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Zehn Tipps, wie Sie leichter Textideen finden

Manche führen ein Ideenbuch und sammeln auf, was ihnen vor die Füße fällt. Manche bevorzugen Kreativitätstechniken und Kreatives Schreiben. Aber irgendwann kommt für jeden, der schreibt, der Moment der Wahrheit: Wie kann ich Ideen für meine Texte finden? Deshalb habe ich hier (fast) jenseits von Kreativmethode und Creative Writing ein paar Tipps für Sie.

1. Lesen Sie

Nein, im Ernst. Es hat seinen Grund, dass viele, die schreiben, auch gern lesen. Lesen war schon immer eine gute Methode, um sich Anregungen oder Fachwissen für seine Texte zu holen.

(Natürlich gibt es auch noch weitere gute Gründe dafür, warum ein Autor lesen sollte. Von der Leidenschaft für alles Geschriebene mal ganz abgesehen. ;-))

Lesen Sie querbeet oder gezielt, online oder offline, offizielle Magazine oder private Blogs. Alles kann Ihre kleinen grauen Zellen in Gang setzen und für neue Ideen sorgen.

Übernehmen Sie solche Quellen aber nicht einfach, sondern passen Sie sie Ihren eigenen Zwecken an. Lassen Sie sich inspirieren und denken Sie weiter. Jemand schreibt über den Wettbewerb der schönsten Gärten in Ihrem Nachbarort und Sie sind leidenschaftlicher Gärtner? Wie wäre es dann mit einem Artikel über die optimale Rosenpflege?

2. Hören Sie zu

Auch immer eine gute Quelle für Textideen: Ihr eigenes Umfeld. Das können Familie, Freunde, Verwandte oder Bekannte sein. Aber auch Ihr Arbeitgeber, Ihre Kollegen, Ihr eigenes Unternehmen, Ihre Kunden, und und. Wo Menschen zusammenkommen, wird geredet. Und aus Plaudereien oder Gemecker werden Texte. 😉

Kommentiert jemand herzhaft die letzte Bundestagswahl? Das ist Ihre Gelegenheit für ein politisches Bonmot. Freut sich jemand über seine neue Selbstständigkeit? Wie wäre es dann mit einem Artikel über die 10 wichtigsten Schritte in die Selbstständigkeit? Je nachdem, in welchem Metier und mit welcher Absicht Sie unterwegs sind, können Sie auch so etwas ausgezeichnet für Ihre Schreibideen nutzen.

3. Reden Sie darüber

Wenn wir schon bei Ihrem Umfeld sind: Reden Sie doch einfach mal über Ihre Texte oder Schreibprojekte. Vielleicht hat ein anderer eine Idee?

Jammern Sie doch mal herzhaft, dass Ihnen für Ihr neues Theaterstück noch ein paar entscheidende Szenen fehlen. Vielleicht springen Freunde hilfreich mit Vorschlägen ein. Oder suchen Sie gezielt entweder nach „Leuten vom Fach“ (andere Schreibende oder hier Freunde des Theaters) oder aber gänzlich Unbeteiligten.

Pfiffige Marketing-Agenturen oder Ideen-Schmieden machen das schon länger: Sie lassen Kinder oder Teenies auf ein Problem los und hören sich an, was diese dazu zu sagen haben. Das machen sie weniger, weil mit einem Sprichwort der Kindermund die Wahrheit kundtut. Aber Außenstehende und Fachfremde stecken nicht so tief in einem Problem drin wie wir. Sie können den Finger auf Dinge legen, die uns entgehen, oder uns durch unverbildete Fragen zu neuen Ideen verhelfen.

Reden Sie deshalb mit anderen und bitten Sie sie um deren Meinung. Egal, ob Teenager oder nicht. Auch gemeinsame Brainstormings führen zu schönen Ideen.

4. Sehen Sie hin

Wie heißt es so schön: Die besten Ideen liefert das Leben. Ihre Katze hat gerade Ihren Teppich mit diversen rausgewürgten Haarballen geschmückt? Na, wenn das kein Stoff für eine kleine Story ist, ob eher sachlich („die optimale Teppichpflege“) oder persönlich (ein geharnischter Kommentar).

Vielleicht stehen Sie auch in engerem Kontakt mit Ihren Lesern und können auf Anregungen und Wünsche von Lesern reagieren. Bei Bloggern und Co. ist das zum Beispiel relativ leicht. Aber auch als Buch-Autor und Schriftsteller können Sie auf Leserfragen achten oder schlicht die Verkaufszahlen unterschiedlicher Bücher berücksichtigen, um Ideen für neue Bücher zu finden.

5. Wechseln Sie die Perspektive

Wo wir gerade bei Ihren Lesern sind: Gehen Sie noch einen Schritt weiter. Sehen Sie nicht nur hin, sondern wechseln Sie die Perspektive. Versuchen Sie, sich in Ihre Leser zu versetzen. Dazu ist es hilfreich, wenn Sie Ihre Zielgruppe gut kennen oder zumindest wissen, für wen Sie ungefähr schreiben.

