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Tipps zur Veränderung: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Viele Menschen haben Angst vor Veränderungen. Bevor wir einen Neubeginn wagen, machen wir es uns lieber in unbefriedigenden Situationen bequem oder verzichten auf unsere Wünsche und Träume. Kreativen ergeht es da nicht anders als anderen. Doch Veränderungen sind auch eine Chance. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

Kreative sind widersprüchliche Menschen. Einerseits hängen sie an dem, was war. Sie wollen es bewahren und die Traditionen aufrechterhalten. Die Vergangenheit ist die Quelle, aus der sie durch Kombinationen neue Ideen schöpfen. Andererseits sind sie Rebellen und Erneuerer. Sie sind ständig bestrebt, die Dinge zu verbessern und der Welt ihren Stempel aufzudrücken.

Bewahren-Wollen macht nicht immer Sinn

Im Bewahren-Wollen geht es ihnen wie vielen Menschen, die sich mit Veränderungen schwer tun. Ja, die vielleicht sogar Angst vor Veränderungen und dem Neuen haben.

So klammern sich viele an einen Partner, um nicht verlassen zu werden. Sie halten unter allen Umständen Job, Beziehungen, Freundschaften und so weiter aufrecht, um das Vertraute, die Geborgenheit und den Halt nicht zu verlieren.

Andere folgen ihrem Herzen und ihren Träumen nicht, um am Ende nicht womöglich mit leeren Händen dazustehen. Sie entfalten ihr Potenzial nicht, um nicht das zu verlieren, was sie wenigstens sicher glauben.

Wieder andere versuchen, etwas zu bewahren, was sich nicht bewahren lässt oder einem nicht (mehr) gut tut. Sie reiben sich an den Veränderungen auf, die das Leben mit sich gebracht hat, um zu halten, was sie einmal geliebt haben.

Doch nicht immer macht das Bewahren Sinn. Menschen ändern sich, Verhältnisse und Bedürfnisse ändern sich. Manchmal gehen die Veränderungen in die eigene Richtung, oft genug aber nicht. Jetzt noch – aus welchen Gründen auch immer – daran festzuhalten, kann nur unglücklich machen.

Doch während die meisten Menschen in diesem Zwiespalt zwischen Bleiben und Gehen gefangen sind, haben Kreative einen Vorteil: Sie tragen in sich die Saat der Veränderung und des Neubeginns, mehr als viele andere. Sie müssen sie nur entfalten.

Schließlich erfordert Kreativität nicht nur eine permanente Neudefinition, Routine und Stillstand sind ihr Tod. Sie ermöglicht auch diese Erneuerung ihrer selbst.

Hier habe ich ein paar Tipps für Sie, wie Sie – zum Beispiel auch mit Hilfe Ihrer Kreativität – den Neubeginn wagen und Mut zur Veränderung an den Tag legen können.

Die Angst vor Veränderungen

Warum fällt es eigentlich so schwer, sich zu verändern?

Nun, einige Gründe klangen gerade schon an: Man will bewahren, was man hat, und Verluste nicht riskieren. Man will aus dem Gewohnten nicht herausgerissen werden. Die Hoffnung, dass sich alles noch in Wohlgefallen auflösen wird, stirbt zuletzt. Und so fort.

Jeder Neubeginn stellt uns vor eine harte Probe. Wir müssen uns in das Unbekannte hinauswagen und die Kontrolle über unser Leben aufgeben. Wir müssen Unsicherheiten riskieren und die Ungewissheit, nicht zu wissen, was kommt, aushalten. Wir müssen uns neue Verhaltensweisen angewöhnen oder Lebensumstände aufbauen, und das ist anstrengend. Oder wir trauen uns diese Änderungen nicht zu, fühlen uns hilflos und bleiben deshalb lieber im vertrauten Trott.

Zudem bedeutet eine Veränderung oft auch einen totalen Wegfall eines großen Teils des alten Lebens. Wir müssen aufgeben, was wir geliebt haben, und sind „nackt wie Neugeborene“, bis wir etwas anderes geschaffen haben.

Kein Wunder, dass viele sich nur dann auf Neues einlassen, wenn die Lage so unerträglich geworden ist, dass Frust- und Schmerzpotenzial genug Druck erzeugen, um die Veränderung zu wagen.

Doch jeder Neubeginn ist auch eine Chance. Er erlöst uns nicht nur von dem, was nicht mehr richtig läuft. Er gibt uns auch die Möglichkeit – genau, ich hatte es gerade schon erwähnt 😉 – unserem Herzen zu folgen, unsere Träume zu leben, unser Potenzial zu entfalten und uns unser Glück zu holen.

Tipps zur Veränderung

1. Schließen Sie mit der Vergangenheit ab

Befreien Sie sich von allem, was Sie noch an die Vergangenheit erinnert und bindet. Ziehen Sie innerlich einen Schlussstrich. Räumen Sie materielle Zeugnisse weg. Machen Sie Platz für Neues.

Räumen Sie auch emotional auf. Lassen Sie alten Groll los. Versuchen Sie, Verletzungen zu verzeihen. Erinnern Sie sich an das Gute, was war, ohne es zu verklären. Gehen Sie unbelastet in die Zukunft.

Gönnen Sie sich diese Zeit des Abschiednehmens und Neubeginns. Man spricht nicht umsonst von einem Trauerjahr, Trennungsjahr oder Ähnlichem. Niemand kann auf Kommando loslassen. Das wäre bestenfalls eine Verdrängung, keine Verarbeitung.

2. Keine falschen Rücksichtnahmen bitte

Es soll Leute geben, die ihrem Partner über Jahre nicht sagen, dass sie sich innerlich längst von ihm getrennt haben und womöglich auch bereits einen neuen Partner haben. Und das nicht einmal aus eher negativen Motiven, sondern aus falsch verstandenem Zartgefühl.

