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10 Tipps, wie Sie Zeit zum Schreiben finden

„Ich habe keine Zeit zum Schreiben“, schallt es von Nord bis Süd. Und jeder Schriftsteller in spe träumt von der großen Auszeit. Das arbeitsfreie Schreibjahr muss aber gar nicht sein. Sie können auch in Ihrem Alltag Zeit zum Schreiben finden. Lesen Sie hier zehn Tipps, die Ihnen zeigen, wie.

Zeit zum Schreiben finden: Wenn es Ihnen so geht wie so manchem meiner Teilnehmer, dann ringen Sie darum. Da sind der Job, der Haushalt, die Kinder, die Freunde, die tierischen Mitbewohner, die Hobbies, die Weiterbildungen … Mmh, und wann wollen Sie jetzt schreiben?

Wann soll es den großen Roman geben? Wann die kleinen Freuden mit Feder und Papier? Wann in dem Trubel zwischen Chef, Kunde und Meeting den Artikel für die Kundenzeitschrift?

„Ich habe keine Zeit zum Schreiben,“ schallt es von Nord bis Süd.

Wirklich nicht? Oder fehlt Ihnen eher die Auszeit von einem Jahr, von der wohl jeder Autor träumt? 😉

Nun, die Auszeit kann ich Ihnen nicht geben. Aber vielleicht ein paar Tipps, wie Sie mehr Zeit zum Schreiben finden.

1. Bekämpfen Sie Ihren inneren Schweinehund

Wenn Sie mehr Zeit zum Schreiben finden wollen, gibt es dafür im Prinzip zwei Wege: Sie können das Schreiben selbst verbessern. Oder Sie schaufeln sich irgendwo anders Zeit frei. Ich fange mal zunächst mit dem Zeit freischaufeln an.

Erste Maßnahme in Sachen „mehr Schreibzeit“: Bekämpfen Sie Ihren inneren Schweinehund, der Sie im Bett oder auf dem Sofa, am besten bei einem guten Buch, halten will. Es ist dann zwar sehr schön, auf diese Weise davon zu träumen, selbst ein Schriftsteller zu sein. Aber für die Verwirklichung dieses Traums fehlt doch noch so einiges. 😉

Also: Stehen Sie eher auf. Gehen Sie später ins Bett. Verbringen Sie Ihre Mittagspause nicht in der Kantine, sondern hin und wieder mit Stift und Papier. Erklären Sie den Sonntagmorgen zur Schreibzeit. Was auch immer. Es braucht nicht viel. Eine halbe Stunde reicht oft schon. Hauptsache, Sie fangen an.

2. Begrenzen Sie Ihren Medienkonsum

Logisch, wer viel liest, kommt nicht mehr zum Schreiben. Das Gleiche gilt aber auch für alle anderen Arten von Medienkonsum. Besonders tödlich: Der Abhänger vorm Fernsehen, die Daddelei mit Computerspielen pp. oder jüngst auch die Verlockungen der Social Media Angebote im Internet.

Überlegen Sie sorgfältig, was Sie wie nutzen wollen und wovon Sie den größten Nutzen haben. Lesen ist zum Beispiel durchaus gut fürs Schreiben, wenn Sie ein Gleichgewicht finden. Fernsehen schon weniger.

3. Setzen Sie Prioritäten

Es gibt viele interessante Dinge dort draußen, viele Hobbies, mit denen wir uns beschäftigen können, Karriere, die wir vielleicht machen wollen. Alles gleichzeitig geht aber nicht, der Tag hat nur 24 Stunden, und es wird auch durch das beste Zeitmanagement nicht mehr. 😉

Setzen Sie Prioritäten. Wenn Ihnen andere Hobbies lieber sind als zu schreiben, dann seien Sie ehrlich zu sich selbst und gestehen Sie sich das auch ein. Oder halten Sie nach Teilzeitjobs Ausschau, wenn Sie ernsthaft an Ihrer Karriere als Autor arbeiten wollen.

Die Zeit zum Schreiben muss man sich auch einfach nehmen. Zur Not auf Kosten anderer Dinge.

4. Lernen Sie Maschinenschreiben

Mit 17 oder 18 habe ich mal ein halbes Jahr lang einen Lehrgang „Schreibmaschine schreiben“ mitgemacht und mich vom Zwei-Finger-Adler-Such-System zum 10-Finger-Blind-Schreiben gesteigert. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr das mein Schreiben gefördert hat. 😉

Schreiben mit Stift und Papier ist sehr inspirierend. Viele gute Ideen kommen mir nicht am Rechner, sondern am Tisch oder auf dem Fußboden, über das Papier gebeugt. Es kann auch beruhigend und meditativ sein. Behalten Sie das teilweise ruhig bei. Aber in den meisten Fällen empfiehlt sich: Wer schneller schreibt, hat auch mehr Zeit zum Schreiben.

Nebenbei: Eine Kollegin hat zu diesem Zweck auch viel mit einer Spracherkennungssoftware gearbeitet. Probieren Sie es gegebenenfalls einfach aus.

5. Schreiben Sie regelmäßig

Schreiben ist wie alles andere auch: Wenn Sie es regelmäßig tun, sind Sie schneller und produktiver. Damit brauchen Sie auch weniger Zeit. Die halbe Seite Text wird nicht zur Herausforderung, sondern ist unter Umständen in wenigen Minuten gegessen.

