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Jurgen Wolff, Focus. Your Key to More Productivity at Work

Effektives Zeit- und Selbstmanagement ist nicht nur eine Frage der richtigen Methoden. Viel häufiger stehen wir uns selbst mit unseren eigenen Mustern und Verhaltensweisen im Weg. Der Autor und Coach Jurgen Wolff geht mit seinem Buch auf beides ein: Er liefert Tipps für den Umgang mit Papierbergen, Infoflut, eMails und Co. Und er gibt allen Hilfestellung, die an ihrem eigenen Ich arbeiten wollen.

Es gibt viele Bücher für Zeitmanagement und Selbstmanagement. Wie soll man sich da unterscheiden und positiv abheben, wenn man ein neues Buch zu diesem Thema schreiben will? Der Drehbuch-Autor, Coach und Kreativitätsexperte Jurgen Wolff bereichert das alte Thema um ein paar ganz eigene Komponenten:

  • Er richtet sich (nicht nur, aber besonders) an Kreative und deren vermeintliche Unfähigkeit, mit „normalen Zeitmanagement-Methoden“ klarzukommen.
  • Er hat dazu ein interessantes Bündel aus Methoden von NLP und Kreativitätstechniken geschnürt.
  • Er regt zur Selbstbeobachtung und Selbstreflexion an.
  • Und er konzentriert sich auf sein Kernthema „mehr Fokus und eine klarere Ausrichtung bei allem, was man tut“, um besser mit sich und seiner Zeit umzugehen.

Doch zum Inhalt:

Im ersten Teil seines Buches geht es darum, wie man das findet, worauf man sich fokussieren will:

  • Welche Dinge sollte man angehen, und welche nicht?
  • Was ist wirklich wichtig, und was frisst mehr Zeit, als es Nutzen bringt? (Nebenbei: Kenner der Materie werden vielleicht schon ahnen, dass Wolff ein großer Fan des 80:20-Prinzips ist.)
  • Und was kann man anschließend tun, um die aus seinem Fokus abgeleiteten Ziele bestmöglich zu erreichen?

Im zweiten Teil geht es stark um die eigene Persönlichkeit, mit der wir uns so gern ins Knie schießen, so dass selbst die besten Selbstmanagement-Methoden nicht mehr greifen: Warum gelingt es uns nicht, uns selbst und unsere Zeit zu managen? Mit welchen Verhaltensweisen behindern wir uns selbst? Und wie könnte man solche Widerstände überwinden?

Dazu gibt es Tipps, wie man zum Beispiel seine Aufschieberitis meistern kann, oder warum es sinnvoll ist, seine Stärken auszubauen und sich auf das zu konzentrieren, was schon funktioniert.

Im dritten Teil bringt Wolff zunächst einige allgemeine „Werkzeuge, um fokussierter vorzgehen“. Danach geht er einige typische Bereiche durch, die „nach etwas mehr Selbstmanagement – und Fokus – schreien“. 😉

Da ist beispielsweise der Bereich der Kommunikation, der Meetings, Netzwerke und des menschlichen Miteinander. Wie kann man hier präziser und effektiver agieren? Oder wie bewältigt man Papierberge und lernt, in der Informationsflut zu überleben? Wie verhindert man, von der Masse seiner eMails erschlagen zu werden?

Im vierten Teil widmet sich Wolff unter anderem der Frage, wie man denn nun den neugewonnenen Fokus gegen die Widrigkeiten und Nichtigkeiten des Alltags behaupten kann. Ein nicht ganz unerheblicher Ansatz, wie so mancher wohl süffisant einwerfen könnte, der trotz all der guten Strategien am Transfer in die Praxis scheitert. Und es gibt eine Art Checkliste des bisher Genannten, die ich auch sehr nützlich finde.

Fazit: Ein schönes Buch, relativ leicht zu lesen. Wer halbwegs gutes Schulenglisch mitbringt, sollte sich von der Fremdsprache nicht aufhalten lassen. — Wobei ich zugeben muss, dass mir vor allem die erste Hälfte rund um das eigene Ich und seine Tücken gut gefallen hat. Wer mit Infoflut, Papierbergen, eMails, Meetings und so fort umgehen kann, braucht den Rest des Buches im Grunde nicht mehr.

© 2011 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 19.08.11

Jurgen Wolff, Focus. Your Key to More Productivity at Work, USA / UK 2009 / 10, 260 Seiten

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