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“Das war heute ein komischer Tag. Irgendwie wollte es mit dem Lernen einfach nicht klappen. Dabei lief es doch vorher so gut.” So schrieb mir eine Teilnehmerin auf meine Frage, wie es ihr mit ihrem Kurs gehe. Und damit hatte sie unwissentlich auf etwas angespielt, was unter Lernpsychologen als Lernplateau bekannt ist.
Im Lernplateau feststecken
Wir lernen nicht gleichmäßig, Stück für Stück, sondern in Schüben.
Nach einem oft mühsamen Anfang, bei dem wir uns mit dem neuen Wissen erst vertraut machen müssen, geht es eine ganze Weile zügig voran. Wir nehmen die Fährte auf wie ein Jagdhund, sind gebannt, freuen uns über unsere Erfolge.
Aber irgendwann scheinen wir keine Fortschritte mehr zu machen, schon erworbenes Wissen sogar wieder zu verlieren. Wir stecken in einem Lernplateau fest: Wir bemühen uns zwar, aber es läuft nicht mehr.
Keine Panik: Das ist normal
Das ist der Moment, in dem viele die Flügel hängen lassen und so mancher den Lernstoff entmutigt in die Ecke wirft. Schade um die investierte Zeit und Energie. Denn dieses „nichts geht mehr“ ist beim Lernen nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
Ein Lernplateau bedeutet nur, dass unser Gehirn damit beschäftigt ist, den Lernstoff in den Griff zu bekommen und aus den bisherigen Einzelelementen Blöcke zu bilden. Es versucht, Muster und Strukturen in dem Ganzen zu sehen und diese so abzuspeichern, dass es problemlos darauf zugreifen kann.
Es gibt zwar noch weitere Ursachen für Lernplateaus wie ganz ordinäres plötzliches Desinteresse, Überforderung, falsche Lernmethoden oder sonstwie motivierter Frust.
Aber wenn das nicht der Fall sein sollte, sind Phasen, in denen vermeintlich nichts geht, völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung. Sobald unser Gehirn grünes Licht gibt, kann es mit dem Lernen weitergehen, steigt die Lernkurve wieder an – bis zum nächsten Plateau.
Und wie komme ich dort raus?
Wie gesagt, ein Lernplateau ist normal. Sie können es nicht durch Tricks umgehen oder mit einem Kraftakt überspringen. Auch es mit Pausen aussitzen zu wollen, ist nicht zu empfehlen. Schließlich will sich Ihr Gehirn ja mit dem Stoff beschäftigen und diesen in Ruhe einordnen. Wenn Sie ihm eine neue Beschäftigung oder Ablenkung geben, ist es damit aber vorbei.
Der beste Weg ist also tatsächlich, einfach weiterzumachen wie bisher.
So schwer es Ihnen auch fallen mag, weil es sinnlos erscheint: Bleiben Sie dran. Machen Sie sich klar, dass Sie es vermutlich mit einem Lernplateau zu tun haben, und lernen Sie einfach weiter. Sobald Ihr Gehirn die neuen Muster gebildet hat, werden Sie wieder Fahrt aufnehmen.
Nur wenn es auch nach einem längeren Zeitraum nicht vorwärtsgehen sollte, kann es helfen, nach anderen Abhilfen zu suchen:
- Legen Sie kurze Lernpausen ein.
- Probieren Sie andere Arbeitstechniken aus.
- Räumen Sie mögliche Verständnisprobleme aus.
- Überlegen Sie, ob Sie nach wie vor motiviert sind.
Also, wenn Sie mal wieder einen komischen Tag haben, an dem es mit dem Lernen aus unerfindlichen Gründen nicht zu klappen scheint, könnte es an einem Lernplateau liegen.
© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 08. Februar 2009
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