Gewöhnen Sie sich deshalb an, so oft wie möglich zu schreiben. Es muss nicht viel sein, aber regelmäßig. So kommen Sie gar nicht erst in Versuchung, jeden neuen Text mit großem Brimborium anzugehen. 😉 Entwickeln Sie dazu auch ruhig eigene Schreibroutinen.

6. Erleichtern Sie sich den Start

Wenn wir glauben, keine Zeit zum Schreiben zu haben, liegt das oft auch daran, dass uns das Anfangen so schwerfällt. Der Text zieht und zieht sich, die Worte wollen einfach nicht. Dann können kreative Schreibtechniken helfen. Oder vielleicht auch der eine oder andere Tipp gegen Schreibblockaden.

Manchen hilft es auch, nicht, wie vielleicht aus dem Zeitmanagement gewohnt, das Wichtigste (und vielleicht Schwierigste) zuerst zu erledigen, sondern sich mit relativ unwichtigen, leichten, spielerischen Dingen an die Materie heranzutasten.

Also zum Beispiel ein bisschen Recherche, kurze Ideenskizzen und Fragmente, ein Warmschreiben mit der kreativen Schreibtechnik Free Writing, und anderes mehr.

7. Schreiben Sie in Etappen

Wie gesagt, der große Block, in dem wir in Ruhe an unseren Texten und Artikeln arbeiten können, stellt sich nur selten ein und muss hart erkämpft werden. Kleine Zeitfenster bieten sich da schon eher an.

Das ist aber auch kein Problem. Unser Gehirn schaltet sowieso nach ein paar Stunden ab und kann nicht mehr. Und es schadet einem Text auch nicht, wenn Sie ihn in Etappen schreiben.

Kritzeln Sie Notizen auf ein Blatt Papier. Sammeln Sie Fragmente. Gliedern Sie. Lassen Sie den Text ruhen. Und wenn Sie dann mal eine ruhige Minute haben, verbinden Sie die Teile zu einem harmonischen Ganzen. Wie bei einem Puzzle.

So schreibe ich auch meine Artikel: Ideen / Recherche, Struktur / erste Textblöcke und dann flüssig alles in einem Rutsch runterschreiben. Zum Schluss noch mal gegenlesen und gegebenenfalls korrigieren. Fertig. 😉

8. Schreiben Sie in Gedanken

Das Schöne ist: Wenn Sie sich in Gedanken mit Ihren Artikeln befassen, müssen Sie nicht einmal wirklich vor Ihrem Blatt Papier sitzen und schreiben. Ihr Gehirn wird das für Sie erledigen und munter für Sie weiterschreiben, auch wenn Sie gar nicht schreiben.

Sie können zum Beispiel gerade den Abwasch erledigen, während ein Teil Ihrer Selbst an der Idee für einen Text knabbert. Irgendwann haben Sie einen Geistesblitz – und dann nichts wie ab und aufgeschrieben. Merke: Auch Vorarbeiten sind ein Teil des Schreibens.

9. Nutzen Sie Muster und Vorlagen

Im Normalfall bin ich kein Freund von standardisierten Mustervorlagen. Es fehlt die individuelle Note. Und oft sollte man solche Vorlagen auch an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wiederkehrende Muster und Formate die Sache beschleunigen können. Entwickeln Sie also zum Beispiel bestimmte Artikelformate wie dieses Tipp-Muster. Wenn Sie es einmal beherrschen, schenkt es Ihnen wieder mehr Zeit.

Wenn es Ihnen zu langweilig wird, können Sie ja immer noch mit anderen Formaten spielen.

10. Entwickeln Sie ein gutes Konzept

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Anhänger von sauberen Konzepten bin. Und zwar nicht nur, weil sie meiner Meinung nach bessere Texte bedeuten, in denen der Leser, wie ein Teilnehmer es nannte, auch den roten Faden noch findet. 😉 Mit ihnen kann man auch einfach effizienter schreiben.

Ja, ich weiß, dass die „Sofort-Losschreib-Fraktion“ jetzt aufstöhnen wird und das Ganze vielleicht auch noch entsetzlich unkreativ findet. 😉 Tatsache ist aber, dass ein gutes Konzept zum einen Kreativität pur bedeutet. Immerhin müssen Sie es erst einmal entwickeln und damit kreativ erschaffen. Und zum anderen erspart es Ihnen auch die vielen lästigen Nachkorrekturen, bis der Text endlich sitzt.

Oder wie es Teilnehmer meines Kurses „Bücher und Texte konzipieren und planen“ nannten:

Einer ihrer größten Zeitfresser beim Schreiben ist die fehlende Vorbereitung und die mangelnde Struktur. Zuerst zu schreiben und danach mühsam den roten Faden herausarbeiten zu wollen, kostet eben Zeit und verursacht auch viel Frust.

Mit einem guten Konzept passiert Ihnen das nicht. Mehr noch, Sie können den Text auch ruhig immer wieder liegen lassen, wenn Sie nur wenige Minuten am Stück haben. Ihr Konzept sagt Ihnen immer, an welcher Stelle Sie wie wieder einsteigen können.

Gerade für Profi- oder Berufsschreiber ist das eine große Erleichterung.

Vielleicht helfen Ihnen diese Tipps, dass Sie ein wenig mehr Zeit zum Schreiben haben.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 26.05.2010

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