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Wie wird man Schriftsteller? Schriftsteller schreiben. Und wer dazu noch einen Anlass oder Anregungen sucht, wird bei Bonni Goldberg fündig. Mit 200 Schreibübungen lädt sie dazu ein, das Kreative Schreiben oder Creative Writing kennenzulernen und in seinen Alltag einzubauen.

Wie wird man Schriftsteller? Schriftsteller schreiben.

So führt die Dichterin und Dozentin für Creative Writing Bonni Goldberg den Leser in ihr Buch „Raum zum Schreiben“ ein. Schreiben lernt man nur durch schreiben. Natürlich können Informationen, Fakten, Wissen hilfreich sein. Aber Schreiben lernt man, wie viele andere Dinge auch, eben nur durch die Praxis: Durch Schreiben.

Und wer dazu Anregungen sucht, der ist bei ihren Schreibübungen „in 200 genialen Lektionen“ goldrichtig. Wobei ich nicht beurteilen will, ob die Lektionen genial sind. *schmunzel*

Sie sind gut und sie erfüllen ihren Zweck: Sie können sie als Aufwärmübungen nutzen. Als Anregungen und Inspirationshilfen für das eigene Werk. Für die Schreibgruppe. Als Hobby, um sich die Langeweile zu vertreiben. Oder auch als Einstieg und Schnupper-Runde ins Kreative Schreiben.

Der Aufbau ist immer der gleiche: Pro Seite gibt es eine Übung. Jede Übung wird von einer kurzen Hinführung zum Thema eingeleitet. Dann kommt die Übung selbst. Und abschließend lädt ein passendes Zitat zum Weiterdenken und Reflektieren ein.

Die Themen sind unterschiedlich.

Teilweise beziehen sie sich auf Elemente des Schreibprozesses. Sie wollen dazu animieren, bildhaft zu schreiben, seine Beobachtungsgabe zu trainieren, die Perspektive zu wechseln, Vergleiche zu ziehen, auf Ton und Klang zu achten, Stimmungen zu erzeugen, und und.

Teilweise sollen sie einen auch sensibel machen für Themen, die die Leser berühren, damit man sie als Schriftsteller umso besser rüberbringen kann. Also etwa die „großen Themen“ wie Liebe, Tod, Hass, Gewalt. Aber auch Teile unseres Lebens wie Geschwisterbeziehungen oder Geschlechterrollen. Bis hin zu ganz banalen Themen wie Ausflügen und Autofahrten, die einfach nur die Freude am Schreiben wecken sollen.

Das Ganze ist warmherzig und einfühlsam geschrieben. Die Autorin bringt sich auch selbst immer wieder ein, zeigt sich als Mensch und als Kursleiterin.

Schade finde ich allerdings, dass das Ganze eher ungeordnet und planlos passiert. (Und nein, Systematik und Phantasie müssen kein Widerspruch sein. ;-)) Ich hätte mir irgendeinen roten Faden durch diese Übungen gewünscht.

Doch sonst: Viele schöne Übungen mit kleinen Schnipseln von Hintergrundinfos, die genau das bieten, was sie versprechen – jede Menge Raum zum Schreiben.

Fazit: Ein Arbeitsbuch mit Übungen zum Kreativen Schreiben. Wer bis jetzt meinte, dass er keinen Anlass oder Grund zum Schreiben hat – hier ist einer. 😉

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 12.07.10

Bonni Goldberg, Raum zum Schreiben. Creative Writing in 200 genialen Lektionen. Berlin 2005 (2. Auflage von 2004, amer. Original 1996), 209 Seiten

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