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„Man ist, was man isst.“ Das soll schon der chinesische Philosoph Laotse vor Jahrhunderten gesagt haben. Die Ernährungswissenschaftlerin Andrea Flemmer zeigt, wie wir mit unserer Ernährung besser denken, lernen, unsere Intelligenz fördern und unsere Konzentration steigern.

Ich habe vor ein paar Monaten schon einmal einen Artikel geschrieben, wie man sich mit bestimmten Lebensmitteln und Nährstoffen besser konzentrieren kann. Da ich vor etwa zwei Jahren angefangen habe, kochen zu lernen, habe ich dort sozusagen mein Hobby mit meinem Beruf verbunden. 😉

Doch unsere Ernährung kann nicht nur unsere Konzentration fördern. Sie hat auch direkten Einfluss auf unser Gehirn, unser Denkvermögen, Lernleistung und Gedächtnis, sogar unsere Gemütsverfassung und unsere Stimmungen. (Das weiß jeder, der zur Tafel Schokolade greift, um sich aufzumuntern. Doch auch diverse andere Lebensmittel beeinflussen unseren Gefühls-Haushalt.)

In die gleiche Kerbe schlägt auch die Autorin von „Nervennahrung“, Andrea Flemmer. Sie ist Biologin, Ernährungswissenschaftlerin, aktiv im Umweltschutz und hat zahlreiche Ratgeber zum Thema Ernährung veröffentlicht.

Frei nach dem Motto „man ist, was man isst“ (Laotse) möchte sie zeigen, wie wir allein durch unsere Nahrung unserem Gehirn, unserer Seele und uns selbst Gutes tun können. Dabei liegt der Schwerpunkt des vorliegenden Buches auf der „Nahrung fürs Gehirn“, mit der wir vor allem unser Denk-, Lern- und Konzentrationsvermögen verbessern.

Aus dem Inhalt:

Das Gehirn: Was ist Intelligenz? Welche Formen von Intelligenz gibt es? Was ist schlecht für unser Gehirn? (Von Fast Food bis Stress.)

Wie ernährt man sich intelligent: Welche Nährstoffe braucht das Gehirn? Tabellen listen diverse Nährstoffe passend zu ihren jeweiligen Einsatzzwecken auf. (Von Lernleistung bis Entspannung.) Anschließend geht die Autorin in die Tiefe und erklärt die einzelnen Nährstoffe näher: Wie wirken sie? In welchen Lebensmitteln kommen sie vor?

–> Tipp: Ich habe mir an den Rand geschrieben, welche der aufgezählten Lebensmittel ich mag, welche ich schon nutze und welche ich noch auf meinen Speiseplan setzen könnte.

Nervennahrung und Brainfood: Hier geht die Autorin nicht von den Lebensmitteln aus und klopft sie auf ihre Verwendung ab. Stattdessen überlegt sie, welche Lebensmittel sich für welche Aufgaben des Gehirns gut nutzen lassen. Also etwa: Hülsenfrüchte helfen gegen Stress, Kürbiskerne gegen Konzentrationsschwäche, Paprika regt das Denken an, und so weiter.

Zudem gibt es einen Muster-Speiseplan für die ideale Ernährung. Es gibt Empfehlungen, wie man auch im Restaurant „gehirn-gerecht“ essen kann. Es gibt Empfehlungen für Schule und Ausbildung inklusive einem weiteren Muster-Leitfaden, wie man sich mit seiner Ernährung auf eine Prüfung vorbereitet. Es geht um Brainfood im Alter, seltenere Heilkräuter für die Nerven und anderes mehr.

Weitere Tricks für Nerven und Gedächtnis: Was ist sonst noch gut und förderlich für unser Gehirn? (Von einem ausgefüllten Sozialleben über Bewegung und Hirn-Sport bis zu Tipps für einen guten Schlaf.)

Ein lexikalischer Anhang, einige Adressen, ein umfangreiches Quellenverzeichnis und ein Register schließen das Buch ab.

Wie gesagt, ich habe angefangen zu kochen. Und aus meiner entsprechenden Lektüre kann ich viele Tipps von „Nervennahrung“ nachvollziehen. Doch ich bin kein Experte. Zudem ist gerade das Thema Ernährung Schauplatz vieler „Glaubenskämpfe“.

Es wird viele wie Vegetarier, Veganer und Co. geben, denen dieses Buch nicht weit genug geht und die sich gegen die Empfehlungen von Fisch, Fleisch und so fort wehren. Und es wird vermutlich auch viele geben, die das Ganze eher für „heiße Luft“ und die Auswirkungen der Nährstoffe auf unser Gehirn für minimal halten.

Auch muss man beachten, dass die Autorin für eine allgemeine Zielgruppe schreibt. Konkrete Einzelfälle kann sie nicht berücksichtigen. Wenn sie zum Beispiel Jod und Soja empfiehlt, ist das für mich eher schlecht. Hier muss also jeder selbst mitdenken und sollte nicht einfach die Tipps blind übernehmen.

Doch grundsätzlich teile ich ihren natürlichen Ansatz, Körper und Geist über die Nahrung zu fördern und so wenig wie möglich über Medikamente oder die sogenannten Nahrungs-Ergänzungs-Mittel.

Das Buch macht einen sehr soliden, seriösen Eindruck. Die „Aufgeregtheit“ mancher Autoren zu diesem Thema fehlt glücklicherweise.

Teilweise hat es stark wissenschaftlichen Charakter, etwa, wenn die Autorin die einzelnen Nährstoffe aufschlüsselt. Vor allem der erste Teil des Buches verliert dadurch für mich ein wenig an Tempo, wenn man nicht wirklich an diesen Dingen interessiert ist. Der zweite Teil des Buches ist dann wieder stärker anwenderbezogen.

Auf die weiteren Tipps fürs Gehirn hätte man m.E. auch verzichten können. (Von den Mitteln für einen guten Schlaf mal abgesehen, weil es hier wieder um Ernährung geht.) Doch das ist Geschmackssache.

Fazit: Unsere Ernährung beeinflusst unseren Körper, aber eben auch unseren Geist und unsere Seele. Dieses Buch zeigt, wie wir mit „Brainfood“ gezielt unser Denken verbessern.

© 2013 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 11.04.13

Andrea Flemmer, Nervennahrung. Das richtige Essen für starke Nerven und ein gutes Gedächtnis. Hannover 2011 (2., aktualisierte Auflage), 180 Seiten

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