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Kennen Sie die gute Fee aus dem Märchen? Dann dürfen Sie jetzt ein bisschen Märchen spielen. Denn mit der Mental- und Kreativtechnik Wunderfrage lösen Sie auf märchenhafte Weise Ihre Probleme.
In meinem Kurs “Schreiben Sie die Geschichte Ihres Lebens” lasse ich meine Teilnehmer mit der Frage spielen, was sie tun würden, wenn sie könnten, wie sie wollten.
Die Aufgabe lautet, sich vorzustellen, dass eine gute Fee vorbeikommt und ihnen diesen Wunsch erfüllt.
Damit möchte ich das Denken meiner Teilnehmer aufsprengen. Ich möchte sie von dem sich selbst zensierenden “ach, das geht ja doch nicht” wegbringen und auf die Möglichkeiten einstimmen, die sie im Kurs erarbeiten sollen.
Diese Story von der guten Fee ist eine Abwandlung der Wunderfrage, die in Coaching und Therapie eingesetzt wird.
Was ist die Wunderfrage?
Im Kern geht es bei der Wunderfrage darum, sich vorzustellen, dass über Nacht ein Wunder geschieht, und dass das Problem, an dem Sie zu knacken haben, wie durch Zauberhand verschwindet.
Allerdings wissen Sie nichts von dem Wunder selbst. Sie sehen nur die Veränderungen, die es bewirkt. Der Witz an der Sache ist, sich vorzustellen, was genau sich alles verändert haben wird oder verändern muss, damit das Problem gelöst ist.
Mal ein Beispiel: Nehmen wir an, Sie werden in Ihrem Job gemobbt. Das Wunder wäre jetzt, dass Sie nicht mehr gemobbt werden. Ihre Aufgabe würde lauten zu erkennen, was genau sich alles verändert hat, damit Sie nicht mehr gemobbt werden.
Ist zum Beispiel ein bestimmter (mobbender) Kollege verschwunden? Ist Ihr Chef durch einen anderen Vorgesetzten ersetzt worden, der kein Mobbing mehr duldet? Was genau ist anders bei Kollegen, Vorgesetzten, Arbeitsklima, Firma, Abteilung oder Ihnen selbst, damit dieses Wunder (kein Mobbing mehr) eingetreten ist? Wie würden Sie sich dann verhalten? Was würden Sie denken oder fühlen? Gab es schon Ansätze oder Situationen, die in die Richtung führen?
Wie wirkt die Wunderfrage?
Die Wunderfrage will Ihnen helfen, nicht mehr wie gebannt auf das Problem zu starren. Stattdessen lenkt sie Ihren Blick auf Lösungen und das erhoffte Ziel.
So fällt es Ihnen leichter, Hindernisse zu erkennen (es ist Kollege x, von dem Sie sich besonders gemobbt fühlen) und nach Möglichkeiten zu suchen (zum Beispiel eine Versetzung in eine andere Abteilung anzustreben).
Zudem malen Sie sich über die Wunderfrage Ihr Ziel deutlich aus. Sie nehmen es sozusagen in Gedanken vorweg. Dieses leuchtende Zielbild zusammen mit den positiven Gefühlen, die es begleiten, können Ihnen die Kraft geben, es auch tatsächlich anzusteuern und Wirklichkeit werden zu lassen.
Also, wie wär’s mal wieder mit einem kleinen Wunder oder Märchen?
© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 28.05.09
Lesetipp: Weitere Methoden, um Probleme zu lösen, sind zum Beispiel das Reframing oder das Fischgräten-Diagramm.
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