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Gudrun Sonnenberg, Kollege Ich. Die Kunst, allein zu arbeiten.

Autoren, Texter, Künstler und Kreative arbeiten von jeher oft als Einzeltäter von zuhause aus. Doch auch bei anderen Berufsgruppen nimmt diese Arbeitsform zu. Und mit ihr nehmen die Probleme zu. Denn nicht jeder ist mit der Freiheit glücklich, die ihm ein sogenanntes Home Office beschert. Lösungen bietet die freie Journalistin Gudrun Sonnenberg mit ihrem Buch „Kollege Ich. Die Kunst, allein zu arbeiten.“

Die Autorin von „Kollege Ich“, Gudrun Sonnenberg, ist freie Journalistin. Und als solche kennt sie den Arbeitsalltag vieler freischaffender Texter, Autoren, Kreativer, aber auch „ganz normaler“ Menschen, die allein und von zuhause aus arbeiten, aus eigener Erfahrung.

Wenn man eine Zeitschrift aufschlägt, die sich mit Job und Karriere beschäftigt, findet man Artikel zuhauf, die sich mit dem ganz normalen Büro-Wahnsinn befassen. Doch was ist eigentlich mit all denen, die unsichtbar im stillen Kämmerlein von zuhause arbeiten?

Für diese Menschen, die ohne große Lobby dastehen, hat Sonnenberg ihr Buch geschrieben. Egal, ob es sich um Menschen handelt, die gerade ihre Abschlussarbeit schreiben. Um Schriftsteller und Künstler. Oder selbständige „Einzeltäter“.

Denn die Arbeit im Home Office kann zwar für viele der Himmel sein. Man kann Arbeit und Privatleben besser verbinden, kann sich die Zeit frei einteilen, ist flexibler und vieles andere mehr.

Doch viele kämpfen auch immer wieder mit Problemen, die einem diese Freiheit beschert.

Aus dem Inhalt:

  • Wer arbeitet eigentlich allein und in einem sogenannten Home Office?
  • Warum arbeitet jemand allein? Wie richtet man sich einen eigenen Arbeitsplatz ein? Welche Dinge sind am Anfang noch zu beachten?
  • Wenn die Probleme kommen: Disziplinschwierigkeiten, Ablenkungen und Versuchungen, schlechtes Selbstmanagement, Motivationsprobleme, Einsamkeit, Ängste und Überforderung, Misserfolge und Katastrophen.
  • Lösungen und Perspektiven: kleine Motivationstricks, Hilfe bei Disziplinproblemen, Netzwerken, Erfolgsteams und Austausch-Möglichkeiten, und anderes mehr.
  • Wenn die Probleme überhand nehmen: Entscheidungshilfen, ob man (so) weitermachen will, Tipps für einen Neustart, soll es doch eine feste Anstellung sein, und so fort.
  • Literatur und Links

Die Probleme und Lösungen hätte ich vielleicht nicht auf zwei Kapitel aufgeteilt, sondern immer direkt aufeinander bezogen.

So muss man sich immer wieder neu eindenken: In einem Kapitel heißt es „es können die und die Disziplinprobleme auftreten“. Dann kommt vieles andere. Und erst etliche Seiten später, in einem weiteren Kapitel heißt es „dagegen kann man das und das tun“.

Schön finde ich dafür die Denkfragen und Entscheidungshilfen im letzten Kapitel: Nicht für jeden ist eine Selbständigkeit oder eine Tätigkeit als „Einzeltäter“ in einem Home Office das Richtige. Sich dann durchzubeißen bis zum bitteren Ende kann nicht die Lösung sein. Die Autorin gibt einem hier Instrumente an die Hand, die einem gegebenenfalls den Richtungswechsel erleichtern.

Schön anschaulich finde ich auch die eingestreuten Interviews und Praxisfälle von Leuten, die allein arbeiten.

Einziger Wermutstropfen: Wer denn nun wirklich gern in seinem Home Office arbeitet, der braucht dieses Buch eigentlich nicht. Denn abgesehen von eher allgemeinen Tipps in Sachen Motivation, Selbstdisziplin, Vernetzung und so fort erfährt der Leser kaum Neues.

Dafür können diese Tipps natürlich die rettende Schwimmweste für alle sein, die an ihrer Einzeltätigkeit und ihrer Arbeit von zuhause aus verzweifeln.

Fazit: Wer mit seiner Arbeit als „Kollege Ich“ auf Kriegsfuß steht, sollte hier zuschlagen. Wer mit ihr glücklich ist, kann sich auch weiter ohne Buch an ihr erfreuen. 😉

© 2011 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 11.01.2011

Gudrun Sonnenberg, Kollege Ich. Die Kunst, allein zu arbeiten. München / Zürich 2005, 222 Seiten

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