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Gedankensprünge, Tagträume und Co. können inspirierend sein. Sie können aber auch zu Fehlern führen, und sie kosten Zeit. Bei manchen Aufgaben ist es besser, Gedanken und Wahrnehmung fokussieren und aufmerksam am Ball bleiben zu können. So könnten Sie dazu vorgehen.

1. Schalten Sie Ablenkungen aus

Versuchen Sie, Störungen von außen zu reduzieren oder sich zumindest einige ruhige Stunden freizuhalten. Nicht nur der ständige Strom von eMails, Telefonaten oder hereinschneienden Mitmenschen kann unsere Aufmerksamkeit massiv beeinträchtigen.

Alles, was unsere Sinne beschäftigen kann, kann uns auch von unserer Arbeit ablenken: Kinderlachen aus dem Garten gegenüber, Vogelschwärme am Himmel, spielfreudige Katzen auf dem Schreibtisch. In manchen Arbeitsphasen ist das nicht weiter tragisch. Aber je mehr Sie sich auf eine Aufgabe konzentrieren müssen, desto nachteiliger kann das werden.

Extra-Tipp: Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die mit der Stille um sich herum nicht klarkommen und sich dann erst recht nach einer Ablenkung sehnen. Suchen Sie sich in dem Fall besser eine (Geräusch-) Kulisse, von der Sie wissen, dass sie für Sie nicht wirklich relevant ist. (Zum Beispiel in einem Café oder im Zug.)

2. Versuchen Sie, der Sache etwas abzugewinnen

Aufgaben, bei denen wir engagiert und begeistert ans Werk gehen, sind zumeist auch Aufgaben, bei denen wir aufmerksam und konzentriert bei der Sache sind. Die Gefahr, dass unsere Gedanken zeitraubend abschweifen, ist nicht so hoch. Das Problem ist, dass uns längst nicht alle Aufgaben begeistern. 😉

Führen Sie sich dann den Nutzen der Aufgabe vor Augen. Jede Aufgabe dient ja einem Zweck und hilft Ihnen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Fragen Sie sich also zum Beispiel: „Was habe ich konkret davon, wenn ich das jetzt erledige? Wie bringt mich diese Aufgabe voran?“ Das hält Ihre Aufmerksamkeit leichter bei der Stange.

Extra-Tipp:Gehen Sie es kreativ an. Lassen Sie sich zum Beispiel Argumente einfallen, mit denen Sie diese Aufgabe einem anderen schmackhaft machen können. Schreiben Sie einen Werbetext für sie. Und, und.

3. Arbeiten Sie jeweils nur an einer Aufgabe

Das berühmte Multitasking, also die Fähigkeit, mehreren Aufgaben gleichzeitig nachzugehen, ist ein Mythos. Versuchen Sie es erst gar nicht. Mag sein, dass es bei Routinetätigkeiten, die Ihnen in Fleisch und Blut übergegangen sind, noch machbar ist. Aber das wird spätestens dann zum Bumerang, wenn es um anspruchsvollere geistige Aufgaben geht.

Denn unser Gehirn kann Eindrücke und Informationen nun mal nicht gleichzeitig, sondern nur nacheinander aufnehmen. Zwingen Sie es dazu, sich mit mehreren Aufgaben zu beschäftigen, springt es zwischen diesen in sehr kurzen Abständen hin und her – und steht so unter Dauerstress. Keine guten Karten für Sie, um aufmerksam und produktiv zu arbeiten.

4. Nehmen Sie sich für Ihre Aufgabe Zeit

Tatsächlicher oder gefühlter Zeitdruck ist ein weiterer Aufmerksamkeitskiller. Das heißt, wenn wir befürchten, unsere Aufgaben nicht rechtzeitig erledigen zu können, neigen wir dazu, nicht mehr alles in Ruhe abzuarbeiten, sondern fahrig hin und her zu springen. Die Fehler und Denkblockaden, die so etwas nach sich ziehen kann, sind aber alles andere als produktivitätsfördernd.

Achten Sie deshalb darauf, nicht alles auf den letzten Drücker zu erledigen, planen Sie genug Puffer ein und nehmen Sie nur so viele Aufgaben an, wie Sie bewältigen können. Es hilft niemandem, wenn Sie Ihre Aufgaben eher schlecht als recht erledigen.

Extra-Tipp: Fangen Sie keine neuen Aufgaben an, wenn die Zeit knapp wird. In die Falle bin ich früher gern getappt. Nach dem Motto „eines geht noch“ habe ich Aufgaben angefangen, auch wenn absehbar war, dass ich sie in der mir bis zum nächsten Termin zur Verfügung stehenden Zeit kaum schaffen konnte. Mit dem Ergebnis, dass ich entweder die Aufgabe unterbrechen musste oder Gefahr lief, den Termin zu versäumen.

Sparen Sie sich diesen Stress. Lassen Sie solche Aufgaben sein und verbringen Sie die verbleibende Zeit bis zu Ihrem Termin lieber mit dem einen oder anderen Lückenfüller. Das ist allemal produktiver.

5. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Aufgabe

Konzentrieren Sie sich bewusst auf Ihre Aufgabe. Wenn Sie wollen, greifen Sie dabei ruhig zu Hilfsmitteln wie einem Küchenwecker. Wechseln Sie Ihre Tätigkeit erst, wenn dieser nach 10, 20 oder 30 Minuten klingelt. Dieser mechanische Ansatz wird Ihnen helfen, ein Gefühl für die Sache zu bekommen und den Impuls, Ihre Gedanken wandern zu lassen oder zu neuen Aufgaben zu greifen, zu unterdrücken.

Wenn Sie merken, dass Ihre Konzentration nachlässt, atmen Sie einige Male tief durch oder, besser noch, machen Sie gleich eine kleine Pause. Anschließend können Sie sich mit klarem Kopf wieder an die Arbeit machen.

6. Setzen Sie alle Sinne für Ihre Aufgabe ein

Aufmerksamkeit hat viel mit der Wahrnehmung der Sinne zu tun, und Sie können sie steigern, je intensiver Sie Ihre Sinne für sie einsetzen. Richten Sie alle Ihre Sinne auf Ihre Aufgabe. Versenken Sie sich in sie.

Fahren Sie zum Beispiel mit den Augen der Aufgabenstellung, den Worten, dem Papier nach. Formulieren Sie Ihre Aufgabe im Geist und lassen Sie sie in sich erklingen. Lassen Sie Ihre Finger über die Tastatur wandern oder rascheln Sie mit dem Papier. Und so weiter.

Stimmen Sie sich ruhig einige Minuten so auf Ihre Aufgabe ein – entweder zu Beginn oder mitten drin, um sich wieder zu versammeln und sich auf sie zu konzentrieren. Die Zeit, die Sie das vermeintlich kostet, ist gut investiert, wenn Sie dadurch intensiver und, genau, aufmerksamer an Ihrer Aufgabe arbeiten.

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 18.09.2009

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