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Andreas Dick, Mut. Über sich hinauswachsen.

Heerscharen von Büchern und Psychologen wollen den Menschen zeigen, wie sie ihre Ängste loswerden. Offenbar kaum jemand scheint sich zu fragen, wie man mutig wird. Dabei braucht es nur Mut, um seine Angst zu überwinden. Dieses Buch geht der Frage nach, was Mut ist und wie man mutiger wird.

Wie kann man seine Ängste überwinden? Dazu gibt es Heerscharen von Büchern mit ebenso vielen Tipps. Seltsam nur, dass sich offenbar kaum jemand zu fragen scheint, wie man eigentlich mutiger wird. Denn wer mutig ist, lässt sich von seinen Ängsten deutlich seltener aufhalten, geht die angsterregende Sache an, überwindet sie – und ist seine Angst los. So einfach ist das.

(Und ja, bitte nicht beschweren, ich vereinfache. 😉 Dennoch, das Prinzip bleibt.)

Der Psychologe und Psychotherapeut Andreas Dick hat sich dieses Themas angenommen, das nicht nur in der Literatur und der Forschung eher stiefmütterlich behandelt wird. Denn statt zu versuchen, die Ängste zu heilen, könnte man sich ihnen auch „einfach“ stellen – und erkennen, dass sie oft grundlos gewesen sind. Was man dazu allerdings braucht, ist, genau, Mut.

Gut, was ist also Mut und wie wird man mutiger?

Mut ist nicht nur notwendig, wenn man sich körperlich bedroht sieht. Mut ist auch wichtig für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und wenn man ein gutes Leben führen will. Der Autor schreibt dazu:

  • Eine kurze Geschichte des Mutes, Mut in der Literatur und Kulturgeschichte
  • Was ist Mut? Welche Formen von Mut gibt es? Was ist nicht Mut und mutig?
  • Mut bei chronischen Ängsten und wie man sich von diesen befreien kann
  • Wie man sich mit Mut von Abhängigkeiten aller Art befreit
  • Wie man Mut zu Nähe, zu Liebe und zu anderen Menschen entwickelt
  • Wie man mit Mut existenzielle Krisen und Schicksalsschläge meistert
  • Wie man Mut zu sich selbst und zum eigenen Ich entwickelt
  • Wie man mit Mut Lebensziele und Lebensträume verfolgt

Dazu gibt es noch eine kurze Zusammenfassung, wie man mutiger wird. Der Autor nutzt hier auch Vorbilder aus der Geschichte und der Literatur, um die theoretischen Tipps plastisch und anschaulich werden zu lassen.

Und ein letztes Kapitel widmet sich dem Thema, wie man anderen Menschen Mut machen kann.

Ich finde das Buch weitgehend gut und verständlich geschrieben. Nur manchmal geht dem Autor der „fachwissenschaftliche Jargon“ durch. 😉

Die Beispiele kann ich gut nachvollziehen. Aufzählungen machen es mir leichter, den Text zu lesen. Und auch die Zusammenfassungen am Ende jedes Kapitels finde ich schön.

Allerdings schwankt Dick meiner Meinung nach ein wenig unentschlossen zwischen wissenschaftlicher Abhandlung und praktischen Tipps für den Alltag hin und her. Das bedeutet, der Leser sollte mehr als nur flüchtige „Küchenrezepte“ haben wollen und sich auch für den philosophisch-psychologischen Unterbau erwärmen können.

Ein schönes Buch, ein wichtiges Buch. Denn gerade in unserer heutigen Zeit und Kultur hat das Sicherheitsdenken oft überhand genommen und hält die Menschen in unnötigen Ängsten gefangen. Absolute Sicherheit gibt es nicht und ohne Mut gibt es kein erfülltes Leben. Oder um mit dem Autor Demokrit zu zitieren: „Mut steht am Anfang des Handelns, Glück an seinem Ende.“

Fazit: Es kann so „einfach“ sein, seine Angst zu überwinden. Alles, was man braucht, ist Mut. Dieses Buch hilft dabei.

© 2011 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 03.11.11

Andreas Dick, Mut. Über sich hinauswachsen. (Psychologie Sachbuch) Bern 2010, 264 Seiten

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