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Barbara Sher, Lebe das Leben, von dem du träumst

Für die bekannte Bestseller-Autorin Barbara Sher steht fest: Wir werden dann glücklich, wenn wir unsere Begabungen leben, also das, was wir in uns tragen. Unsere (Lebens-) Träume weisen auf diese Begabungen hin. Verwirklichen wir unsere Träume, finden wir auch persönliche Erfüllung – und eben Glück. In diesem Buch zeigt sie, wie wir unsere Träume erkennen und ausbremsende Widerstände beseitigen.

Von Barbara Sher habe ich vor ein paar Jahren den Bestseller „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will“ rezensiert. Dort ging es vor allem um diverse Blockaden, die uns daran hindern, unsere Wünsche und (Lebens-) Träume zu erkennen. Mit ihrem neuen Buch „Lebe das Leben, von dem du träumst“ will sie ihren Lesern praktisches Knowhow an die Hand geben, um diese Lebensträume zu verwirklichen.

Sher ist Karriereberaterin und Autorin, sie hält weltweit Vorträge und Workshops. Mit ihren Büchern und Seminaren will sie den Leuten helfen, tief in sich liegende Lebensträume zu erkennen und wahr werden zu lassen.

Sie ist der Meinung – und das ist auch mein Ansatz -, dass wir dann glücklich sind, wenn wir unsere Begabungen leben, also das, was wir in uns tragen. (Vor einigen Jahrzehnten wurde das als Schlagwort „Selbstverwirklichung“ modern.) Unsere (Lebens-) Träume weisen auf diese Begabungen hin. Verwirklichen wir unsere Träume, finden wir auch persönliche Erfüllung – und eben Glück.

Zu Beginn des Buches erzählt sie ein wenig von sich selbst: Wie sie als alleinerziehende Mutter zweier Kinder jahrelang mit zwei Jobs ums Überleben kämpft. Wie sie in den seltenen Momenten, in denen sie zur Ruhe kommt, die nagende Stimme unerfüllter Träume hört. Wie sie mit den (damals) üblichen Ratgebern und Erfolgs- / Motivationsbüchern versucht, ihr Leben zu ändern. Und wie sie darin gnadenlos versagt.

Irgendwann hat sie die Nase voll von den üblichen Lehren wie etwa: Du musst doch nur positiv denken, dann ist alles möglich. Ignoriere alle deine Gefühle, außer, sie sind positiv. Vergiss das, was du dir wünschst; tu lieber das, was du gut kannst. Zweifle nie an dir. Du bist für deine Sicht der Dinge selbst verantwortlich. Du musst entschlossen und willensstark sein. Du darfst niemals die Angst siegen lassen. Du musst immer genau wissen, was du willst.

Sie kam zu dem Schluss: Sorry, Leute, das kann ich nicht. Ich habe Angst, ich zweifle an mir, ich habe manchmal ausgesprochen negative Gefühle, ich bin nicht sonderlich willensstark (sie scheint unter anderem ein Problem mit Diäten zu haben, aber auch ein „kreativer Chaot“ zu sein ;-)), und und.

(Logischerweise wehrt sie sich deshalb auch dagegen, an ihrer Persönlichkeit zu arbeiten. Sie steht stattdessen auf dem Standpunkt: Finde und hol dir das, was zu dir passt; und durch die veränderten Umstände ändert sich deine Persönlichkeit von ganz allein.)

Tja, doch wie verwirklicht man unter solchen Umständen seine Lebensträume?

Dazu verfolgt sie im Grunde zwei Leitlinien:

A) Sher legt Wert darauf, keine „Universal-Ratschläge“ zu erteilen. Keine zwei Menschen sind gleich. Was für den einen gut ist, kann für einen anderen komplett danebengehen. Man sollte deshalb nicht blind anonymen Erfolgsprogrammen folgen, sondern das finden, was zu einem passt und was einem möglich ist. Dazu liefert sie ein Set von Antworten und Ideen, unter denen der Leser wählen kann. Auch Reflexionsaufgaben sollen helfen, das eigene Wesen besser zu erkennen.

B) Sehr viele Tipps und Ansätze von Barbara Sher drehen sich im Prinzip darum, den „inneren Schweinehund“ und die inneren Widerstände zu überlisten. So nach dem Motto: Ich bekomme sie nicht weg, sie sind nun mal da. Ich muss mir irgendwelche Tricks einfallen lassen, um mich an ihnen „vorbeizuschleichen“.

Aus dem Inhalt:

Lektion 1: Was motiviert Sie? — Diverse Motivationsstile. Herausfinden, was einen selbst motiviert, durch welche „Motivatoren“ man angetrieben wird. (Das kann zum Beispiel von Lob und Belohnungen über Antreiben und (Termin-) Druck bis zur (Selbst-) Bestrafung reichen; aber auch noch vieles andere mehr.)

