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Für alle neuen Leser: eBook "Kreative Helfer in Alltag und Beruf"

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Wer Julia Camerons Bücher schätzt, wird vielleicht auch Bedors „Kreatives Marketing für Künstler“ mögen. Denn anders als es der Titel vermuten lässt, geht es hier weniger um „hartes Marketing-Knowhow“. Stattdessen liefert der Autor Reflexionen und Denkanstöße von A wie Alltagsbewältigung bis Z wie Zeitmanagement.

Eines vorweg: Beim „Kreativen Marketing für Künstler“ sollte man weniger geballte Marketing-Tipps erwarten. Ja, es kommt einiges zum Beispiel zum Thema Pressemitteilungen schreiben, Ausstellungen organisieren, Selbstmarketing oder Umgang mit dem Geld.

Doch schon der letzte Punkt deutet es an: In diesem Buch gibt es weniger – und mehr.

Denn statt des erwarteten Marketing-Knowhows liefert der Autor und Postkarten-Künstler Christian Bedor 366 kurze Tagestexte mit Reflexionen von A wie Alltagsbewältigung bis Z wie Zeitmanagement.

Er schreibt vor allem auch viel zur persönlichen Entwicklung von Künstlern und Kreativen. Also etwa Themen wie:

  • Wie werde ich kreativer?
  • Wie löse ich Kreativitätsblockaden?
  • Wie bewältige ich Krisen?
  • Wie gehe ich besser mit mir selbst und meinen Ressourcen um?
  • Wie gehe ich mit anderen um?
  • Wie setze ich Grenzen, arbeite aber auch an eigenen „Charakterfehlern“?
  • Wie gehe ich mit Ängsten um und wachse gleichzeitig an Chancen?
  • Wie erhalte ich meine Gesundheit und „Arbeitsfähigkeit“?
  • Wie organisiere ich mich selbst und meine Arbeit?
  • Und so fort.

Die Tipps sind oft in der neutralen dritten Person geschrieben, und bleiben meist auch relativ allgemein. Also etwa: „Künstler sollten Hilfe annehmen können.“ Oder: „Wir sollten unsere Ressourcen besser schützen.“

Sonst hält sich der Autor als Person eher im Hintergrund, und nur selten einmal huscht ihm ein persönliches „ich“ durch. Wer aufmerksam liest, kann meines Erachtens dennoch sehen, wo Bedor aus eigener Betroffenheit spricht.

Auch die jeden Beitrag beschließenden „Gedanken für heute“ sind selten konkrete Handlungstipps. Oft sind es eher Einladungen zur Selbstreflexion wie etwa: „Wir wollen heute über unseren Umgang mit dem Geben und Nehmen nachdenken.“ Oder: „Wir sollten … (das und das tun)“.

Mich erinnert das Ganze zum Beispiel an Julia Camerons Ratgeber für Kreative plus gelegentlicher Marketing- und Selbstmanagement-Tipps.

Was mir das Lesen erschwert, ist, dass er – bei aller Liebe zur Spiritualität und Religiosität – mitunter zu sehr die höhere Macht erwähnt, der man sich (als Künstler) bewusst werden und der man dankbar sein soll. In dieser Häufigkeit hat es schon fast etwas „Missionarisches“. (Oder sagen wir: Es verrät den „dankbar Bekehrten“.)

Das Gleiche gilt für die aus den USA übernommenen Künstler-Treffen, 12-Schritte-Meetings, die wohl ähnlich wie zum Beispiel die Anonymen Alkoholiker funktionieren.

Auch beim roten Faden, mit dem ich es ja so habe, tue ich mich oft schwer. Das Kernanliegen eines Beitrags kann ich oft nicht klar erkennen.

Fazit: Ich bin etwas gespalten. Die Idee finde ich gut, die Themen finde ich gut. Beim Rest muss jeder selbst überlegen, ob das seinen Geschmack trifft oder nicht. Vor allem der Titel könnte falsche Erwartungen wecken.

© 2011 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 28.02.11

Christian Bedor, Kreatives Marketing für Künstler, Kelkheim 2007, 280 Seiten

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