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Formular: Der Weiterbildungsplaner


von Heike Thormann

Nutzen Sie den Weiterbildungsplaner, um Ihre Weiterbildung gezielt anzugehen. Umso weniger laufen Sie Gefahr, an Ihren Bedürfnissen vorbei zu lernen, Zeit und Geld zu verlieren.

Das Wort vom lebenslangen Lernen ist – nach dem ersten Hype – noch immer aktuell. Heute vielleicht mehr denn je. Nur lebenslanges Lernen sichert die „Beschäftigungsfähigkeit“ des Einzelnen und die Überlebensfähigkeit der Unternehmen. Lebenslanges Lernen kann einem aber auch im Alltag helfen und einen in seiner persönlichen Entwicklung voranbringen.

Und die Bereitschaft zum Lernen wächst. Nicht nur, wenn es der Arbeitgeber anordnet oder die Karriereleiter lockt. Auch „Otto Normalbürger“ greift immer öfter zu einer Weiterbildung.

Der Weiterbildungsmarkt ist aber auch ein Dschungel. Das Programmangebot geht in die Zigtausende, die finanzielle und zeitliche Investition ist mitunter kein Pappenstiel.

Um so wichtiger, sich im Voraus klarzumachen
  • welchen Weiterbildungsbedarf man stillen will
  • welche Weiterbildungsziele man erreichen will
  • welche Weiterbildungsvoraussetzungen man mitbringt
  • welche Weiterbildungsmöglichkeiten man hat und
  • welche Weiterbildungsergebnisse man mitnehmen kann und will.
Der Weiterbildungsplaner will Sie darin unterstützen. Beantworten Sie die gestellten Fragen und gehen Sie gezielt an Ihre Weiterbildung. Um so geringer ist die Gefahr, an Ihren Bedürfnissen vorbei zu lernen, Zeit und Geld zu verlieren.

Schließlich: Man muss es ja nicht übertreiben – mit dem lebenslangen Lernen. ;-)


Weiterbildungsbedarf – Warum möchte ich mich weiterbilden?

Machen Sie sich klar, warum Sie sich weiterbilden wollen. Vor welchen Problemen stehen Sie? Welche Ziele haben Sie? Welches Wissen und welche Fähigkeiten brauchen Sie? Fragen Sie sich – und zwar so konkret wie möglich:

Ausgleichen: Was muss ich für meine Arbeit, meine persönliche Entwicklung wissen? Vor welchen Anforderungen stehe ich? Welche Probleme habe ich damit?

Schritt halten: Was werde ich wissen müssen? Welche Anforderungen kommen auf mich zu? Welche Veränderungen stehen ins Haus?

Weitergehen: Welche Ziele habe ich? Will ich mich beruflich oder privat verändern? Wenn ja: Warum und wohin?

Kenntnisse: Was bringe ich an Vorkenntnissen mit? Was sind meine Stärken und Schwächen? Woran kann ich anknüpfen?

Bedarf: Welche Kenntnisse benötige ich noch? Wo habe ich Lücken? Mit welchen Maßnahmen will ich diese Lücken schließen?


Weiterbildungsziel – Was will ich mit meiner Weiterbildung erreichen?

Überlegen Sie, was Sie mit Ihrer Weiterbildung erreichen wollen. Und zwar wieder möglichst konkret. Also nicht: Ich möchte meine Kommunikation verbessern. Sondern: Ich möchte gute Mitarbeitergespräche führen können. Oder: Ich möchte Kundenbeschwerden freundlich und gelassen beantworten können. Und so weiter, und so fort.

Ziele festlegen: Was genau will ich lernen? Was will ich besser können?

Ziele konkretisieren: Wie soll das Ergebnis aussehen? Will ich einen offiziellen Abschluss erwerben? Oder bin ich damit zufrieden, mein Wissen zu erweitern?

Ziele überprüfen: Woran werde ich erkennen, dass ich mein Lernziel erreicht habe? Welche Kriterien habe ich für meinen Lernerfolg?


Weiterbildungsvoraussetzungen – Wie sehen meine persönlichen Bedingungen aus?

Listen Sie auf, was Sie an persönlichen Voraussetzungen mitbringen. Wieviel Zeit können Sie von Ihren Verpflichtungen und Gewohnheiten fürs Lernen abzweigen? Unter welchen Bedingungen können Sie am besten lernen? Wie wollen Sie Ihre Weiterbildung finanzieren? Welche Hürden können Ihnen begegnen und wie können Sie sie überwinden?

Zeitbudget: Wieviel Zeit kann ich in meine Weiterbildung investieren? Wann und wie lange kann ich jeweils dafür lernen?

Lerntyp: Wann, wo und wie kann ich am besten lernen? (Zeit, Ort und Umstände)

Lernform: Auf welche Art kann ich am besten lernen? (Aktives Tun, Beobachten und Nachahmen, Diskutieren und Erörtern, Nachdenken und Reflektieren, Lesen – Sehen – Hören usw.)

Finanzierung: Welche Mittel stehen mir zur Verfügung? Kann ich Unterstützung bekommen? (Arbeitgeber, öffentliche Hand, Stipendien usw.)

Belastungen: Welche Belastungen können mir aus meiner Weiterbildung entstehen? (Beruflich, privat, finanziell usw.) Wie kann ich sie lösen?


Weiterbildungsmöglichkeiten – Wie kann ich mich weiterbilden?

Recherchieren Sie, welche Weiterbildungsmöglichkeiten Sie haben. Wann soll und kann es losgehen? Welche Form der Weiterbildung bevorzugen Sie? Welche Angebote kommen für Sie in Frage?

Termin: Wann will / kann ich mit meiner Weiterbildung beginnen? Wie lange darf sie dauern?

Formen: Welche Weiterbildungsformen sprechen mich an? (Präsenzseminare, Online-Kurse, Selbststudium, Lernen am Arbeitsplatz, learning by doing, Fachbücher usw.)

Angebote: Welche Weiterbildungsangebote gibt es in meinem Bereich? Welche kann ich nutzen? (Betrieblich, öffentlich, privat, autodidaktisch usw.)


Weiterbildungsergebnisse – Was will ich mitnehmen?

Bleiben Sie bei Ihrer Weiterbildung nicht stehen. Vergessen Sie den so wichtigen letzten Schritt, den berühmten Transfererfolg nicht, und arbeiten Sie die Ergebnisse Ihrer Weiterbildung auf. Fragen Sie sich, wie Sie Ihre Erkenntnisse in Wissen umwandeln können. Formulieren Sie auch hier wieder so konkret wie möglich.

Erkenntnisse: Welche Inhalte will ich aus meiner Weiterbildung mitnehmen und behalten? Was erscheint mir besonders wichtig? Wo gab es Aha-Effekte, wichtige Denkanstöße?

Wissen: Wie werde ich das Gelernte in der Praxis anwenden? Welche Übungsmöglichkeiten kann ich mir schaffen? Wie stelle ich sicher, dass ich das Aufgenommene auch umsetze und in Wissen verwandle?


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Weiterbildung.

Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht im workshopwelt-magazin, Januar 2007. © 2007 Heike Thormann


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Mehr zum Thema Lernen finden Sie zum Beispiel auch in meinem Artikel Mit Kreativitätstechniken leichter Prüfungen bestehen.

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