Lektion 2: Suchen Sie sich Verbündete. — Alle Veränderungen lösen Angst aus. Einem Traum zu folgen kann sehr einsam machen, man kann sich manchmal hilflos und wie ein Kind fühlen. „Imaginäre Verbündete“ schützen dann vor Angst und Unsicherheit. Diverse Übungen, wie man diese Verbündeten aufbauen kann.

Lektion 3: Die eigenen Gefühle verstehen. — Gefühle können antreiben, aber auch blockieren. Diverse Übungen, um Gefühle zu erkennen und zu benennen.

Lektion 4: Klar Schiff machen für einen Traum. — Wer Neues in sein Leben lassen will, muss oft buchstäblich erst einmal Platz dafür schaffen, diverses Überholtes rauswerfen, aufräumen. Diverse Entrümpelungstipps.

Lektion 5: Entdecken Sie Ihre Begabungen. — Nach Spuren suchen, die die eigenen verborgenen Talente hinterlassen haben. Muster erkennen. Mit Phantasie in die Zukunft weiterdenken. Mit einer Probe in die Tat umsetzen, ins konkrete Tun kommen.

Lektion 6: Der innere Widerstand oder was hindert Sie? — Unsere Sicherheitsinstinkte sind uns angeboren, sie und unser innerer Widerstand wollen uns schützen. Tipps und Übungen, um diesen Widerstand zu überlisten.

Lektion 7: Die Ideenbank. — Zwölf Ideen, um an Hilfe und Informationen zu kommen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Hilfe durch andere Menschen.

Lektion 8: Die Generalprobe. — Verschiedene Übungen, wie man aus bisherigen noch unklaren Wünschen ein erstes Ziel beziehungsweise einen ersten Traum herauskristallisieren und angehen kann.

Lektion 9: Einen Wünschekatalog zusammenstellen. — Wie man Stück für Stück klarer sieht und sich von Dingen trennt, die man nicht weiterverfolgen will. Diverse Möglichkeiten, um seine Träume zu erkennen. // Dazu gibt es in diesem Kapitel auch einige Berichte von Erfolgsteams und einige Buchtipps.

Lektion 10: Lebe das Leben, von dem Du träumst. — Ein Kurzprogramm, wie man seine Lebensträume in neun Schritten verdichtet.

Epilog (Ausklang) mit einem Erfolgsbeispiel.

Eigene Beispiele und die Bespiele von Klienten / Teilnehmern dienen zur Veranschaulichung.

Sher arbeitet viel mit Vorstellungsübungen, Visualisierungen, (Schreib-) Übungen, die Intuition und Unbewusstes aktivieren sollen; die das herauslassen sollen, was man in sich trägt. Als „Erfinderin“ oder sagen wir mal lieber „Schöpferin“ der Erfolgsteams setzt sie auch viel auf das gemeinsame Tun mit anderen.

Ich finde es sympathisch, dass sie zu ihren menschlichen Schwächen steht. Da sie, wie sie selbst sagt, große Probleme mit der Arbeit an der eigenen Persönlichkeit hat, verlangt sie auch nicht von anderen Menschen, sich so zu ändern. Stattdessen bietet sie Hilfestellung, um „sich auszutricksen“ und ggf. im Nachhinein durch die veränderten Bedingungen doch noch eine Änderung im Wesen zu erfahren.

Gewöhnungsbedürftig finde ich allerdings die Struktur ihres Buches. Denn sie kommt erst recht spät auf die eigentlichen Träume zu sprechen und darauf, wie man diese erkennen / herausfiltern kann. Die früheren Kapitel handeln dagegen von Bedingungen, die bei der Umsetzung dieser Träume helfen. Hier hätte ich die Reihenfolge getauscht.

Auch die Übungen mit ihrem emotional-intuitiv-kreativen Ansatz dürften für etliche eher gewöhnungsbedürftig sein. Ich selbst finde sie sehr erfrischend. Dass solche Übungen auch bei eher rational-analytisch veranlagten Menschen vieles freisetzen, kann ich aus der Arbeit mit meinen eigenen Teilnehmern bestätigen. Man muss diese allenfalls dazu bekommen, sich auch darauf einzulassen. 😉

Fazit: Viele Übungen, wie man seine Lebensträume erkennt und ausbremsende Widerstände beseitigt – oder sagen wir lieber: Umgeht. 😉 Wer wirklich Nutzen aus dem Buch ziehen will, sollte die Übungen auch machen. Sonst reicht es zumindest für eine kleine Inspiration und Motivation.

© 2013 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 14.06.13

Barbara Sher, Lebe das Leben, von dem du träumst, München 2012 (zweite Auflage von 2007, am. Original 1996), 240 Seiten

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