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Spitzensportler haben ihren Personal-Trainer. Wer krank ist, geht zum Arzt oder „Psychiater“. Doch persönliche Trainer kosten einiges an Geld. Bis zur Krankheit sollte man es besser nicht kommen lassen. Und schließlich kennt man sich selbst eh am besten. Die Lösung der norwegischen Bestseller-Autoren lautet deshalb: Selbstcoaching. Mit ihrem Buch wollen sie den Menschen zeigen, wie sie an sich selbst arbeiten können, um ein besseres Leben zu führen.

Die Autoren des norwegischen Bestsellers „ich coache mich selbst“, Gunnar Cramer und Dag Furuholmen, sind Ärzte und Psychiater. Sie haben ein psychologisches Training entwickelt, um Menschen für „anspruchsvolle Situationen in Alltag und Beruf“ (Zitat aus dem Klappentext) fit zu machen. Dazu geben sie Seminare und bieten Therapien an.

Mit dem Buch wollen sie zeigen, dass man mit den richtigen Übungen aus vielen negativen Verhaltensmustern herausfindet, um den Ansprüchen des besagten Alltags besser begegnen zu können.

Das Buch ist für alle, die mit „normalen Alltags- und Lebensproblemen“ kämpfen. Es ist bewusst als Ratgeber, als Hilfe zur Selbsthilfe gestaltet, damit die Menschen damit praktisch arbeiten können. Ein Fachbuch ist es nicht, doch man kann es als Nachschlagewerk nutzen, wenn man einzelne „Problemzonen“ wiederholt / gezielter angehen möchte.

Der Mensch entwickelt sich nicht nur in Kindheit und Jugend. Auch wenn wir schon erwachsen sind und uns eine bestimmte Lebensform zugelegt haben, müssen wir unsere Persönlichkeit genauso trainieren wie unseren Körper, so die Autoren. Wir werden immer wieder dem Unbekannten, neuen Herausforderungen begegnen. Und wir werden immer wieder neue Verhaltensweisen und Strategien brauchen.

Wer „sich selbst coachen“ kann, kann sich in diesem Sinne weiterentwickeln und verändern. Er kann gezielt an seinem Leben und seiner Lebensqualität arbeiten. Und er kann handeln, bevor psychische Probleme oder körperliche Erkrankungen auftreten – die ihn zu Ärzten und Psychiatern wie den erwähnten Autoren führen würden. 😉

Aus dem Inhalt

1. Kapitel: Grundlagen des Selbstcoaching

Seine psychologische Verfassung erkennen. Seine Muster erkennen, um sie ersetzen zu können. Seine  Eigenschaften besser in Balance bringen. Verantwortungsvoll handeln können. Mentaltechniken lernen.

Einsatzgebiete von Selbstcoaching: Kontaktfähigkeit, offene und direkte Kommunikation, innere und äußere Kongruenz (Stimmigkeit), Änderung alter Verhaltensmuster, Übernahme persönlicher Verantwortung für sein Leben und sein Handeln

Wann braucht man Selbstcoaching: Wenn man zum Beispiel ständig unter Zeitdruck steht, oft gestresst ist, wiederholt in Konflikte gerät, „störende Symptome“ wie etwa Angst, Unruhe, Stress, Depression und so weiter entwickelt.

Die vier Phasen des Selbstcoaching: Von der Leugnung des Problems bis zur Lösung des Problems.

2. Kapitel: Wie kann Selbstcoaching im Alltag helfen

Ungleichgewichte erkennen und die Bereiche seines Lebens besser in Balance bringen. Work-Life-Balance als Ziel. Inklusive einiger Übungen. (Das Kapitel ist relativ knapp gehalten.)

3. Kapitel: Schlüssel, die helfen, den Alltag bestmöglich zu bewältigen

Dieses Kapitel beschäftigt sich viel mit dem Verhältnis zu seinen Mitmenschen. Die Autoren stellen „vier Schlüssel für einen guten Kontakt zu anderen“ vor: Die inneren Schlüssel Impuls / Bauchgefühl und Klarheit (über die eigenen Impulse). Und die äußeren Schlüssel Aktivität (sowohl Körpersprache als auch Handlung) und Ausdrucksform (verbale Kommunikation). Dazu gibt es diverse Beispiele und Übungen.

4. Kapitel: Inneren Schweinehund und innere Widerstände besiegen

Dieser Teil ist relativ umfangreich. Es geht um alte Muster und Glaubenssätze, Vorbilder, Gebote und Verbote; sowie um ihre Ausdrucksformen Vorwurf und Schuld, Kritik und Scham, Ablehnung und Strafe. Dazu gibt es wieder Beispiele, Übungen und einige Reflektionsfragen, um die eigenen Muster besser zu erkennen.

5. Kapitel: Übungskapitel mit Fragenkatalog

Auch dieser Teil ist noch einmal sehr umfangreich. Nach einigen einführenden Bemerkungen etwa zu Trainingstipps und Trainingszielen gehen die Autoren diverse „Problemzonen“ an, die alle nach dem gleichen Muster gestaltet sind. Der Leser kann sich seine eigenen Kandidaten herauspicken und diese gezielt bearbeiten.

Dabei geht es um: Depression, Angst / Unruhe, nicht nein sagen können, Beziehungsprobleme, geringes Selbstwertgefühl, keine Kritik vertragen können, soziale Ängste / Phobien, Einsamkeit, Schuldgefühle, Opferrolle, Kontrollzwang, Aufschieberitis, diffuse Schmerzen, Abhängigkeiten, häufige Wut.

Zu jeder „Problemzone“ gibt es einige einführende Fakten sowie einen Soll- / Ist-Abgleich, Fragen zur Selbstreflektion, Übungen und Vorschläge zur Veränderung.

Ich finde das Buch leicht verständlich geschrieben. Es ist ein guter Einstieg in die Thematik.

Der Übungsteil mit den einzelnen „Problemzonen“ dürfte die Sache allerdings nur jeweils anreißen können. Dafür sind diese Unterthemen zu vielschichtig. Doch, wie gesagt, für ein erstes Bewusstmachen halte ich es für gut geeignet.

Hilfreicher finde ich die jeweils recht ausführlichen Teile zu den „Schlüsseln für einen guten Kontakt mit anderen“ (Kapitel 3) sowie die „Arbeit an eigenen Mustern und Widerständen“ (Kapitel 4). Damit bekommt man konkret etwas an die Hand, was man auf alle Lebenssituationen übertragen kann.

Fazit: Wem das Thema noch neu ist, sei das Buch guten Gewissens ans Herz gelegt. Doch auch „alte Hasen“ werden in ihm (und mit ihm – an eigenen Mustern ;-)) sicher noch fündig werden.

© 2013 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 03.05.13

Gunnar Cramer & Dag Furuholmen, Ich coache mich selbst. Das Erfolgstraining gegen Stress, Angst und andere Belastungen. Hannover 2011 (2. akt. Auflage; norweg. Original o.J.), 244 Seiten

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