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Frederic Vester: Denken, Lernen, Vergessen

Das Buch „Denken, Lernen, Vergessen“ von Frederic Vester ist zwar ein Klassiker und hat schon mehr als 30 Jahre auf dem Buckel. Dennoch ist es in so mancher Hinsicht immer noch aktuell. Vor allem, wer Zusammenhänge von Lernen, Lehren und Gedächtnis verstehen will, ist hier richtig.

Sein Autor, der 2003 verstorbene Biochemiker Vester ist zwar vor allem für sein Modell des vernetzten Denkens berühmt geworden.

Doch die ersten Lorbeeren trugen ihm bahnbrechende Erkenntnisse in der Lernbiologie ein. Erkenntnisse, die Vester in einer Fernsehserie von 1973 und dem vorliegenden gleichnamigen Buch einem breiten Publikum bekannt machte.

Aus dem Inhalt:

Das Buch gliedert sich in fünf Teile und einen umfangreichen Anhang.

  • Los geht es mit der „Hardware“, dem Aufbau des Gehirns.
  • Es folgt ein größerer Teil zur „Software“, also zu einzelnen Elementen des Gedächtnisses vom Ultrakurzgedächtnis bis zum Langzeitgedächtnis.
  • Den Einfluss von Drogen, Hormonen und anderen biologischen Stoffen auf unsere Denkprozesse untersucht der dritte Teil – zusammen mit der Frage, was Einfälle begünstigt und Denkblockaden auslöst.
  • Warum Schule und Schulbücher oft eher eine Katastrophe für das Lernen sind als alles andere, behandelt der vierte Teil.
  • Der fünfte Teil widmet sich noch knapp dem Thema, warum Spielen und Spiele gut für das Lernen und das Gedächtnis sind.

Interessant ist auch der Anhang, der deutlich über „normale Standards“ hinausgeht. Hier gibt es nicht nur einen detaillierten Anmerkungsapparat, ein Literaturverzeichnis und ein Register. Vesters berühmte Lernregeln, Selbsttests zu Lernverhalten, Lerntyp und Gedächtnis, sowie eine Aufschlüsselung und Erklärung einzelner Fachbegriffe gehören ebenfalls dazu.

Oder anders formuliert: Die erste Hälfte des Buches behandelt biologische Grundlagen des Lernens. Die zweite Hälfte überträgt sie auf die schulische Praxis, und nennt Fehler wie Verbesserungsmöglichkeiten.

Es ist das große Verdienst Vesters, auf diese Zusammenhänge aufmerksam gemacht und eine Lanze für besseren Unterricht und leichteres Lernen gebrochen zu haben.

Kein Wunder, dass das Buch trotz seines Alters immer noch auf ein enormes Interesse in der Öffentlichkeit stößt. Selbst die nachfolgende Büchergeneration mit ihren neuen, modernen Erkenntnissen geht immer wieder auf diesen Klassiker zurück.

Dabei ist „Denken, Lernen, Vergessen“ leicht verständlich und anschaulich geschrieben, so dass auch Laien gut folgen können.

Aber Achtung: Dieses Buch ist keine Tippsammlung oder Howto. Vester liefert erstklassige Populärwissenschaft. Leser, die schnelle Antworten oder griffige Tipps haben wollen, werden hier vermutlich nicht glücklich werden.

Fazit: Jeder, der sich für die Zusammenhänge von Lernen und Gedächtnis interessiert, und wissen will, wie man Eigenschaften des Gehirns nutzen kann, um leichter zu lernen, ist hier richtig.

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 12.05.09

Frederic Vester, Denken, Lernen, Vergessen. Was geht in unserem Kopf vor, wie lernt das Gehirn, und wann lässt es uns im Stich? München 2007 (aktualis. Neuausg., 32. Aufl. von 1975), 260 S.

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