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Es ist eigentlich nichts Neues: Was wir im Leben erreichen, hängt oft davon ab, wie wir darüber denken. Und doch stolpern wir immer wieder und kriegen die Kurve nicht. Mit ein Grund dafür: Unser Selbstkonzept, also die Art, wie wir uns selbst sehen. Doch zum Glück ist unser Selbstkonzept nicht angeboren, wir können es ändern. Ändern Sie Ihre Sicht von sich selbst und damit auch Ihr Leben.

Du bist, was Du denkst

In einem Science-Fiction-Roman, dessen Titel mir gerade nicht einfällt, können die Menschen Wissen als DNA-Botenstoffe speichern, sich über die Nahrung zuführen und damit ihrem Gedächtnis einverleiben. Der Slogan dazu lautet: „Du bist, was Du isst.“ 😉

Mir geht es hier allerdings weniger ums Essen, mir geht es ums Denken. Den Slogan könnte man nämlich auch abwandeln in: „Du bist, was Du denkst.“

Oder anders formuliert: Was wir im Leben erreichen, hängt oft davon ab, wie wir darüber denken. Gehen wir davon aus, dass wir etwas hinkriegen, schaffen wir das auch meistens. Glauben wir innerlich nicht daran, arbeiten wir munter auf unser eigenes Scheitern hin.

Schuld daran ist unser Selbstkonzept. Das heißt, die Art, wie wir uns selbst wahrnehmen und sehen, die Summe dieser vielen kleinen Überzeugungen, die uns so denken, fühlen und handeln lässt, wie wir es tun.

Beispiel: Wenn es in Ihrer Familie von Arbeitern und Beamten nur so wimmelt, und Sie die Überzeugung verinnerlicht haben, dass Sie auch nur Arbeiter oder Beamter werden können, wird es Ihnen schwerfallen, sich, sagen wir, zum Künstler oder Selbstständigen berufen zu fühlen.

Erst, wenn Sie diesen Glaubenssatz „ich kann nur Arbeiter oder Beamter werden“ knicken, können Sie sich gedanklich freimachen und Ihr neues Ziel vehement und oft erfolgreich anstreben.

Das Schöne ist jetzt, dass unser Selbstkonzept nicht angeboren ist. Es ist durch Erziehung, Umfeld und Gewohnheit erworben. Das bedeutet, dass wir es auch wieder ändern können.

Arbeiten Sie an Ihrem Bild von sich selbst und werden Sie das, was Sie sein wollen. Dafür habe ich einige Anregungen für Sie.

Schritt 1: Das Ideal finden

Logisch, Sie können etwas gedanklich nur anstreben, wenn Sie wissen, wohin die Reise gehen soll. Widmen Sie sich also hemmungslos Ihrem Idealzustand. Fragen Sie sich zum Beispiel:

  • Was ist mir wichtig?
  • Was bewundere und schätze ich?
  • Welche Werte und Überzeugungen vertrete ich?
  • Welche Fähigkeiten und Eigenschaften hätte ich gern?
  • Wenn ich einen Wunsch frei hätte: Wie würde ich sein wollen?

Oder gehen Sie Ihre Vorbilder und Idole durch und überlegen Sie, was genau Sie an ihnen fasziniert. Ist es der selbstlose Einsatz von Mutter Theresa? Der Wagemut von Neil Armstrong? Die Weisheit des Dalai Lama?

Achten Sie darauf, was Sie an anderen Menschen bewundern. Das ist ein erster Schritt, um diese Eigenschaften auch selbst stärker auszubilden und zu fördern.

Schritt 2: Das Ich klären

Jetzt kommt der Realitäts-Check: Klären Sie Ihr Selbstbild und Ihr Ich. Fragen Sie sich zum Beispiel:

  • Wie sehe ich mich?
  • Wie denke ich über mich?
  • Was finde ich gut an mir? Was weniger gut?
  • Lebe ich die Werte, die mir wichtig sind? Wenn nein, warum nicht?
  • Wie dicht bin ich meiner Meinung nach an meinen Wunsch-Eigenschaften dran?