Erst hat der Partner Geburtstag, man will ihm nicht weh tun. Dann hat man selbst Geburtstag. Dann geht es in den gemeinsamen Urlaub. Dann kommt Weihnachten. Und so weiter, und so fort.

Das ist zwar verständlich, nur für den anderen nicht sonderlich hilfreich. Denn er muss mit einer Lüge leben, während ihm das Herz des anderen schon lange nicht mehr gehört.

Also bitte keine falschen Rücksichtnahmen. 😉 Lassen Sie sich auch nicht von Ihrem Chef dazu verleiten, hier noch ein Projekt zu übernehmen und dort eines, weil die Firma Sie ganz dringend braucht, während Sie sich doch eigentlich verändern wollen. Wenn es um Ihr Wohl geht, kann eine Prise gesunden Egoismus’ nie schaden.

3. Spinnen Sie drauflos: Was darf es sein?

Die Welt gehört den Spinnern. Nun, zumindest den kreativen Träumern. 😉

Brainstormen Sie. Setzen Sie sich auf Walt Disneys Träumerstuhl. Spinnen Sie hemmungslos drauflos. Was darf es sein? Was würden Sie tun oder sein wollen, wenn Ihnen alle Türen offen stünden? Wenn es keine vordergründigen Sachzwänge gäbe und Sie Ihrem Herzen folgen könnten?

Das ist Ihre Gelegenheit, endlich das zu tun, was Sie schon immer tun wollten. Nur zu.

4. Machen Sie Pläne

Belassen Sie es nicht beim Träumen, werden Sie konkret. Je genauer Sie Ihren Weg vor sich sehen, desto leichter können Sie ihn gehen. Sie müssen nicht jede Einzelheit minutiös planen. Das Leben wird Ihnen hier oft genug einen Strich durch die Rechnung machen. Doch wenn Sie ungefähr die Richtung kennen, können Sie Ihren Wünschen treu bleiben und unterwegs flexibel reagieren.

5. Schnüren Sie Ihr Reisegepäck

Überlegen Sie, was Sie aus Ihrer Vergangenheit noch mitnehmen können und wollen. Testen Sie, wer und was mit Ihnen noch genug gemeinsam hat, um Sie auf Ihrem Weg zu begleiten.

Das können Freunde und Kontakte sein. Oder auch berufliche Dinge, Fähigkeiten – was immer Sie an Aktivposten einbringen können.

6. Gehen Sie in kleinen Schritten vor

Überstürzen Sie nichts. Krempeln Sie nicht gleich alles auf einmal um. Jede Veränderung ist eine Abfolge von kleinen Schritten, aus denen irgendwann ein reißender Strom wird.

Machen Sie einen Schritt – und dann noch einen – und noch einen. Irgendwann wird Ihnen das völlig selbstverständlich vorkommen, und Sie werden sich fragen, was Sie so lange hat zögern lassen.

Nicht zuletzt können Sie mit dieser Vorgehensweise auch Ihre inneren Widerstände und Schweinehunde besser in den Griff bekommen, die sich bei einem zu großen Unterfangen sonst aufzutürmen drohen. 😉

7. Stärken Sie Ihr Selbstvertrauen

Wer Angst vor Veränderungen hat, ist oft auch ein eher unsicherer Mensch. Ein Mensch, der sich nicht genug zutraut und sich seiner selbst nicht sicher ist.

Stärken Sie dann Ihr Selbstvertrauen. Erinnern Sie sich an all die Male, an denen Sie schon etwas Neues versucht haben. Zählen Sie Ihre diesbezüglichen Erfolge und Stärken auf.

Die meisten von uns meistern ständig irgendwelche Veränderungen. Wir bekommen es nur nicht mit. Da sind neue Hobbys, neue Freunde, ein Umzug, eine neue Aufgabe im Beruf, eine neue Verhaltensweise, und so fort.

Das alles sind Neubeginne, die sich langsam und unbemerkt in unser Leben geschlichen haben. Nur bei wirklich großen Veränderungen hakt es bei uns aus und wir schalten um auf Rotalarm. 😉

Machen Sie sich auch klar, welchen Vorteil Sie von früheren Veränderungen davongetragen haben. Wie gesagt, jeder Neubeginn ist eine Chance. Es ist eine Frage Ihrer Interpretation und Bewertung, ob Sie ihn positiv oder negativ sehen. Lernen Sie, die Vorteile zu sehen, und Sie werden ihn öfter positiv sehen.

8. Schauen Sie spitzbübisch um die Ecke

Schüren Sie Ihre Neugier. Kreative sind für gewöhnlich chronisch neugierig. Das können Sie auch nutzen, um sich auf Veränderungen zu freuen. Schauen Sie spitzbübisch um die Ecke und freuen Sie sich auf die vielen schönen Dinge und Menschen, die Ihnen begegnen werden.

Neue berufliche Tätigkeiten und Herausforderungen. Neue Freunde oder alte Kontakte, die plötzlich ein neues Gewicht und einen anderen Stellenwert in Ihrem Leben bekommen. Neue Partnerschaften und Beziehungen jeder Art. Was auch immer.

Das Leben ist so reich. Wenn Sie sich offen auf das Neue einlassen, werden Sie auch davon kosten können. Werfen Sie sich in den Fluss des Lebens und der Veränderung. Ich kann Ihnen sagen: Es ist ungemein anregend und Sie werden damit gar nicht mehr aufhören wollen. 😉

Oder um mit den Worten von Hermann Hesse aus seinem Stufen-Gedicht zu schließen: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Mmh? :-)

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 20.11.2010

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