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Das Auge liest mit: Tipps für ein gutes Layout

Was ist das Wichtigste in einem Text? Der Text, logisch. Aber Text ist nicht gleich Text. Manche Texte kann man schon allein optisch besser lesen als andere. Der Grund sind visuelle Gestaltungsmittel, die das Schriftbild auflockern. Einige der häufigsten optischen Highligts finden Sie hier.

Überschriften

Mit ihr steigen Sie in einen Text ein, mit ihr können Sie ihn aber auch auflockern: Die Überschrift. Soll der Titel einen Leser noch grundsätzlich für den Text gewinnen, sind Zwischenüberschriften eher dafür gedacht, den Text zu strukturieren und den Leser von Absatz zu Absatz zu führen.

Gemeinsam haben beide Varianten, dass sie dem Leser auf einen Blick sagen sollten, worum es genau geht. Sie müssen die jeweilige Aussage knapp wiedergeben, den Leser informieren und seine Aufmerksamkeit wecken. Achten Sie allenfalls darauf, ob Sie je nach Textsorte stärker informieren (beispielsweise beim Sachtext) oder die Aufmerksamkeit für etwas wecken wollen (zum Beispiel beim Werbetext).

Inhaltsverzeichnis

Ein Inhaltsverzeichnis ist oft das zweite, was ein Leser bei längeren Texten zu sehen bekommt. Es nimmt die Struktur des Textes vorweg und bereitet den Leser damit auf das Kommende vor. Achten Sie darauf, nicht zu sehr in die Tiefe zu gehen. Zwei bis drei Ebenen sollten eigentlich reichen.

Extra-Tipp: Werfen Sie einen Blick „von oben“ auf Ihr Inhaltsverzeichnis, ob es gleichmäßig aussieht. Sprich, ob Kapitel und Unterkapitel in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, oder ob sich Kapitel mit sehr vielen Unterkapiteln und eher schwach besetzte Kapitel abwechseln. Letzteres könnte bedeuten, dass Sie diese Kapitel vielleicht gedanklich noch nicht ganz durchdrungen haben.

Absätze

Bauen Sie viele Absätze in Ihren Text ein. Gerade längere Texte oder Texte am Bildschirm kann man so leichter lesen. Ihr Leser muss sich nicht Seite um Seite durch Textwüsten quälen. Stattdessen kann er – wenn Sie für jeden neuen Gedanken einen neuen Absatz beginnen – Ihrer Argumentation bequem von (Absatz-) Päckchen zu Päckchen folgen.

Überdies ermuntern Absätze auch ganz simpel optisch zum Weiterlesen. Versprechen sie dem Leser doch kleine, leicht zu bewältigende Lese-Etappen und ein schnelles Erfolgserlebnis.

Extra-Tipp: Manche Bücher haben es bei einer Zeitung abgeschaut und arbeiten mit Spalten. Die kürzeren Zeilen machen es dem Leser noch einfacher, sein Auge über den Text wandern zu lassen.

Merksätze

Die Zwischenüberschriften als optische Highlights und logische Überleitungen hatten wir schon. Eine ähnliche Funktion erfüllen Merksätze, die noch einmal knapp die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Text zusammenfassen. Sie können sie fett markiert und mit Rahmen versehen mitten in den Text setzen. (Vielleicht mit einer Hand oder anderen Symbolen, die vom Rand aus auf sie zeigen.) Oder Sie schreiben sie gleich – ähnlich betont – an den Rand.

Text-im-Text-Kästchen

Sozusagen eine umfangreichere Variante der Merksätze sind die Text-im-Text-Kästchen. Mit ihnen können Sie wieder wichtige Textstellen betonen. Sie können so aber auch Ergänzungen und Erklärungen gesondert im Text unterbringen. Fett markiert, farbig unterlegt, mit Rahmen abgegrenzt – Ihre Gestaltungswut kennt hier nur eine Grenze: Es muss zum übrigen Layout passen.

Aufzählungen und Listen

Listen sind nicht nur praktisch, da schnell geschrieben. Sie sind ebenfalls wieder ein optischer Hingucker, lockern den Text auf, und – man kann sie sich leichter merken. Gönnen Sie Ihrem Leser also ruhig seine Listen. Wenn er nur halbwegs so denkt wie ich, wird er sich diese sonst sowieso am Rand oder auf einem Exzerpt erstellen. 😉

Abbildungen und Grafiken

Mancher hat sie vielleicht schon bei den Text-im-Text-Kästchen vermisst: Die Abbildungen und Grafiken. Ein Bild sagt bekanntlich manchmal mehr als tausend Worte, und eine Tabelle kann – wie eine Liste – ergiebiger sein als der schönste Fließtext. Zumindest lockert sie ihn wieder erheblich auf. Suchen Sie noch nach einer passenden Bildunterschrift, und fertig ist Ihr Kunstwerk.

Zusammenfassungen

Falls Sie sie nicht schon als Text-im-Text-Kästchen am Ende eines Textabschnitts hatten, können Sie sie zum Abschluss eines Kapitels oder Textes einbauen: Eine Zusammenfassung.

Ihre Zusammenfassung sollte noch einmal kurz das Wichtigste des vorher Gesagten auf den Punkt bringen. Neues sollten Sie hier dagegen besser meiden. Bei Ratgebern, Schulungstexten und dergleichen haben sich übrigens auch praktische Checklisten als Zusammenfassung bewährt.

Aber egal, was Sie tun und mit welchen Gestaltungsmitteln Sie spielen: Ziehen Sie Ihr einmal gewähltes Muster konsequent durch. So lange, bis auch der letzte Leser gemerkt hat, dass ihm Merksätze wichtige Erkenntnisse vor Augen halten oder Tabellen Vorher-Nachher-Beispiele bieten wollen. Zu viele Hingucker sind keine Erleichterung mehr, sondern sorgen für Verwirrung. 😉

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 08.03.2009

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