Beobachten Sie sich immer wieder und führen Sie Buch. (Das können Sie auch ganz wörtlich nehmen, indem Sie Ihre Erkenntnisse beispielsweise regelmäßig in einem Tagebuch, Kalender oder Diary festhalten.)

Erst, wenn Sie wissen, wie Sie über sich denken und sich sehen, können Sie auch an diesem Selbstbild arbeiten.

Dabei gilt grundsätzlich: Je positiver Sie Ihr Ich bewerten, desto leichter wird es Ihnen fallen, dieses weiter zu verbessern.

Auch das ist nur logisch: Mit Begeisterung und Schwung fällt es mir leichter, mich über das eine oder andere Optimierungspotenzial herzumachen, als wenn ich mich wegen meiner Mängel in Sack und Asche hülle und selbst kasteie.

Bevor Sie deshalb darangehen, Ihr Ich Ihrem Ideal anzunähern, vergessen Sie nicht den dritten Schritt …

Schritt 3: Das Ich stärken

Holen Sie sich die Begeisterung und den Schwung für die Arbeit an Ihrem Ich. Je besser Sie von sich denken, desto leichter fällt es Ihnen, sich zu verändern. Dazu ein paar Tipps:

Sich mit einer Hymne aufbauen

Ich weiß nicht, ob Sie die Fernseh-Serie „Ally McBeal“ kennen. Und noch weniger weiß ich, ob die heute noch läuft. Ich bin schon seit Jahren „fernseh-los“. Jedenfalls hat eine Szene aus der Serie nachhaltig Eindruck auf mich gemacht: „Die Hymne“. *schmunzel*

Im Prinzip geht es dabei darum, sich einen Lieblingssong auszusuchen. Einen, der einen richtig aufbaut. Und jedesmal, wenn es einem mies geht, ruft man sich dann diesen Song ins Gedächtnis und baut sich mit seiner Hymne wieder auf. (Wenn das mit dem Ins-Gedächtnis-Rufen nicht klappt, können Sie ihn natürlich auch aufnehmen und abspielen.)

Also: Sind Sie gerade überzeugt, dass Sie der letzte Loser sind? Dann spielen Sie Ihre Hymne. Spielen Sie „we are the champions“ von Queen oder was auch immer. Hauptsache, Sie stärken Ihr Ich und Ihr Bild von sich selbst.

Ein positives Umfeld schaffen

Schaffen Sie sich ein positives Umfeld. Ignorieren Sie zum Beispiel so gut wie möglich die Nachrichten beziehungsweise begrenzen Sie ihren Konsum. (Haben Sie mal darauf geachtet, wie negativ wir oft von ihnen beeinflusst werden?) Meiden Sie Menschen, die in ihrem Selbstmitleid verharren oder Sie nur runterziehen würden. Negatives verstärkt sich leider erheblich schneller als Positives. Schützen Sie sich davor.

Gedanken mit Hilfe von Emotionen steuern

In Ihrem Gehirn ist alles mit allem verbunden. Gedanken, Gefühle, Erinnerungen – alles. Deshalb sind wir Menschen auch nie wirklich sachlich und neutral. Wir sind emotional.

Nutzen Sie das und steuern Sie Ihre Gedanken mit Hilfe Ihrer Emotionen. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie sich mit aller Kraft wünschen. So gewinnen Sie wieder eine positive Perspektive und damit mehr Begeisterung für die Arbeit an Ihrem Ich.

Die Arbeit an unserem Selbstkonzept und Ich ist nicht leicht. Jahrelange Überzeugungen und Denkmuster lassen sich nicht von heute auf morgen tilgen. Aber je eher Sie damit anfangen, desto besser. Ändern Sie Ihr Denken und damit auch Ihr Leben. Los geht’s …

© 2008 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 04.10.08

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