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Ratgeber zum Thema Selbstmanagement und Selbstcoaching gibt es viele. Albert Metzlers „alternatives Denken“ hebt sich durch sein hohes Niveau und seinen anderen Ansatz wohltuend davon ab. Arbeit an sich selbst bedeutet immer auch ein Hinterfragen seiner Denk- und Handlungsmuster – keine 1:1 Übernahme vorgelebter Strukturen.

Ich habe hier schon einige Bücher von Albert Metzler vorgestellt. Das liegt daran, dass wir auf einem ähnlichen Gebiet arbeiten, ich von seinen Büchern profitiere, sie gut finde und Ihnen deshalb nicht vorenthalten will.

Das „alternative Denken“ gehört zu Metzlers „Frühwerken“ – so man bei einer Handvoll Büchern und einem noch recht jungen Alter des Autors von Früh- und Spätwerken reden kann. 😉

Der Autor schreibt zwar auch hier schon weniger „ratgeber-orientiert“. Dennoch findet der Leser noch so manche Übung, Fallbeispiele und Zusammenfassungen, die in späteren, stark die Hintergründe und Zusammenhänge herausarbeitenden Werken fehlen.

Metzlers Anliegen ist allerdings immer mehr oder weniger dasselbe: Die Menschen zu ermutigen, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Dazu sollen sie das „Gepäck“ überprüfen, das jeder von uns mit sich herumträgt. Sie sollen entscheiden, was sie an Werten, Glaubenssätzen, Verhaltensmustern und so weiter behalten und wovon sie sich trennen wollen. Und sie sollen lernen, Alternativen zu entwickeln und in Alternativen zu denken. Denn nur so könne man sich von blockierenden Dingen trennen und wahrhaft frei sein.

Inhaltlich gliedert sich das nur knapp 100 Seiten umfassende Buch in fünf Teile:

  • Das erste Kapitel „Was ist alternatives Denken“ geht unter anderem den Hintergründen des eigenen Denkens nach. Metzler zeigt, dass Denkprozesse veränderbar sind, und dass man ausbremsende Denkmuster auflösen sowie Alternativen entwickeln kann.
  • Im zweiten Kapitel „das Modell des alternativen Denkens“ wird es praxisorientierter. Metzler zeigt mit einigen Übungen und Fallbeispielen, wie man prägende Strukturen ausfindig machen kann, um unabhängiger zu denken, verschiedene Alternativen durchzuspielen und sich für den eigenen Weg zu entscheiden.
  • Da alles Denken ohne Handeln nichts ist, gibt es im dritten Kapitel ein bisschen „klassisches Selbstmanagement“. Vom Ziele setzen über Entscheidungen treffen bis zum Pläne machen und umsetzen.
  • Die letzten beiden Kapitel sind im Prinzip kurze Aufforderungen, auf die eigene Stimme zu hören, zu handeln und seine Träume zu verwirklichen.

Aber Achtung: Erwarten Sie bitte keine geführten „wie man’s macht“ Tipps. Solche klassischen Ratgeber sind nicht Metzlers Ding. Er liefert die fachliche Vorlage. Seine Schlüsse ziehen und diese auf das eigene Leben übertragen muss der Leser selbst.

Leser, die zu dieser eher reflexiv veranlagten Sorte gehören, sind hier goldrichtig. Alle anderen sollten zu anderen Formaten greifen.

Fazit: Ein dünnes Buch, aber kein Leichtgewicht. Intelligente, gut lesbare Vorstellung „alternativer“ Denkformen (nicht nur) in der Persönlichkeitsentwicklung. Menschlich und sympathisch.

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 29.09.09

Albert Metzler, Alternatives Denken. Vom fremden Chaos zu eigener Struktur. Göttingen 2005, 102 Seiten

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