Bleiben Sie auf dem Laufenden:
Newsletter lesen »
Feed lesen »




Eine Schulfreundin war ihr treuer Fan und hat jedes ihrer Bücher verschlungen. Da mein Interesse zu der Zeit allerdings eher „Star Trek“, dem „Handbuch der Astronomie“ oder historischen (Sach-) Büchern galt, und ich auch heute noch kein Fan von Krimis bin, war mir die Bestseller-Autorin Elizabeth George relativ unbekannt. Bis eine meiner Teilnehmerinnen mir ihr Buch „Wort für Wort oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben“ empfahl.

Nun bin ich zwar nach wie vor nicht sonderlich an Belletristik interessiert, aber auch Sachautoren können viel von der „schöngeistigen Literatur“ profitieren. Deshalb musste „Wort für Wort“ in meiner letzten Winterpause daran glauben.

Mein Fazit: Jeder, der Romane schreiben oder einer bekannten Schriftstellerin über die Schulter sehen will, sollte hier zugreifen.

Er oder sie findet in jeweils eigenen Kapiteln

  • „handwerkliche“ Details (Figuren, Schauplatz, Landschaft, Plot)
  • „sprachliche“ Grundlagen (Erzählperspektive, Erzählersprache, Dialog, Szene)
  • „technisch“ Notwendiges (Satzbau, Gliederung, Kernaussage, Spannung)
  • Einblicke in Arbeitsprozess und Vorgehensweise der Autorin
  • und einige kurze Musterbeispiele zu Plot und Co.

Dazu gibt es einen Anmerkungsapparat, ein Register und weiterführende Literaturtipps.

Das Ganze klar und nachvollziehbar geschrieben. Selbst Einsteiger, für die das Buch wohl gedacht ist, werden sich gut zurechtfinden. Und sollte jemandem nicht auf Anhieb klar sein, was zum Beispiel den „allwissenden auktorialen Erzähler“ vom „Ich-Erzähler“ unterscheidet, helfen die zahlreichen Auszüge aus ihren eigenen sowie den Büchern anderer Autoren weiter, die Theorie in der Praxis angewandt zu sehen.

(Nebenbei, hier lag für mich das einzige Manko des Buches: Die für meinen Geschmack mitunter zu ausführlichen Auszüge. Ich gebe zu, dass ich sie nach und nach übersprungen habe.)

Sehr schön finde ich dafür den sehr persönlichen Einblick in die Ängste und Zweifel der Autorin. Das macht sie für mich nicht nur menschlich. Das zeigt vor allem auch, dass Schriftsteller nicht vom Himmel fallen und ein Roman sich nicht von allein schreibt.

Ihr Tenor, dem ich mich anschließe: Ein Buch zu schreiben ist Arbeit, harte Arbeit. Und wer nicht bereit ist, diese Arbeit zu investieren, wird vermutlich dem falschen Ziel nachjagen. Wer aber aus Berufung schreiben will, wird hier seine Erfüllung finden.

Ach ja, das Buch hat mir so gut gefallen, dass ich mir erst einmal aus unserer Bücherei ein paar Krimis von Elizabeth George ausgeliehen habe. Wer weiß, vielleicht schließe ich mich meiner Schulfreundin an und werde Fan. 😉

Fazit: Jeder, der Romane schreiben oder einer bekannten Schriftstellerin über die Schulter sehen will, sollte hier zugreifen.

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 11.01.09

Elizabeth George, Wort für Wort oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben, München 2004 (3. Auflage der amerikanischen Originalausgabe von 2004), 351 Seiten

Bei amazon bestellen …
(Partner-Link, kleine Umsatzbeteiligung für mich)

Möchten Sie meinen Beitrag weiterempfehlen? Dann sage ich mal: Danke. :-)