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Mehr Durchhaltevermögen ist eigentlich immer ein Thema, wenn der innere Schweinehund regiert und das Sofa lockt. Gerade kreative Taten brauchen aber oft einen besonders langen Atem, wenn sie das Licht der Welt erblicken wollen. Deshalb habe ich hier 15 Tipps für Sie gesammelt, wie Sie leichter durchhalten.

Das Thema „Durchhalten“ ist immer wieder für Kreative wichtig. Nur die wenigsten kreativen Ideen und Höhenflüge lassen sich binnen fünf Minuten oder auch einer Stunde verwirklichen. Vieles braucht einfach Zeit und einen langen Atem. Bücher, Bilder, neue Produkte, der Aufbau einer selbstständigen Existenz als Kreativer, der Durchbruch als Künstler, egal was.

Kreative brauchen Selbstdisziplin, um trotz Sonnenschein und Ferienstimmung das halbvollendete Bild fertig zu malen. Und sie brauchen genug Selbstmotivation, um auch mit Hängern klarzukommen.

Denn was im Rausch des kreativen Schaffensdrangs noch mühelos von der Hand gehen mag, kann in Phasen der Abkühlung zur zähen Masse werden. Spätestens dann ist Durchhaltevermögen angesagt.

Deshalb habe ich hier 15 Tipps für Sie gesammelt, wie Sie leichter durchhalten. Sie unterscheiden sich ein wenig von den üblichen Tipps, wie Sie sich besser selbst motivieren. Aber sehen Sie selbst.

1. Entwickeln Sie eine kreative Leidenschaft

Sie sollten das, was Sie tun, lieben. Der schnöde Mammon, der Sie im Brotjob noch bei der Stange halten mag, ist bei vielen Kreativen gerade am Anfang oft eine heikle Frage. Wenn Sie nur deshalb zum Stift greifen, weil Sie binnen eines halben Jahres zum schwer verdienenden Bestseller-Autor werden wollen, sollten Sie ihn besser gleich wieder hinlegen. Die Hingabe an das geliebte Werk ist es, die Sie durchhalten lässt.

2. Greifen Sie möglichst hoch

Bleiben Sie ruhig dabei, Bestseller-Autor werden zu wollen. Je höher und ehrgeiziger Ihre Ziele sind, desto mehr wird es Sie motivieren, sie zu erreichen.

Wenn Sie nicht von der rauen Wirklichkeit („doch kein Bestseller“) eingeholt weden wollen, können Sie ja mit einem kleinen Trick arbeiten: Bleiben Sie vage. Also nicht: Bis zum xx. (Fester Termin.) Oder: Mit den und den Zahlen. (Feste Größe.) Lassen Sie solche Messlatten weg. So herrscht immer das Prinzip Hoffnung, das Sie aufrechterhalten wird.

3. Rechnen Sie mit Widerstand

Damit meine ich eigentlich weniger den Widerstand der vernachlässigten Freunde und Familie, die Sie nicht vergessen sollten. 😉 Ich meine Ihren eigenen Widerstand.

Der innere Schweinehund ist um unser Wohl besorgt, tut uns aber nicht immer einen Gefallen, wenn er uns vor allem Übel bewahren will. Wer wachsen will, muss sich auch etwas abverlangen können. Tricksen Sie ihn aus. Nur so werden Sie durchhalten.

4. Ändern Sie Ihren Fokus

Regen Sie sich nicht über die Schwierigkeiten auf, die Ihnen die Tour vermasseln wollen. Sehen Sie in ihnen interessante Herausforderungen, die nur darauf warten, gemeistert zu werden. 😉 Lassen Sie den Spieler in sich los und ran.

5. Setzen Sie sich Scheuklappen auf

Manchmal hilft nur sture Bockigkeit. Sie können noch so talentiert sein: Wenn Sie nicht die Ausdauer mitbringen, dieses Talent auch auszuüben und vor allem immer wieder beharrlich zu üben, kommen Sie nicht weit.

6. Finden Sie etwas, was Sie „zieht“

Wie gesagt, das Sofa lockt, egal, wie groß die Begeisterung für das eigene Tun auch sein mag. Es ist nur menschlich, unbequemen Dingen aus dem Weg gehen zu wollen. Suchen Sie sich dann etwas oder jemanden, um sich „ziehen“ zu lassen.

Das kann ein Vorbild und Mentor sein, der Sie inspiriert, es auch zu schaffen. Oder ein leuchtendes Ziel. Nicht wenigen hilft es auch, ihren Neid zu kultivieren nach dem Motto „was der kann, das kann ich auch“. Sie sollten nur mit ihm umgehen können. Sonst kann es Sie schnell innerlich zerfressen und kontraproduktiv sein.

7. Lesen Sie Erfolgsstorys

Kaum etwas ist so inspirierend für das eigene Durchhaltevermögen wie die Geschichten von Leuten, „die es geschafft haben“. Mit einer Einschränkung: Diese Leute sollten menschlich und auf dem Teppich bleiben und auch von ihren Schwierigkeiten erzählen.

