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Wenn Schüler wie Lehrer wüssten, wie man besser lernt, könnten Schule und Lernen auch Spaß machen. Davon ist der Lehrer und Schulleiter Horst Kasper überzeugt. Er will mit seinem Buch seinen Kollegen neuere Lerntechniken vorstellen, mit denen sie ihren Schülern helfen können, leichter und erfolgreicher zu lernen.

Horst Kasper ist ein Pauker aus Leidenschaft. Davon zeugen nicht nur 40 Jahre Schuldienst als Volks- und Realschullehrer, mit langjähriger Praxis als Schulleiter und Engagement in Personalräten und Gewerkschaften. Das merkt man auch seinem Buch „Handbuch Kreative Lernpraxis. Der Erfolgskurs für die ganze Schule“ an jeder Stelle an.

Kasper ist davon überzeugt, dass man Schule und schulisches Lernen besser machen kann.

Ein schlechtes Abschneiden bei internationalen Tests wie PISA muss nicht sein. Frustrierte, vermeintlich dumme Schüler müssen nicht sein. Und Lehrer, die sich mit Burn-out (zu) früh pensionieren lassen, müssen auch nicht sein.

Es ist ihm ein Herzensanliegen, die Schüler „zum Erfolg zu führen“. Denn motivierte Schüler, die gern lernen, bedeuten auch weniger Aufreibung und Kampf für die Lehrer.

Dazu will er in seinem Buch die Ergebnisse moderner Hirnforschung mit erprobter Schul-Pädagogik verbinden. Ziel soll ein „Quantensprung des schulischen Lernens“ sein: Schüler sollen besser lernen können, und Lehrer besser unterrichten.

Kasper spricht in erster Linie seine Lehrer-Kollegen an, entsprechend ist auch der Inhalt seines „Handbuchs Kreative Lernpraxis“ zugeschnitten. Aber auch Menschen, die einfach besser lernen wollen, finden hier teils nützliche Informationen.

Konkret schreibt Kasper darüber,

  • wie Lehrer das eigene Lernen besser begreifen können, um ihren Schülern ein guter Lerncoach zu sein
  • wie sie motivieren, ein positives Lernklima schaffen und unbewusste Lernbarrieren abbauen können
  • wie unser Gehirn funktioniert und wie man es schult, um besser zu verstehen und zu behalten
  • wie man Basis-Kompetenzen fürs Lernen trainieren kann (zum Beispiel seine Konzentration verbessern, Informationen beschaffen, schulische Grundfähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen fördern)
  • wie man sich mit diversen Lerntechniken das Lernen erleichtern kann (beispielsweise Mnemotechniken, Mind Mapping, Lernkartei alias „Zettelkasten“ und anderes mehr)
  • und wie man die Schule selbst verbessern und eine „Kultur des Lernens“ schaffen kann.

Im Anhang gibt es noch ein paar Fakten zur Arbeitsweise unseres Gehirns, ein Glossar und die bekannten Lernregeln nach Frederic Vester. Einige Literaturhinweise dürfen auch nicht fehlen.

Die „kreative Lernpraxis“ liest sich gut. Der Autor kann schreiben.

Für Leute, die in der Materie schon recht fit sind, bietet er nicht wirklich etwas Neues. Dafür finde ich seinen Ansatz erfrischend, mal den Lehrern zu zeigen, wie man a) allgemein besser lernt, und wie sie b) darum auch besser lehren und ihre Fähigkeiten als Lehrer verbessern.

Da zumindest früher der schulpraktische Teil gegenüber dem fachlich-theoretischen Teil in der Lehrer-Ausbildung eher stiefmütterlich behandelt wurde, mag dieses Wissen durchaus noch für Aha-Effekte sorgen. 😉

Fazit: Ein Engagement für partnerschaftliches Lernen und Lehren. Frei nach dem Motto: Wenn alle wissen, wie man besser lernt, macht die Sache einfach mehr Spaß und bringt bessere Ergebnisse. Die Lehrer können dabei die Wegbegleiter und Coaches der Schüler sein.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 07.07.10

Horst Kasper, Handbuch Kreative Lernpraxis. Erfolgskurs für die ganze Schule. Lichtenau 2006, 158 Seiten

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