Schreiben Sie beispielsweise PR-Texte für eine Musikschule? Wollen Sie Ihre Leserinnen mit einem frechen Frauenroman helfen, unabhängiger und selbstständiger zu werden?

Jede Lesergruppe kann zu anderen Texten führen. Und je besser Sie sich in die Perspektive dieser jeweiligen Leser versetzen, desto mehr und passendere Ideen für Ihre Texte.

6. Stellen Sie Fragen

Arbeiten Sie aktiv mit Ihrem Text, stellen Sie Fragen an ihn. Sie wollen ein Kochbuch schreiben, sind aber noch unsicher, was Sie in so einem Buch schreiben sollen?

Dann fragen Sie sich zum Beispiel: Wer soll meinen Text lesen, was könnte diesen interessieren? (Wieder der Perspektivwechsel.) Oder: Was würde ich selbst in einem Kochbuch lesen wollen? Oder: Woran erinnert mich diese Passage? Was fällt mir dazu ein? Oder: Wenn ich verschiedene Kochutensilien vorstellen will, was könnte „von der Logik her“ noch dazu passen? Und Ähnliches mehr.

Erinnern Sie sich an die „Sesamstraße“? Was hat sie uns immer so schön eingebleut? Wer nicht fragt, bleibt dumm. Genauso gut könnte man auch sagen: Wer nicht fragt, findet keine neuen Ideen für seine Artikel und Texte. 😉

7. Denken Sie weiter

Denken Sie Ihre Fragen und Texte weiter: Sie schreiben also ein Kochbuch. Schön. Aber irgendwie ist Ihnen das Ganze noch ein bisschen fad. Der Pep, das kleine zusätzliche Etwas fehlt. Arbeiten Sie dann mit Ihrem Thema, dehnen Sie es in alle Richtungen aus, ziehen Sie Vergleiche.

Wo wird noch alles gekocht? Antwort etwa: In anderen Ländern, Idee „Kochen am Ende der Welt“. Oder: Wann wird alles gekocht? Antwort etwa: Zu früheren Zeiten, Idee „Kochen wie bei den Römern“. Andere Antwort aber auch: Mittags in den Kantinen der Betriebe, Idee „Die schnelle Küche für Ihre Mittagspause“.

Je nachdem, in welche Richtung Sie denken, werden Sie immer neue Textideen finden.

8. Nutzen Sie Hilfsmittel und Methoden

Manchmal steht man sozusagen wie „Ochs’ vor’m Berg“ und entsetzlich auf dem Schlauch. Vielleicht hat man sich so sehr in etwas verrannt – oder will ihm umgekehrt entkommen -, dass Textideen eher Mangelware sind. Dann können Hilfsmittel wie Kreativitätstechniken oder Methoden aus dem Kreativen Schreiben das Feld neu aufrollen.

Eine nützliche Kreativmethode dafür ist beispielsweise das „Buchstechen“. Hier regiert König Zufall und ist deshalb eine echte Alternative zu Ihrem momentanen Block.

Schlagen Sie dafür ein Buch, eine Zeitschrift, oder Ähnliches an irgendeiner Stelle auf (oder tippen Sie wahllos mit dem Finger auf die Textstellen irgendwelcher Webseiten), und überlegen Sie, ob und wenn ja, wie Sie das Thema für sich gebrauchen können.

Nehmen wir an, Sie betreiben eine Webseite für Fotografen, und Sie tippen auf das Wort „Schlossruine“. Dann könnte dieser Zufallsfund Sie beispielsweise dazu anregen, Tipps für eine optimale Landschaftsfotografie zu liefern, oder vielleicht auch Sicherheitsmaßnahmen für den unbeschadeten Transport der letzten Foto-Ausbeute („Schloss“), oder eine Warnung vor „ruinösen“ Vermittlungs-Agenturen, und und.

9. Halten Sie die Augen offen

Kennen Sie den Spruch „die Ideen liegen auf der Straße“? Im Ernst, das tun sie wirklich. Wer Augen hat, sie zu sehen, wird sie überall finden. Eine beiläufige Bemerkung, ein interessantes Thema, ein Symbol oder Ereignis – vieles kann die kleinen Rädchen in Ihrem Gehirn in Gang setzen und unbemerkt zu Ideen für Ihre Texte führen. Ideen sind manchmal wirklich Einstellungsfrage. Halten Sie deshalb permanent nach ihnen Ausschau.

10. Halten Sie Ihre Ideen fest

Ach ja, und schreiben Sie Ihre Ideen irgendwo auf. Es wäre doch schade, sie verfrüht wieder zu verlieren. Halten Sie deshalb eine solche Ausbeute in einer Datei, Kladde, Ideen-Tagebuch oder Ähnlichem fest. Solange, bis Sie vor einem leeren Blatt Papier sitzen oder den Redaktionsplan für die nächsten Wochen bestücken müssen. 😉

Dann können Sie unbekümmert zulangen – bei den Ideen für Ihre Texte und Artikel.

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 01. Oktober 2009

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