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Der Begriff „Kreatives Schreiben“ steht für viele Richtungen. Eine davon ist die Selbsterkenntnis und Selbsterfahrung. Dies ist auch das Thema von Jürgen vom Scheidts Buch „Kreatives Schreiben. Wege zu sich selbst und zu anderen“. Das heißt, dies ist kein Buch über das Schreibenlernen oder kreative Schreibmethoden. Dies ist ein Buch über die heilende Kraft des Schreibens.

Der Begriff „Kreatives Schreiben“ steht für viele Richtungen. Eine davon ist die Selbsterkenntnis und Selbsterfahrung. Und in diese Richtung geht der Psychologe Jürgen vom Scheidt mit seinem Buch „Kreatives Schreiben. Wege zu sich selbst und zu anderen“.

Das heißt, dies ist kein Buch über das Schreibenlernen oder kreative Schreibmethoden. Dies ist ein Buch über die heilende Kraft des Schreibens. Der Autor will eine Lanze brechen für Selbsterfahrungstexte und das Schreiben als Ausdruck seiner Seele und seiner selbst.

Allerdings nicht als Ratgeber oder Praxisbuch mit entsprechenden Übungen. Der Autor macht vielmehr seiner Vorliebe für besagte Selbsterfahrungstexte alle Ehre. Denn im Prinzip ist dieses Buch eine Mischung aus Faktenwissen, einigen handlichen Tipps sowie etlichen Beispielen aus dem Leben des Autors samt Verarbeitung eigener Erfahrungen.

Aus dem Inhalt:

Das Buch gliedert sich im Wesentlichen in drei Teile.

Der erste Teil „Wissen“ behandelt neben umfangreichen Ausflügen in Geschichte, Mythologie und den Wurzeln des Schreibens Themen wie: Persönliche Einstiege ins Schreiben, 18 Funktionen des Schreibens, Motive und Beweggründe, um zu schreiben.

Im umfangreichsten zweiten Teil „Erfahren“ geht es unter anderem darum, wie man sich schreibend selbst erfährt, sich selbst ausdrückt, Blockaden abbaut, den inneren Schreiber aktiviert, seine Erinnerungen verarbeitet, Gefühle abreagiert oder sich über das Schreiben selbst therapiert.

Der dritte Teil „Gestalten“ besteht aus einigen eher locker zusammengewürfelten Schreibtipps, Einblicken in eine Schreibwerkstatt oder Tipps für ein Schreibseminar.

Diverse eingestreute Zitate, Literaturtipps und eigene oder fremde Gedichte runden Jürgen vom Scheidts „Kreatives Schreiben“ ab.

Wie gesagt, der Autor bringt viele Elemente aus seinem Leben ein. Stellenweise liest sich das Buch wie ein persönliches Tagebuch. Das macht es einerseits anschaulich und sympathisch.

Andererseits vermisse ich den Fokus auf mich als Leser und meine möglichen Bedürfnisse. Ich fühle mich stellenweise schlicht nicht angesprochen. Und teilweise kann das auch den Eindruck von starker Eigenwerbung hervorrufen, wenn der Autor viel über seine Arbeit als Psychologe und Leiter von Schreibwerkstätten und Schreibseminaren schreibt.

Auch vermisse ich eine klare Struktur und roten Faden.

Wer aber darüber hinwegsieht, bekommt interessante Querverbindungen zwischen Psychologie, Schreiben und Kommunikation – mit sich selbst und mit anderen.

Fazit: Ein wichtiges Thema. Wer sich an Aufbau und Stil nicht stört – oder sich damit anfreunden kann –, der wird mit spannenden Zusammenhängen zwischen Psychologie und Schreiben belohnt.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 10.03.2010

Jürgen vom Scheidt, Kreatives Schreiben. Texte als Wege zu sich selbst und zu anderen, Frankfurt 2000 (6., überarbeitete und ergänzte TB-Auflage von 1993), 240 Seiten

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