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Texte durch Aufzeichnen gliedern und erfassen

Schreiben besteht aus vielen Arbeitsschritten und kann durchaus Stress für unser Gehirn bedeuten. Aber niemand hat gesagt, dass Sie alles gleichzeitig tun müssen. Leisten Sie solide Vorarbeit, indem Sie Texte durch Aufzeichnen gliedern und erfassen. Dann fällt Ihnen der eigentliche Schreibprozess umso leichter.

Viele kreative Schreibtechniken sind ja bekannt dafür, das Visuelle mit dem Sprachlichen zu verbinden. Oder anders formuliert: Texte und Textideen sozusagen zeichnerisch zu Papier zu bringen.

Das Ganze hat unter anderem den Vorteil, zusätzliche Gehirnregionen anzuregen und damit seinem Schreiben weitere Gestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Es geht aber auch viel profaner.

Wer einen Text durch Aufzeichnen in sein Grundgerüst zerlegt, kann ihn auch besser gliedern und erfassen. Oder anders formuliert: Er läuft seltener Gefahr, den roten Faden zu verlieren und sich zu verirren.

Erst Zeichnen, dann Schreiben

Schreiben ist durchaus Schwerstarbeit. Wir jonglieren mit Gedanken und Ideen, Worten und Sätzen. Wir wollen etwas rüberbringen, von anderen verstanden werden, und gut anhören soll es sich auch noch. Machen Sie sich das Schreibleben hier etwas leichter und entzerren Sie.

Stecken Sie zunächst alle Energie in das Grundgerüst Ihres Textes. Zeichnen Sie seine Einzelteile auf, ordnen und sortieren Sie. Und erst, wenn Sie Ihren Text logisch durchdrungen haben und wissen, wohin die Reise gehen soll, fangen Sie auch an zu schreiben. So können Sie Ihr Gehirn entlasten und die Gefahr, sich beim Schreiben zu verzetteln, reduzieren.

Texteinheiten hin und her schubsen

Sie müssen dazu noch nicht einmal Arbeitstechniken wie das bekannte Mind Mapping einsetzen. Ein einfaches Blatt Papier reicht. *

Nehmen Sie Ihren Text oder Ihre Textidee und brechen Sie ihn in kleine, möglichst sinnige Einheiten herunter. Beispiel: Sie schreiben einen Text zum Thema Wüste. Dann könnten Sie dieses Thema unterteilen in Lebensbedingungen, Flora & Fauna, menschliche Bewohner, Urlaubsorte, politische Gegebenheiten und anderes mehr. Zusammen mit weiteren Unterpunkten, versteht sich.

Notieren Sie diese Einzelteile auf Ihrem Blatt Papier und spielen Sie dann Schubsen. Das heißt, schieben Sie Ihre Texteinheiten so lange hin und her, bis Sie eine Reihenfolge gefunden haben, die das wiedergibt, was Sie sagen wollen. Ich selbst nummeriere meine Einheiten bei diesem „Schubsen“ meistens durch. Dann bin ich flexibel und kann die Zahlen bei Bedarf einfach ändern. Aber Sie können auch zu Symbolen, Farben, Pfeilen und so weiter greifen.

Klare Struktur, frei von Ballast

Der Sinn der Sache ist zweierlei: Zum einen können Sie auf einen Blick erfassen, was alles in Ihren Text gehört und an welcher Stelle Sie das am besten unterbringen. Zum anderen können Sie aber auch solange an Ihrem „Textbild“ kürzen und wegstreichen, bis es nur noch wirklich wichtige Kernpunkte enthält. Alles andere, überflüssige Informationen, Wiederholungen, Ballast fliegt raus.

Mit dem (angestrebten ;-)) Ergebnis: Eine klar durchdachte Struktur, die Ihre Argumentation so verständlich wie möglich wiedergibt. Und prägnante Texte, die nicht lange um den heißen Brei herumreden oder sich in Einzelheiten verlieren.

* Anmerkung: Bei größeren Schreibprojekten lohnt es, die einzelnen Textelemente auf kleine Karteikarten, Post-Its oder Ähnliches zu schreiben. Sie können diese flexibel irgendwo auslegen oder aufkleben, und so immer wieder neu ordnen.

© 2007 Heike Thormann, Erstveröffentlichung

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