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2005 - 2008
Heike Thormann Alle Rechte vorbehalten. Abdruck & Verwendung nur mit schriftl. Genehmigung. |
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von Heike Thormann Was ist Weisheit? Wer ist weise? Was ist weise und was nur klug? Und wo kann man sie nun finden - die Antworten und die Weisheit? Sie haben ein Problem? Sie wissen nicht weiter? Sie brauchen Antworten? Und nun? Wer mit seiner Weisheit am Ende ist, der wünscht sie sich manchmal: Weisheit. Wer weise ist, der hat die Antworten auf alle Probleme. Oder nicht? Was ist Weisheit? Wer ist weise? Was ist weise und was nur klug? Und wo finde ich denn nun die Antworten? Was ist Weisheit? Ziehen wir ein Lexikon zu Rate, steht da etwas im Sinne von innerer Reife, Lebenserfahrung und Einsicht. Weisheit baut immer auf Wissen auf, bleibt dort aber nicht stehen. Ein Beispiel: Sie kennen sich gut in Ihrem Fachgebiet aus? Dann verfügen Sie über Wissen. Doch nur, wenn Sie wissen, wo und wie Sie dieses Wissen anwenden können (und sollen), sind Sie der Weisheit ein Stückchen näher. Aber weiter im Text: Wer ist weise? Ältere Menschen werden gern der Weisheit verdächtigt (weil sie Lebenserfahrung besitzen). Frauen werden durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder in überdurchschnittlichem Maße mit Weisheit in Verbindung gebracht (weil sie ... raten Sie doch selbst :-)). Und „berufsmäßige Weisheitssucher“ wie etwa Philosophen könnte man ebenfalls für weise halten. Nicht nur, weil Philosophie, aus dem Griechischen übersetzt, „Liebe zur Weisheit“ bedeutet und signalartig klarmacht, worum es ihnen geht. Sondern auch, weil Philosophen, wie jeder gute Wissenschaftler, zuallererst einmal fragen, bevor sie mit Antworten um sich werfen. (Oder zumindest fragen sollten ... ;-)) Weisheit hat also etwas mit Fragen zu tun. Oder anders formuliert: Mit der Erkenntnis, dass man fragen muss, bevor man wissen kann. Sokrates war so ein berühmter Fragender. Sein bekannter Wahlspruch lautete: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Zusammengefasst: Weisheit hat etwas mit Lebenserfahrung, Wissen und Fragen zu tun. Aber wo bleiben da die Antworten? Gemach. Was ist weise und was nur klug? In vielen Ländern ist Weisheit zunächst einmal die Fähigkeit, mit seinem Leben klar zu kommen, sich im Alltag zurechtzufinden. Weisheit ist also eine Frage von, sagen wir, Lebenskompetenz und – wie man es heute wohl nennen würde – Selbstmanagement. Weisheit ist aber auch eine Frage von Urteilsvermögen. Viele Menschen sind klug, viele auch gerissen und schlau. Aber Klugheit ist noch nicht Weisheit. *Eine* Lösung zu finden, ist gut. Die *richtige* Lösung zu finden, besser. Es gibt Menschen, die keine Probleme damit haben, diese Lösungen selbst zu finden. Und es gibt Menschen, die in der Gruppe zu besseren Ergebnissen kommen, ein „weiseres“ Verhalten an den Tag legen. Wie kommt das? Nun könnte ich Ihnen mit der Wahrscheinlichkeitstheorie kommen und sagen, dass es wahrscheinlicher ist, in einer Gruppe auf einen weisen Menschen zu treffen als unter einzelnen. Es ist aber mehr als das. Weisheit ergibt sich aus der Interaktion. Aus den Fragen, dem Wissen, den Blickwinkeln und Einstellungen der Beteiligten. Das Problem ist, dass Weisheit nicht angeboren ist wie etwa Intelligenz. Weisheit muss erarbeitet werden. Und solange wir nicht in unsere Gene eingreifen und uns auf Weisheit programmieren können, müssen wir, jeder für sich oder gemeinsam als Gruppe, an uns selbst arbeiten, wenn wir ein bisschen weiser werden und mehr als nur kluge Antworten finden wollen. Und noch einmal zusammengefasst:
So, und was hat das mit meinen Antworten zu tun? Ganz einfach: Übertragen Sie Ihre Erkenntnisse von oben. Wenn Sie eine Antwort, eine Lösung finden wollen (und dann auch noch „die richtige“), müssen Sie
Oder mit anderen Worten: Punkt 1: Sie müssen sich klarmachen, was Sie bereits wissen und worauf Sie noch eine Antwort brauchen. Nur wer das eigentliche Problem kennt, kann die richtige Antwort finden. (Das Problem eingrenzen.) Ein Beispiel: Wenn Sie einen neuen Job suchen, weil Sie mit dem alten unzufrieden sind, tun Sie sich damit keinen Gefallen, wenn Sie in Wirklichkeit lieber selbstständig sein wollen. Punkt 2: Sie müssen bereit sein, zu lernen und zu suchen. (Die Antwort suchen.) Wo können Sie Informationen und Wissen finden? Wo die Gedanken und Erfahrungen anderer? Wen können Sie um Rat fragen? Wie können Sie sich selbst eine Antwort erschließen? Punkt 3: Und Sie müssen diese Antworten in Ihren eigenen Kontext (also Zusammenhang) einordnen, gewichten und beurteilen. Sie müssen die Geduld mitbringen, immer wieder zu hinterfragen: „Ist das die Information, die ich gesucht habe? Ist das die Antwort, die ich haben will? Was hat das für Konsequenzen?“ (Die Lösung beurteilen.) Erst wenn Sie diesen Prozess verinnerlicht haben, wenn Sie sich nicht mit der erstbesten Lösung zufrieden geben, wenn Sie Ihre Antworten in einen größeren Zusammenhang stellen und auf mögliche Konsequenzen abklopfen – erst dann sind Sie ein Stückchen weiser. Und wenn Sie ein Stückchen weiser sind, fallen Ihnen wiederum die „richtigen“ Antworten umso leichter. :-) Ach ja, wenn Sie noch ein paar Denkanstöße brauchen, wo Sie überall nach Antworten suchen können, habe ich hier mal mit einer Liste angefangen. Wenn Sie wollen, setzen Sie sie doch nach Belieben fort und schreiben Ihre eigenen „Suchquellen“ dazu. Wo finde ich Antworten auf meine Fragen und Probleme?
Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht im workshopwelt-magazin, August 2006. © 2006 Heike Thormann Artikeltipp Wie Sie mit Fragen auch gezielt Probleme lösen können, lesen Sie in meinem Artikel "Mit Fragen Probleme lösen". Alle Artikel finden Sie bequem zum Nachschlagen in der Seitenübersicht. Und immer auf dem Laufenden bleiben Sie mit meinem Newsletter. Er informiert Sie regelmäßig über die neuesten Tipps, Downloads und Übungen. Kostenlos und unverbindlich.
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