Und zwar nicht nur, weil strahlende Erfolgsmenschen schnell unbeliebt werden und einen nur zu sehr an die eigenen Fehler und Schwächen erinnern. 😉 Sondern auch, damit man aus diesen Geschichten lernen kann.

8. Ziehen Sie aufbauende Vergleiche

Nicht nur die Erfolge anderer, auch die eigenen motivieren und lassen einen durchhalten. Wenn Sie zum Beispiel schon mal ein Buch geschrieben haben, wird es Ihnen leichter fallen, die Energie für ein zweites aufzubringen.

Oder machen Sie es wie ich: Ich vergleiche den Aufbau meines Unternehmens (neue Erfahrung) mit einem Studium (alte, gemeisterte Erfahrung), und jedes Jahr bringt mich dem erfolgreichen Studienabschluss, also dem florierenden Unternehmen näher.

9. Glauben Sie an sich

Eigentlich eine Binsenweisheit, aber wenn Sie sich nicht zutrauen, durchhalten zu können, werden Sie auch nicht durchhalten. Die Überzeugung „ich schaffe das sowieso nicht“ wird sich zu tief in Ihre Gehirnbahnen eingefressen haben.

Je optimistischer Sie Ihre eigene Kraft beurteilen, desto eher wird Ihnen Ihr Vorhaben auch gelingen. Setzen Sie hier an und suchen Sie nach positiven Beispielen, seien sie noch so klein. Das Wissen darum, Dinge wirklich umgesetzt zu haben, die Sie sich vorgenommen hatten, wird Ihren Glauben an sich selbst beflügeln.

10. Erlauben Sie sich zu wachsen

Kreative sind schwierige Menschen. Mit ihrem Perfektionismus und ihren hohen Ansprüchen an sich selbst machen sie es sich nicht leicht und verderben sich die Freude an ihrem Tun und an ihrer Kunst. Erlauben Sie sich zu wachsen. Niemand kommt als Mozart zur Welt, nicht einmal Mozart selbst. Erfreuen Sie sich an Ihrer Entwicklung, schielen Sie nicht auf das perfekte Endergebnis.

11. Gehen Sie methodisch vor

Ich weiß, Methodik und das geliebte kreative Chaos scheinen sich auszuschließen. Das muss aber nicht sein. Geben Sie dem systematischen Vorgehen eine Chance. Es wird Sie leichter durchhalten lassen. Machen Sie einen Plan, arbeiten Sie auf Ziele hin, setzen Sie Prioritäten, und so weiter, und so fort. Das gute, alte Selbstmanagement eben.

12. Halten Sie Zwischenschau

Halten Sie auch immer wieder inne und ziehen Sie Bilanz. Machen Sie sich Ihre Zwischenergebnisse klar. Was haben Sie bis jetzt erreicht? Was haben Sie schon alles geschafft? Lernen Sie es, auch Ihre kleinen (Teil-) Erfolge wertzuschätzen. Das Wissen darum, wie weit Sie schon gekommen sind, wird Sie auch den Rest leichter durchhalten lassen.

13. Machen Sie mehr von dem, was funktioniert

Immer neue Nischen, Spielarten, Ansätze auszuprobieren, hat seinen Reiz, aber auch seinen Preis. Sie werden immer wieder der Anfänger sein, der, angesichts all der Schwierigkeiten, die Anfänge nun mal so mitbringen, nicht durchzuhalten droht.

Machen Sie deshalb mehr von dem, was Sie schon beherrschen. Das lässt Sie routinierter am Ball bleiben. Sie können ja immer noch nebenbei mit neuen Dingen spielen oder alle paar Jahre einen Kurswechsel vornehmen.

14. Pampern Sie sich

Niemand kann immer nur durchhalten. Pampern Sie sich, gönnen Sie sich Auszeiten, lassen Sie mal locker. Wenn das, was Sie tun, zum Zwang oder zur Last wird, ist Ihnen nicht geholfen. Ruhephasen gehören zum Durchhalten einfach dazu und brauchen keine Rechtfertigung.

15. Have fun

Ich schließe den Kreis und kehre, leicht verändert, an den Anfang zurück: Haben Sie Spaß an der Sache. Sehen Sie es nicht so verbissen. Lernen Sie, über sich und die vielen Fehler, die Ihnen passieren werden, zu lachen.

Manchmal ist in der Tat der Weg das Ziel. Und das, was Sie auf diesem Weg lernen, wird immer ein Teil von Ihnen sein und Sie weiterbringen. Ob Sie nun dranbleiben oder doch mal irgendwann aufgeben oder abschwenken: Je mehr Sie lernen und mitnehmen, desto mehr werden Sie davon profitieren.

Ich wünsche Ihnen allzeit ein gutes Gelingen.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 18.05.2010

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