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Viele Autoren haben sie, nur wenige reden darüber: Selbstzweifel, Ängste, Blockaden – Schreibblockaden. Und genau darum geht es in diesem Buch. Die Professorin für Medienwissenschaften und Redakteurin Friederike Herrmann hat etwa 20 Journalisten um sich versammelt, um das Thema Schreibhemmungen anzugehen.

Viele Autoren haben sie, nur wenige reden darüber: Selbstzweifel, Ängste, Blockaden – Schreibblockaden. 😉

Und genau darum geht es in diesem Buch. Die Professorin für Medienwissenschaften und Redakteurin Friederike Herrmann hat etwa 20 Journalisten um sich versammelt, um das Thema Schreibhemmungen anzugehen.

Aber nicht, wie man vielleicht meinen könnte, als Ratgeber mit Tipps und Techniken, wie man diese Hemmungen aufheben kann. Weit gefehlt.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass die Autoren Einblick geben in ihr eigenes Schreiben. Wie kommen sie ins Schreiben? Welche Hürden und Ängste müssen sie bewältigen? Und wie gehen sie dabei vor?

Denn das Problem nach Herrmann ist, dass man zwar lernen kann, wie man seinen Schreibstil verbessert oder wie ein gelungener Text auszusehen hat. Aber wie man ins Schreiben kommt, wie Texte entstehen, was beim Schreiben passiert – Antworten auf all diese Fragen sind nach wie vor Mangelware.

Hier setzen die beteiligten Journalisten an und gehen in ihren Beiträgen sehr frei auf ihre ganz persönlichen Blockaden und Vermeidungsstrategien ein. Manche liefern auch den einen oder anderen Tipp, was sie dann dagegen tun.

Aber, wie gesagt, Herrmanns „Unter Druck“ will keine Ratschläge erteilen. Einen allgemeingültigen „Königsweg“ kann es hier nicht geben.

Die Autoren wollen mit ihren eigenen Beispielen zeigen, dass Schreibschwierigkeiten für viele – wenn auch nicht für alle -, die schreiben, dazugehören. Schreibblockaden sind keine Ausnahmeerscheinung. Sie sind ein Teil des Schreibprozesses. Jeder, der schreibt, kann deshalb nur lernen, sie zu akzeptieren und an seiner eigenen Schreibstrategie zu arbeiten.

Einige weiterführende Tipps – neben den individuellen Beispielen – liefert das Buch aber doch:

Ein etwa 20seitiger „Analysen“-Teil bietet einige Ergebnisse der Schreibforschung und aus dem amerikanischen Creative Writing. Mit Tipps, um lockerer zu schreiben, aber auch Hintergrundinfos, wie die Dinge zusammenhängen.

Und ein etwa 30seitiger „Übungs“-Teil stellt noch einige Übungen zum journalistischen Schreiben vor.

Dazu gibt es ein Literaturverzeichnis und eine Kurz-Biografie der am Buch beteiligten Autoren.

Fazit: Einmal ein ganz anderes Buch zum Dauerbrenner Schreibblockaden. Mit erfrischend offenen Einblicken in die Schreibfreuden und Schreibqualen von zwei Dutzend Schreibprofis. Ein Mutmacher, sich nicht für den „gestörten Ausnahmefall“ zu halten. 😉

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 13.10.09

Friederike Herrmann (Herausgeberin), Unter Druck. Die journalistische Textwerkstatt. Erfahrungen, Analysen, Übungen. Wiesbaden 2006, 212 Seiten

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