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2005 - 2008
Heike Thormann Alle Rechte vorbehalten. Abdruck & Verwendung nur mit schriftl. Genehmigung. |
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von Heike Thormann Wenn unsere Texte nicht beim Leser ankommen, kann das viele Ursachen haben. Betriebsblindheit ist eine davon. Testleser richtig zu nutzen kann Fehlschläge ersparen. Jeder Autor kennt ihn – den Moment der Wahrheit. Da haben wir gewerkelt und gefeilt, betüttelt und gepflegt, vielleicht auch geschwitzt und geflucht, bis wir endlich, endlich unserem Text ans Licht der Welt geholfen haben. Und dann ... wird er nicht verstanden, kommt nicht gut rüber, fällt beim Leser durch. Ursachen kann es viele geben. Vielleicht haben wir nicht auf das Publikum geachtet, an seinen Bedürfnissen und Besonderheiten vorbeigeschrieben. So passt eine freche Schreibe vermutlich nicht allzu gut zu einem Vorstandsbericht und ein nüchterner Berichtsstil nicht zu einem, sagen wir, frechen Frauenroman. ;-) Möglich aber auch, dass es an unserer Betriebsblindheit liegt. Für uns ist alles klar. Wir wissen, welche Bilder wir warum benutzen und welche Fakten wir wie erklären wollen. Wir kennen die Gedankengänge, die zu unserem Text geführt haben, die Versuche, die ihm vorausgegangen sind. Ein Leser kennt das alles nicht. Ein Leser hat nur unsere Worte, um unseren Gedanken zu folgen und unseren Text zu verstehen. Und wenn diese Worte nicht für sich selbst sprechen, haben wir ein Problem. Und jetzt? Drehen Sie den Spieß doch einfach um. Warten Sie nicht auf den Ernstfall, sondern greifen Sie auf Testleser zurück. Nun wird das nicht immer machbar oder sinnvoll sein, aber bei größeren Projekten lohnt es schon. Bitten Sie Ihre Testleser, den Inhalt Ihres Textes mit eigenen Worten wiederzugeben. Lassen Sie sich erklären, wie Ihr Text gemeint war, dann können Sie auch sehen, wie er angekommen ist. Fallen Ihnen Unterschiede auf, dann haken Sie nach. Überprüfen Sie Ihre Gliederung noch einmal: Hat der Aufbau Ihres Textes Schwächen, so dass ein Leser ihm nicht gut folgen kann? Gibt es Lücken in Ihrer Argumentation? Löst der Tonfall Ihres Textes ganz andere Reaktionen aus, als Sie beabsichtigt haben? Und so weiter, und so fort. Wichtig dabei ist:
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