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Herbert Forster, Philip Janda, Stress abbauen mit ROME

Stress ist schon seit Jahren ein Thema und wird es wohl auch noch eine ganze Weile bleiben. Wer sein Leben nicht radikal verändern oder auf eine Palmen-Insel fliehen kann, wird lernen müssen, mit forderndem Leistungsdruck und daraus resultierendem Stress umzugehen. So die These der Ärzte und Psychologen Forster und Janda. Deshalb wollen sie den Menschen mit ihrem ROME-Programm helfen, ihren Stress besser zu bewältigen.

Wir mögen sie verdammen, aber wir leben zumindest im Moment noch in einer Leistungs-Gesellschaft, die die Menschen immer stärker unter Druck geraten und Stress verspüren lässt.

Viele suchen Auswege aus dieser Situation: Manche träumen von der Million und dem Leben unter Palmen. Andere steigen aus, wandern auf dem Jakobsweg oder segeln als Selbstversorger um die Welt. Doch die meisten können nicht oder nur zeitweise zu so extremen Maßnahmen greifen. Dann ruft der Alltag wieder. Und wer diesen verändern will, kann das nur langsam und unter Beachtung der Rahmenbedingungen tun.

Das ist die Zielgruppe der Autoren Forster und Janda. Sie schreiben für Menschen, die ihr Leben nicht mal eben komplett umkrempeln können, und die sich dennoch nicht damit abfinden wollen, weiter im Hamsterrad von Leistungsdruck und Stress mitzulaufen.

Die These von Forster und Janda lautet: Stress werden wir bis zu einem gewissen Grad immer haben. Frühere Zustände sind nicht mehr herzustellen, es gibt zu viele Menschen, sie leben zu dicht aufeinander, sie … – wir werden lernen müssen, damit umzugehen, statt uns nach der einsamen Insel mit der Palme zu sehnen.

Dafür haben die beiden Ärzte, Psychologen und Mentaltrainer das ROME-Programm entwickelt, das die negativen Auswirkungen von Stress vermeiden helfen soll.

Aus dem Inhalt:

ROME – das Erfolgsprogramm gegen Stress: Was ist Stress? Warum ist er schädlich? Welche Dinge stressen mich? Wie widerstandsfähig bin ich gegen Stress? (Fragebogen) Dazu gibt’s noch ein paar Tipps, wie wir Veränderungen in kleinen Schritten angehen, statt – wie das für uns Menschen typisch ist – in Extremen zu leben.

Der Zusammenhang sieht in etwa so aus: Interne Stressoren (also die Dinge, die jemanden persönlich stressen) und externe Stressoren (das sind die Dinge, die von außen auf einen einwirken) bestimmen den individuellen Stress-Level. Und die Art und Weise, wie jemand mit Stress umgeht, bestimmt seine Stressverarbeitung. Ist der Stress-Level zu hoch und die Art, Stress zu verarbeiten, zu ungeschickt, kann das zu den erwähnten negativen Auswirkungen von Stress bis hin zu Überforderung und Burnout führen.

Hier setzen die Autoren mit den vier Bestandteilen ihres Programms an: Mit M wie mentale Kompetenz bei den inneren Stressoren, mit O wie Organisation bei den äußeren Stressoren, und mit R wie Relaxation und E wie Energie bei der Stressverarbeitung.

1. Teil Relaxation: Ruhig und gelassen wie ein Buddha

Inhalt unter anderem: Entspannungstechniken wie Progressive Muskelrelaxation, Meditation, Atementspannung. Tipps für Entspannung und guten Schlaf. Die entspannende Wirkung von sozialem Netz und sozialem Rückhalt. Und mehr. Special: Genießen und einen Tag lang nichts tun.

2. Teil Organisation: Mit System zu mehr Zeit und Ruhe

Inhalt unter anderem: Ausrichtung auf das Wesentliche (Prioritäten setzen, Stärken stärken). Tipps für bessere Arbeitsbedingungen, gutes Zeitmanagement und Berücksichtigung der Chronobiologie / des eigenen Biorhythmus. Ein bisschen zur beruflichen Kompetenz und Weiterbildung. Special: Komplexitätsmanagement.

3. Teil Mentale Kompetenz: Eine Frage der Einstellung und des Blickwinkels

Inhalt unter anderem: Motivation und Achtsamkeit. Stressverstärkende Verhaltensmuster von mangelnder Abgrenzung bis zu übertriebener Selbsterwartung. Emotionales Management mit acht Techniken, um den inneren Zustand zu verbessern. (Unter anderem, wie man sich in Stimmung bringt, seine Emotionen beeinflusst, sich eine Wohlfühl-Atmosphäre schafft und mehr.) Special: Mentales Tagebuch.

4. Teil Energetisierung: Vitaler Körper – vitaler Geist

Inhalt unter anderem: Ernährung, Sport und Bewegung. (Welche Nahrungsmittel beeinflussen die Energie. Ausdauersport, Kraftübungen und Bewegungen im Alltag.) Aktive Energetisierung (Yoga, QiGong, Akupressur) und passive Energetisierung (Reiki, Tuina, Shiatsu, Kraftorte und mehr). Special: Vitalisierungs- und Anti-Aging-Tipps.

Das ROME-System im Alltag: Diverse Tipps, wie man das Gelernte umsetzen kann. Von Erinnerungshilfen bis zu Tipps, wie man den inneren Schweinehund überwindet.

Ein paar verlinkte Entspannungs-Dateien und einige Literaturtipps runden das Buch ab.

Ich finde „Stress abbauen mit ROME“ leicht verständlich und sympathisch geschrieben. Das Layout ist lesefreundlich und gefällig. Es gibt diverse Abbildungen und Tabellen. Und einige Praxisbeispiele von Klienten der Autoren machen das Ganze noch anschaulicher.

Das Buch ist eine Mischung aus Erklärungen und Hintergrundwissen mit einer Aufzählung von Tipps und Todos, die man selbst angehen kann. Dazu gibt es einige Übungen meist zur Selbstreflexion und Selbstbeobachtung.

Ich hätte etwas anders strukturiert und die Reihenfolge der Inhalte verändert. Doch der Markenname setzt hier auch relativ enge Grenzen. Und natürlich könnte ich einwenden, dass man meiner Meinung nach durchaus dem Leistungsdruck noch anders entkommen kann als mit der Flucht auf eine Palmen-Insel. 😉 Da habe ich eigene, teils harte Lernerfahrungen gemacht. Doch das ist, wie üblich, Einstellungssache.

Davon ab finde ich das Buch sehr gelungen, mit vielen hilfreichen Tipps, Anregungen zur Selbstbeobachtung und erklärendem Fachwissen.

Fazit: Da das Thema Stress wohl auch in nächster Zukunft noch viele heimsuchen wird, kann eine Beschäftigung mit diesem Buch nicht schaden. 😉

© 2013 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 20.09.13

Herbert Forster, Philip Janda, Stress abbauen mit ROME. In vier Schritten zu Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit: Relaxation, Organisation, Mentale Kompetenz, Energ.. Hannover 2012, 223 S.

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