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12 Tipps für einen kreativen Arbeitsplatz

von Heike Thormann

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Kreativität am Arbeitsplatz – Unternehmen rufen danach, Kreative könnten sie gebrauchen. Doch oft herrschen Frust oder dumpfe Routine vor. Dabei reichen nicht selten eine Handvoll Dinge, um sich doch noch kreativ zwischen Büro und Atelier auszutoben. Lassen Sie sich inspirieren …

Tipp 1: Sorgen Sie für ein Umfeld, in dem Sie sich wohlfühlen

Es klingt banal, aber vielen geht schon deshalb jeder kreative Geistesblitz verloren, weil sie in überhitzten, eiskalten, gnadenlos stickigen, unter Dauerlärm stehenden, stocknüchternen, kurzum verhassten Räumen ausharren müssen. Wer überlegt, wo er die nächste Handvoll Atemluft herkriegt, ist nicht sonderlich an kreativen Höhenflügen interessiert. ;-)

Tipp 2: Richten Sie sich eine vertraute Nische ein

Ständig wechselnde Arbeitsplätze sind zwar für neue Anregungen gut. Aber nur die wenigsten von uns können diesen Ansturm neuer Eindrücke auf Dauer aushalten. Wir brauchen auch Phasen, in denen wir ausruhen und alles verarbeiten können.

Mehr noch, Menschen brauchen Bezugspunkte. Das Bedürfnis nach Sicherheit und Vertrautheit ist sehr groß. Um effektiv denken oder gar unsere Kreativität entfalten zu können, brauchen wir zunächst einmal Gewohnheit und Nähe. Erst dann sind wir frei, auch gedanklich frei, darüber hinaus zu gehen.

Tipp 3: Finden Sie Ihren eigenen Stil

Finden Sie heraus, wo, wie, wann und womit Sie am besten arbeiten. Wenn Sie zum Beispiel nicht gern am Schreibtisch arbeiten, dann lassen Sie es so oft wie möglich sein. Legen Sie sich mit einem Notizblock aufs Sofa, wandern Sie mit Laptop in den Park, oder setzen Sie sich mit Stift und Papier ins Café. Genauso bei Arbeitsmitteln und Arbeitszeit. Arbeiten Sie mit und nicht gegen Ihre Vorlieben und Stärken.

Tipp 4: Umgeben Sie sich mit Inspirierendem

Was Sie inspiriert, kann ich nicht wissen. Vielleicht ein Fenster mit Blick in die Ferne. Vielleicht ein schönes Bild oder Kalenderblatt. Ein Foto Ihrer Lieben. Eine Skulptur, die Sie von Ihrem Neffen bekommen haben. Ein seltener Stein. Grünpflanzen. Egal was, Hauptsache, Sie haben etwas, was Ihre Gedanken hin und wieder zur Ruhe kommen und wandern lässt.

Tipp 5: Legen Sie Material für kreative Geistesblitze bereit

Geistesblitze und Ideen haben es so an sich, scheinbar völlig unvorbereitet zuzuschlagen. Wenn Sie jetzt nicht fix sind und Ihre Ideen mit Notizbüchern, Extra-Dateien oder Ähnlichem festhalten, sind sie wieder weg.

Flipchart, Leinwand, Papier könnte Sie dagegen zu so mancher spontanen Kreativsession anregen. Zeichnen Sie drauflos und folgen Sie Ihren Gedanken. Alternativ können Sie Karteikarten oder Haftzettel für kreatives Puzzeln verwenden.

Tipp 6: Zähmen Sie Ihr kreatives Chaos

Ich weiß, viele glauben, dass Kreative und kreatives Chaos zusammengehören. Und mancher Kreative schwört auch auf sein geliebtes Chaos. Aber im Allgemeinen ist unser Gehirn ein Gewohnheitstier und hasst ständige Suchaktionen und Umstapeleien. Die Zeit und Energie, die es hier reinstecken muss, geht Ihrer Kreativität verloren. Verbannen Sie das Chaos von Ihrem Arbeitsplatz. Dann ist Ihr Kopf auch frei für Kreativität.

Tipp 7: Halten Sie kleine Spiele oder Ähnliches für Pausen parat

Eines vorweg: Während der Arbeit sollten Sie nicht spielen, und die Pausen sollten in erster Linie zum Ausruhen gedacht sein, klar. Aber niemand kann nur durcharbeiten, das wäre auch nicht sonderlich effektiv. Müdigkeit und Konzentrationsprobleme würden nicht lange auf sich warten lassen. Nutzen Sie also die eine oder andere Arbeitspause für kleine Spiele und Co. Das abschweifende, zweckfreie Spielen ist eine erstklassige Möglichkeit, unsere Kreativität ranzulassen und unser Denken zu beflügeln.

