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James Adams, Think! Einfach genial denken lernen.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wir leben nicht nur gern in gewohnten Bahnen. Wir denken auch noch so. Zum Problem wird das, wenn sich unsere Probleme auf diese Weise nicht mehr lösen lassen. James Adams zeigt in seinem Buch „Think“, wie wir unsere Blockaden überwinden und besser, kreativer denken.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das zeigt sich auch bei seinen Versuchen, seine Probleme zu lösen. Oft greifen wir nämlich zu „unserer üblichen Denke“, zu dem, was wir bisher in dem Bereich getan und gedacht haben. In vielen Fällen funktioniert das auch. Nur manchmal eben nicht. Und dann haben wir den Salat. 😉

Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Es gibt genug Situationen, in denen wir ganz anders denken müssen als bisher, um weiterzukommen. Wir brauchen nicht die alten Ideen, sondern Ideen, die für dieses ganz konkrete Problem am besten geeignet wären.

Darum geht es in dem Buch „Think! Einfach genial denken lernen.“ von James Adams.

Der Autor ist Unternehmensberater und Trainer. Er hat als Ingenieur am amerikanischen Raumfahrtprogramm mitgearbeitet. Und er war Professor für Design und Kreativität.

Mit seinem Buch will er vor allem helfen, Denkblockaden zu beseitigen und das Denken freizusetzen. Und zwar sowohl bei Einzelpersonen als auch bei Unternehmen.

Folgerichtig geht es in „Think“ um diese und mehr Blockaden:

Wahrnehmungsblockaden: Zum Beispiel die kognitive Dissonanzblockade, bei der Wissen, Gefühle und Verhalten eines Menschen nicht miteinander harmonisieren. Wir folgen unseren Stereotypen und blenden alles aus, was nicht dazu zu passen scheint. Oder wir konzentrieren uns eher darauf, die Symptome zu beseitigen, statt das Problem zu lösen. Oder wir machen nicht vollen Gebrauch von unseren Sinneseindrücken, können uns zum Beispiel nicht in andere Menschen einfühlen. Oder wir können ein Problem nicht aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Und andere mehr.

Emotionale Blockaden: Oft sind wir blockiert, weil wir uns nicht lächerlich machen wollen. Wir haben Angst vor Fehlern oder vor dem Scheitern. Wir machen einen Bogen um jegliches Chaos und haben vielleicht ein schon zwanghaftes Bedürfnis nach Sicherheit und Ordnung. Oder wir können Ideen nicht reifen lassen, stehen vielleicht auch unter einem (gefühlten) Erfolgsdruck. Oder wir können nicht zwischen Realität und Phantasie unterscheiden, beziehungsweise wir wollen es erst gar nicht. 😉

Kulturelle und umgebungsbedingte Blockaden: Das sind zum Beispiel die vielen Tabus, mit denen wir groß geworden sind. Oder man hat uns beigebracht, dass Phantasie und (Selbst-) Reflexion nur Zeitverschwendung sind. Spielen ist bekanntlich nur was für Kinder. Humor ist bei Problemen fehl am Platz, das ist ein ernstes Geschäft. Intuition und  Gefühle sind schlecht. Tradition ist gut, jeder Wandel ist schlecht. Kritik gilt es abzublocken, statt daraus zu lernen. Andere Menschen sollen so sein wie ich selbst bin. Und Vorgesetzte vermasseln einem mit ihrer selbstherrlichen Art sowieso die Tour. 😉

Intellektuelle Blockaden und Ausdrucksblockaden: Wir finden nicht die richtige „Sprache“ für unser Problem, das heißt, die richtige Art, dieses ganz spezielle Problem zu lösen. Wir sind nicht flexibel genug bei unseren Versuchen, unsere Probleme zu lösen. Wir verfügen vielleicht auch schlicht nicht über die richtigen oder genügend Informationen. Oder wir können uns nicht gut genug ausdrücken, so dass andere uns verstehen.

Welche „Denksprachen“ gibt es denn? Adams nennt zum Beispiel das visuelle Denken, weitere „Sinnessprachen“, die kognitive Vielfalt, Analyse und Synthese, Konvergenz und Divergenz, Deduktion und Induktion und mehr.

Wie kann man seine Blockaden brechen? Da zählt Adams zum Beispiel auf:

  • Zunächst gilt es, Blockaden zu erkennen, um sie brechen zu können.
  • Es ist hilfreich, alles zu hinterfragen, statt etwas für gegeben zu nehmen.
  • Es ist gut, wenn wir bis zu einem gewissen Grad unzufrieden mit dem Status Quo sind und ihn ständig verbessern wollen. (Etwas, was meistens eher auf die Jugend beschränkt ist.)
  • Physische Rituale können uns aus eingefahrenen Denkmustern befreien.
  • Wir können von den Ideen anderer oder von anderen Disziplinen lernen.
  • Andere Umgebungen können inspirierend wirken. Und mehr.

Blockaden in Gruppen: Größere Menschengruppen können ihre eigenen Blockaden entfalten. Da ist zum Beispiel das Bedürfnis, dazuzugehören. (Und besser nicht negativ aufzufallen.) Oder das Bedürfnis, sein Ego zu streicheln und zu befriedigen. (In Unternehmen können vor allem Vorgesetzte Adams zufolge auf diese Art ganz massiv ausbremsen.) Eine Gruppe oder ein Team ist falsch zusammengesetzt. Oder man erfährt nicht genug Unterstützung.

Blockaden in Unternehmen: Auch Unternehmen haben ihre speziellen Blockaden wie etwa den ewigen Spagat zwischen genug Kontrolle und möglichst viel Kreativität. Je älter und größer ein Unternehmen wird, desto mehr kann es sich lähmen, wenn es sich an vergangene Erfolge klammert. Oder es reagiert vielleicht nicht schnell genug auf Krisensignale. Mitarbeiter sind nicht wirklich engagiert oder werden systematisch demotiviert. Und so fort.

Dazu gibt es ein sehr ausführliches Literaturverzeichnis, das Adams mit  persönlichen Bemerkungen und Kommentaren zu den Büchern garniert hat.

Das Buch lässt sich leicht lesen. Der Autor bereichert es zudem oft durch persönliche Beispiele. Ein schöner Überblick, was das (kreative) Denken lähmen oder fördern kann.

Fazit: James Adams ist der „Blockadebrecher“. Wer sein Buch liest, erfährt alles über Denkblockaden und Co. 😉

© 2012 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 20.6.12

James Adams, Think! Einfach genial denken lernen. Berlin 2005 (am. Original von 1974), 302 Seiten

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