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Systematisch zu arbeiten und spielerisch mit kreativen Schreibmethoden zu spielen, muss kein Widerspruch sein. Im Gegenteil. Wissenschaftliches Schreiben und kreatives Schreiben können eine fruchtbare Verbindung eingehen. Wie das geht, das zeigt die Autorin und Professorin Brigitte Pyerin in ihrem gleichnamigen Buch.

Wissenschaftliches Schreiben wird an guten Universitäten schon länger unterrichtet. Es hat sich herumgesprochen, dass Studenten nicht automatisch wissen, wie man wissenschaftlich arbeitet und schreibt, nur weil man studiert.

Kreatives wissenschaftliches Schreiben kommt nicht so häufig vor. Im Prinzip kombiniert es wissenschaftliche Arbeitsweisen mit kreativen Schreibmethoden. Ziel ist es, dem Schreiben eine spielerische Note zu geben, Lust zu machen, zu schreiben.

Auch sollen Gefühle Platz und Ausdruck finden dürfen, nicht nur Techniken und Methoden. Denn es sind die Gefühle, die einen fürs Schreiben blockieren oder beflügeln.

Die Professorin für Erziehungswissenschaft Brigitte Pyerin will ihren Lesern gleichzeitig zeigen, wie sie systematisch wissenschaftlich arbeiten und wie sie es gelassener, spielerischer, mit mehr Freude tun. Frei nach dem Motto: Wer weiß, wie er wissenschaftlich schreibt, der läuft auch weniger Gefahr, den berüchtigten Schreibblockaden anheimzufallen.

Dazu spricht sie in ihrem Buch über schreibtheoretische Grundlagen, die erwähnten Schreibblockaden, Methoden des kreativen Schreibens und Grundlagen des wissenschaftlichen Schreibens.

Oder konkret schreibt sie über diese Themen:

  • Was beim Schreiben passiert
  • Der neue Ansatz des kreativen wissenschaftlichen Schreibens
  • Tipps und Tricks gegen Schreibblockaden und andere Schreibprobleme
  • Schreibspiele und Methoden des kreativen Schreibens
  • Grundlagen des wissenschaftlichen Schreibens und Lesens
  • Typische Textsorten im Studium wie Hausarbeit, Referat und Diplomarbeit
  • Wie man Schritt für Schritt eine wissenschaftliche Arbeit schreibt

Dazu gibt es ein sehr umfangreiches Literaturverzeichnis, das in seinen detaillierten Quellen-Nachweisen den wissenschaftlichen Hintergrund der Autorin widerspiegelt. Man merkt, dass sie es gewohnt ist, mit vielen Quellen zu arbeiten und diese für ihre Texte auszuwerten.

Manche Rezensenten werfen der Autorin deshalb vor, stark aus anderen Büchern zusammenzutragen. Das ist aber meines Erachtens in Ordnung (zumal sie diese Quellen nennt) und Standardvorgehen (niemand schreibt im luftleeren Raum). Ein Unikat ist dieses Buch in jedem Fall. Ich habe es in dieser Form nirgendwo anders gesehen.

Das Ganze ist schön gegliedert und strukturiert, ich kann gut folgen. Diverse Grafiken und Tabellen lockern den Text auf. Einzelne Übungen laden zum Nachmachen ein.

Mir fallen keine „Knackpunkte“ ein, außer, dass es relativ dicht geschrieben ist. Sie werden es weniger gemütlich auf dem Sofa lesen können, sondern eher konzentriert durcharbeiten müssen. Dafür eignet es sich gut, um gezielt einzelne Arbeitsschritte und Methoden nachzuschlagen und einzuüben.

Übrigens ist Pyerins „kreatives wissenschaftliches Schreiben“ nicht nur für Studenten interessant. Die einzelnen Arbeitsschritte des wissenschaftlichen Schreibens haben viel damit gemeinsam, wie man ganz normale Artikel und Texte schreibt. Sie werden vieles übertragen können.

Fazit: Eine gelungene Mischung aus kreativem und wisssenschaftlichem Schreiben. Ich kann es auch für „ganz normale“ Texte empfehlen.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 03.08.10

Brigitte Pyerin, Kreatives wissenschaftliches Schreiben. Tipps und Tricks gegen Schreibblockaden, Weinheim und München 2003 (zweite, aktualisierte Auflage von 2001), 157 Seiten

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