Tipp 8: Achten Sie auf ein Klima von Wertschätzung und Respekt

Ich weiß, viele von uns können sich ihr Arbeitsklima nicht aussuchen, und auch privat kann der Haussegen schiefhängen. Aber wir können nur dann wirklich frei und ungehemmt kreativ werden, wenn wir nicht befürchten müssen, ständig eins auf den Deckel zu kriegen, oder uns den Spott von Arbeitskollegen oder unserer besseren Hälfte zuzuziehen. Unternehmen oder Vorgesetzte, die ein Klima der Angst zulassen oder erzeugen, tun sich keinen Gefallen. Die Ideen, die Mitarbeiter jetzt noch liefern, werden stark zensiert sein, um sich kein Missfallen zuzuziehen. Keine guten Karten für echte Innovation.

Tipp 9: Lassen Sie Fehler zu

Das gilt für Sie selbst oder auch für Ihre Mitarbeiter. Kreativität bedeutet immer ein gewisses Risiko. Man folgt nicht mehr den alten erprobten Bahnen, sondern sucht sich Schritt für Schritt neue. Das kann zu Fehlern führen oder sogar zu Rückschlägen.

Wenn Sie diese Fehler und Misserfolge nun um jeden Preis vermeiden wollen, ist das eine erstklassige Blockade für Ihre Kreativität. Wer aus Angst vor Fehlern nichts neu zu gestalten wagt, ist nur in den seltensten Fällen kreativ. Der Punkt ist nicht, Fehler zu vermeiden, sondern aus Fehlern zu lernen.

Tipp 10: Suchen Sie ständig nach Verbesserungen

Große Unternehmen halten sich für die Suche nach Verbesserungen ganze Abteilungen. Effektiver finde ich aber den Ansatz des Kaizen, Verbesserungen in die Verantwortung jedes Einzelnen zu legen. Nur wer selbst besser werden will, wird es beim Erreichten nicht belassen wollen und kreativ nach zusätzlichen Möglichkeiten suchen. Die Routine wird Ihre Kreativität nicht herausfordern, aber vielleicht der Wunsch, mit jedem Buch oder Produkt dazuzulernen.

Aber Achtung, lassen Sie Ihre Suche nach Verbesserungen nicht in Perfektionismus umschlagen. Und Vorgesetzte sollten zu einer solchen Kultur der Verbesserungen nicht nur Lippenbekenntnisse ablegen. Sie sollten auch die notwendige Kritik, auch an sich selbst, zulassen können. Ansonsten haben die – weil wieder zensierten – Verbesserungsvorschläge allenfalls kosmetische Wirkung.

Tipp 11: Erweitern Sie Ihren Gestaltungsspielraum

Logisch, dass deshalb ein Führungsstil, in dem jeder kleine Vorgang abgesegnet werden muss, nicht gerade zu Eigeninitiative und selbstständigem (Verbesserungs-) Denken einlädt. Aber auch, wenn Sie sich selbst einengen und sich nicht über Ihre Routinen hinauswagen, wird Ihre Kreativität einen schweren Stand haben.

Suchen Sie immer nach Gelegenheiten, etwas Neues anzugehen. Das brauchen nur Kleinigkeiten zu sein. Vielleicht tauschen Sie mal mit einer Kollegin und übernehmen jetzt selbst die Bearbeitung offener Rechnungen. Was auch immer. Hauptsache, Sie gewinnen neue Anregungen und Perspektiven.

Tipp 12: Saugen Sie Anregungen und neues Wissen auf

Überhaupt, neue Anregungen, Perspektiven und neues Wissen, das ist der Rohstoff, aus dem Ihre Kreativität den leckeren Kuchen namens Buch, Projekt pp. backt. Irgendwo muss der Input für all die neuen Ideen ja herkommen. ;-)

Ideal sind deshalb beispielsweise Trips zur Kaffee-Ecke und zum Austausch mit den Kollegen, ein Überfall in der Buchhaltung, um mal über Ihren Tellerrand zu schauen, ein kleiner eMail-Schnack mit Leuten, die etwas Ähnliches machen wie Sie, kritische Fragen zu Ihrem Werk durch Testleser wie Ihre bessere Hälfte, Bücher, Fortbildungen, Seminare, und und.

Eben alles, was Sie mit neuen Gedanken in Berührung kommen lässt. Das geht, auch am Arbeitsplatz. ;-)

In diesem Sinne: Ihnen noch ein kreatives Arbeiten.

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 14. Mai 2009

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