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Barbara Sher: Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will.

Wenn Sie nicht wissen, was Sie wollen, aber auch nicht die Schuld allein den berühmten Sachzwängen geben wollen, könnte dieses Buch etwas für Sie sein. Denn es lässt Sie an eigenen Hindernissen und Blockaden arbeiten, die oft die wahre Ursache dafür sind, wenn Sie sagen: Ich weiß nicht, was ich will.

Wenn wir nicht das tun, was wir eigentlich wollen, kann es dafür viele Gründe geben. Zu einer beliebten Ausrede wird immer gern gegriffen: Die Sachzwänge sind schuld. Zu einer weiteren beliebten „Ausrede“ wird nicht minder gern gegriffen: Wir wissen ja gar nicht, was wir wollen. Also können wir es auch nicht tun.

Und ja, ich weiß, dass ich provoziere: Natürlich gibt es Grenzen. Und niemand greift bewusst zu dieser „Ausrede“. Noch dazu sind wir heute von einer solchen Vielzahl an Möglichkeiten umgeben, dass die Freiheit schnell zur Qual der Wahl werden kann.

Dennoch stimme ich der Karriereberaterin, Therapeutin und Autorin Barbara Sher zu, dass das Problem weniger darin liegt, dass wir nicht wissen, was wir wollen. Es liegt vielmehr in sehr vielen Fällen darin, dass wir uns selbst daran hindern, zu wissen (und zu tun), was wir wollen.

Der Grund dafür sind nach Sher diverse innere Konflikte und Blockaden, die uns daran hindern, zu unseren Wünschen vorzudringen.

Wenn wir diese Blockaden aufdecken könnten, würde uns das auch in die Lage versetzen, unsere Träume zu erkennen und uns das zu holen, was wir wollen.

In ihrem Buch behandelt sie einige der häufigsten dieser Konflikte. Und sie nennt Strategien, sie zu überwinden.

Aus dem Inhalt:

  • Die Erwartungen der anderen: Niemand lebt und handelt im luftleeren Raum. Wir alle sind von klein auf von Erwartungen umgeben, die wir zu leben versuchen – und die uns oft ausbremsen.
  • Im sicheren Hafen bleiben: Wenn wir zu großen Wert auf Sicherheit legen oder dem Gewohnheitstier in uns die Zügel schießen lassen.
  • Angst vor dem Erfolg: Wenn wir hinter unseren Möglichkeiten bleiben, um uns nicht von Freunden und Familie zu entfernen. Glaubenssätze, denen wir folgen, wie der, dass Frauen nicht erfolgreich zu sein haben. Und anderes mehr.
  • Zu viele verschiedene Dinge wollen: Die Unfähigkeit von „Scannern“, sich auf eine Sache zu konzentrieren – und wie man diese sinnvoll einsetzen kann.
  • Alles im grünen Bereich – aber im falschen Beruf: Wenn wir eine Karriere gegen unseren Willen führen und unsere innere Leere mit der Ersatzbefriedigung Konsum zu füllen versuchen.
  • Nicht anerkannt werden: Wenn das, was wir wollen, von unserem Umfeld oder der Gesellschaft nicht gutgeheißen wird.
  • Mit Erwachsenwerden überfordert sein: Wenn wir uns dem „Ernst des Lebens“ noch nicht stellen wollen.
  • Alles auf Anfang: Wenn wir uns neu orientieren und vielleicht zum ersten Mal darüber nachdenken, was wir eigentlich wirklich wollen.
  • Den Verlust betrauern: Wenn wir einen Traum verfolgt haben und ihn aufgeben müssen.
  • Kein Interesse: Wenn wir absichtlich nichts wollen, um uns zu schützen und das Leben nicht riskieren zu müssen.
  • Alles zu gewöhnlich: Wenn wir keine Lust haben, mühsam und klein anzufangen, und sofort groß einsteigen wollen.
  • Der rote Hering: Wenn wir einen Ersatzwunsch verfolgen, um den eigentlichen Wunsch nicht vor uns zugeben zu müssen.

Zu all diesen Themen liefert Sher erklärende Hintergrundinformationen. Dazu gibt es etliche einfache, aber effektive Übungen, um die eigenen Widerstände besser zu erkennen und nach Lösungen zu suchen.

Kleines Manko: Der Leser muss sich selbst in einem dieser „Fälle“ wiedererkennen. Es gibt keinen „Test“ oder sonst eine geführte Vorgehensweise, mit der er seine Blockaden zuordnen kann.

Durch die vielen veranschaulichenden Beispiele dürfte das aber nicht allzu schwer fallen. Zumal „reine“ Formen von Blockaden wohl kaum vorkommen werden. Eine ganz persönliche Mischung von „Ausbremsern“ dürfte wohl eher an der Tagesordnung sein.

Und vielleicht auch etwas zu großes Gewicht auf Kindheitserfahrungen und familiärem Umfeld, die diese inneren Konflikte und Blockaden verursachen. Obwohl hier zweifellos die meisten unserer Denk- und Handlungsmuster geprägt werden.

Aber sonst eine gelungene Mischung aus fundiertem „Lesefutter“ und praktischen Übungen.

Fazit: Ein wichtiges Buch für alle, die sich selbst besser verstehen und damit ihren Wünschen auf die Spur kommen wollen.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 09.02.10

Barbara Sher, Barbara Smith, Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will, München 2006 (9. Auflage von 2005, am. Original 1994)

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