.
  • Wenn ich etwas nicht weiter optimieren kann, habe ich keinen Spaß mehr daran.

Der Jäger und Sammler

Jäger und Sammler sammeln – Wissen und Ideen. Sie sind extrem hellhörig für Anregungen von außen. Manche würden das, was sie tun, klauen nennen. Sie selbst sehen es wohl eher als Inspiration. Was ihnen über den Weg läuft, wird aufgenommen, sacken gelassen und unterbewusst verarbeitet. Die Kombination von Vorhandenem für neue Ideen ist ihre Stärke. Und oft auch die Umsetzung dessen, wovon ein anderer nur träumt.

Treffen solche und ähnliche Aussagen auf Sie zu?

  • Ich bin wie ein Schwamm. Ich schnappe ständig Neues auf.
  • Es macht mir Spaß, zu kombinieren und Dinge zusammenzubringen.
  • Ich schau mir gern an, wie es die anderen machen. Daraus kann man viel lernen.
  • Wenn ich eine Idee brauche, dann sehe ich mir erst mal an, was es dazu schon gibt.
  • Ich horte auch materiell alles Mögliche. Das kann man sicher noch mal gebrauchen.

Und dann waren da noch …

Die Hartnäckigen: Sie beißen sich wie ein Terrier an einem Problem fest, und lassen nicht locker, bis sie es gelöst haben. Ihnen zwischendurch mit etwas anderem zu kommen, würde sie nur irritieren.

Die Intuitiven: Sich festzubeißen ist nicht ihr Ding. Wenn sie nicht weiterkommen, lassen sie los. Irgendwann wird ihr Unterbewusstsein schon eine Lösung finden – unter der Dusche oder im Park.

Die Experimentierer: Sie probieren gern einfach etwas aus. Ihr Output an Ideen ist hoch, dafür muss manches auch wieder eingemottet werden. Wenn ihnen unterwegs nicht der Atem ausgeht, lernen sie schnell dazu und produzieren immer bessere Ideen.

Die Planer: Sie arbeiten eine Idee geduldig und in allen Einzelheiten aus. Wenn ihre Lösung nicht schon vorher wieder überholt ist, erweist sie sich oft als besonders tragfähig.

Und andere mehr …

Erkennen Sie sich wieder?

Nutzen Sie Ihre Fähigkeiten …

Natürlich können solche Typen nur ein Denkmodell sein. Niemand verbeißt sich ständig in Probleme oder hält eine Kreativ-Sitzung nach der nächsten ab. Die meisten von uns verkörpern wohl eher eine bunte Mischung.

Dennoch ist sie nicht von der Hand zu weisen – die Tatsache, dass jeder bestimmte Vorlieben und Fähigkeiten hat. Sie zu kennen, ist ein erster Schritt, sie auch konsequent zu nutzen.

  • Denker, indem sie sich Rückzugsräume schaffen, um an ihren Ideen zu basteln.
  • Kommunikative, indem sie sich ein Netzwerk für gegenseitiges Feedback aufbauen.
  • Verbesserer, indem sie gezielt die Arbeiten anderer analysieren und daraus lernen.
  • Jäger und Sammler, indem sie sich einen möglichst breiten Überblick verschaffen.

Und so weiter, und so fort.

Dann finden Sie auch Ihre Ideen – ob unter der Dusche oder gemeinsam mit Kollegen.

© 2008 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 25.02.2008

Literaturtipp: Mehr zu sog. Kreativitätsstilen finden Sie samt Test bei Hedwig Kellner, Kreativität im Projekt, München / Wien 2002.

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