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Wer Julia Camerons Bücher liebt, wird vermutlich auch Dorothea Brandes „Schriftsteller werden“ lieben. Denn wie die spätere Cameron schreibt Brande weniger klassische Schreibratgeber à la „wie schreibe ich“. Ihr geht es um die Persönlichkeit und das Arbeitsverhalten von Autoren.

Wer Julia Camerons Bücher liebt, wird vermutlich auch Dorothea Brandes „Schriftsteller werden“ lieben.

Denn wie die spätere Cameron schreibt die Autorin, Lektorin und Dozentin für Kreatives Schreiben Brande weniger klassische Bücher à la „wie schreibe ich“.

Ihr geht es um die Persönlichkeit und das Arbeitsverhalten von Autoren. Welche Hürden und Blockaden können auf Schriftsteller warten? Wie bekämpft man diese Blockaden? Welche Arbeitstechniken sollte ein Autor mitbringen? Das und mehr sind ihre Themen.

Deshalb empfiehlt Brande in der Einführung auch, ihr Buch zeitlich möglichst vor Büchern mit praktischen Tipps zum Schreibhandwerk zu lesen. Sozusagen nach dem Motto: Wer mit den Schwierigkeiten und Unsicherheiten, die auf einen Schriftsteller warten können, nicht fertig wird, der braucht auch keine Schreibtipps mehr. 😉

Nicht zuletzt will die Autorin mit ihrem Buch Schreibanfänger an die Hand nehmen, bevor diese angesichts der unüberwindlich erscheinenden Hürden das Handtuch werfen.

Schließlich hat sich jeder Schriftsteller einmal mit grundlegenden Problemen wie „wie bekämpfe ich meine Schreibblockade“ herumschlagen müssen. Damit sind „die Neuen“ nicht allein.

Die Themen lauten zum Beispiel:

  • Typische Schreibblockaden wie Perfektionismus oder mangelndes Selbstvertrauen
  • Eigenschaften, die Schriftsteller mitbringen sollten wie zugleich Künstler und Organisator zu sein; aber auch, welche Zweifel und Ängste dazugehören können
  • Praktische Ratschläge wie sich seine Kräfte einzuteilen, sich feste Arbeitszeiten zuzulegen oder sich von alten Gewohnheiten zu trennen
  • Tipps, wie man seine Stärken erkennen und einen eigenen Stil entwickeln kann
  • Anleitungen und Fragen, mit denen man seine eigenen oder fremde Texte kritisch lesen, beurteilen und für seinen Lerngewinn auswerten kann
  • Übungsanregungen wie etwa die, durch die Imitation anderer Autoren seinen Stil zu schulen, oder die, wieder „richtig sehen zu lernen“
  • Vorschläge für eine kreative und zum Schreiben anregende Freizeitgestaltung
  • Ein Plädoyer dafür, nicht das brandneue, ungewöhnliche Thema finden zu wollen, sondern sich selbst und seine individuellen Sicht- und Schreibweisen als Quelle für Originalität zu erkennen
  • Und Ähnliches mehr.

Der kleine Ratgeber ist leicht und flüssig zu lesen. Er dürfte vor allem für Einsteiger interessant sein, die gut vorbereitet mit dem Schreiben starten wollen. Aber auch Profis können ihr, bis dahin sicher schon durch eigene Erfahrung gewachsenes Wissen abrunden und ergänzen.

Fazit: Eine interessante Alternative zum Kanon der Schreibratgeber. Und ein wichtiger Perspektivwechsel zu Themen, die viel „im Untergrund verborgen“ liegen, aber deshalb nicht minder entscheidend sein können.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 26.01.10

Dorothea Brande, Schriftsteller werden. Der Klassiker über das Schreiben und die Entwicklung zum Schriftsteller. Berlin 2009 (3. Auflage von 2001, amerikanisches Original 1934), 133 Seiten

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