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Friedhelm Schwarz: Muster im Kopf. Warum wir denken, was wir denken.

Unsere Denkmuster durchziehen unser ganzes Selbst. Sie prägen unsere Einstellungen und Verhaltensweisen. Zum Problem werden sie, wenn sie mit den Änderungen der Zeit nicht mithalten oder uns eher schaden, als nützen. Umso wichtiger ist es, zu verstehen, wie alles zusammenhängt. Denn nur, wer sich selbst versteht, kann sich auch ändern.

Friedhelm Schwarz arbeitet als Autor und Ghostwriter an der „Schnittstelle von Wirtschaft und Sozialwissenschaft“. Er ist also kein Experte, Trainer oder Ähnliches für das Thema. Dennoch – oder trotzdem – ist ihm mit seinem Buch „Muster im Kopf“ ein schöner Überblick gelungen, wie unser Denken mit allem zusammenhängt:

Mit unserer Persönlichkeit, unserer Lebensgestaltung und unseren Entscheidungen, Einstellungen und Verhaltensweisen, Vorurteilen und Werten, der Prägung durch unser Umfeld und von außen, der Prägung durch unsere eigenen Erfahrungen und jeweiligen Lebensalter, und und.

Es tut dem Buch und seinem Thema gut, dass es weniger fachwissenschaftlich aufbereitet ist, sondern eher übergreifend und interdisziplinär.

Schwarz will nicht lang und breit Hintergrundinformationen liefern. Ihm geht es darum, unsere Denkmuster und ihren Einfluss auf unser Leben insgesamt besser zu verstehen.

Denn nur, was man versteht, kann man auch ändern.

Und ändern müssen wir uns und unsere Denkgewohnheiten. Darum kommen wir seiner Meinung nach nicht herum.

Zu schnelllebig ist unsere Welt geworden, in der eine Neuerung die nächste jagt und ganze Lebensentwürfe zusammenbrechen. Es wäre wichtig, hier passend reagieren zu können. Doch unser Denken verharrt nach wie vor in jahrzehntealten Mustern.

Im umfangreichsten ersten Teil des Buches geht es um einige Grundlagen des Denkens: Worauf unsere Sicht der Welt basiert. Warum unser Denken unser Leben prägt. Was unsere Talente und unsere Intelligenz ausmacht. Welchen Einfluss unsere Gene und die Gesellschaft auf uns haben. Welche Lebensjahre unser Denken am stärksten prägen. Und anderes mehr.

Im zweiten Teil des Buches geht es um die Probleme, die unser Denken verursachen kann. Um unsere Ängste, Vorurteile, Erwartungen, Wahrnehmungsfehler, falschen Entscheidungen und so weiter. Für ein neues Denken wäre es notwendig, diese Muster erkennen und aufbrechen zu können.

Logisch, dass das auch das Thema des dritten Teils ist: Wie wir unsere mentalen Kräfte mobilisieren und ein neues Denken entwickeln.

Allerdings ist dieser Teil, im Gegensatz zum sehr guten ersten Teil des Buches, etwas unbefriedigend für mich. Er ist zu knapp, reißt vieles an, ohne greifbare, umsetzbare Antworten zu liefern.

Hier wird dem Buch vielleicht sein Ansatz, eher einen Überblick bieten zu wollen, zum Nachteil. Ich zumindest hätte unter Themen wie „richtig entscheiden lernen“ auch ein paar „handfeste“ Tipps erwartet, wie ich mich denn nun entscheiden kann.

Genauso beim Epilog und Ausblick auf neue Möglichkeiten, das Denken zu verändern, wie etwa die Neurodidaktik oder die Neuropädagogik. Auch hier hätte man mehr machen können. Aber vielleicht ist das auch Teil eines zukünftigen Buches.

Sehr schön finde ich das umfangreiche Literaturverzeichnis und Register. Auch die Zusammenfassungen am Ende eines jeden Abschnitts kommen gut. So kann man das Wichtigste noch mal gebündelt auf drei bis vier Seiten nachschlagen.

Schwarz‘ „Muster im Kopf“ sind, wen wundert’s angesichts der Herkunft des Autors, gut und flüssig geschrieben. Und wer sich am knappen Schluss nicht stört, wird hier gut bedient, um seine „Muster im Kopf“ besser kennenzulernen.

Fazit: Wer seine Denkmuster und ihren Einfluss auf sein Leben besser verstehen will, ist hier richtig.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 23.02.10

Friedhelm Schwarz, Muster im Kopf. Warum wir denken, was wir denken. Reinbek bei Hamburg 2007 (2. Auflage von 2006), ca. 200 Seiten

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