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Schreib-Ratgeber gibt es viele. Die Besonderheit von Jurgen Wolffs „Your writing coach“ ist es, dass er seine Vorliebe für Kreativität, Schreiben, Selbstmanagement und Selbstmarketing zum Wohle gestandener wie zukünftiger Autoren hier kombiniert. Lesen Sie nicht nur, wie Sie besser schreiben, sondern auch, wie Sie sich besser organisieren und Ihre Werke verkaufen.

Jurgen Wolff ist ein bekannter Drehbuch-Autor. Zudem hat er einige Bücher über Kreativität, Schreiben, Marketing und Zeitmanagement verfasst, ist Trainer und Coach.

In seinem Buch „Your writing coach“ verbindet er ein wenig seine oben genannten Themen und deckt damit ein breiteres Spektrum ab, als Schreib-Ratgeber das gewöhnlich tun. Der Leser bekommt sowohl Tipps fürs eigentliche Schreiben und Formulieren, als auch Tipps, wie er sich als Autor besser organisiert und seine Bücher besser verkauft.

Aus dem Inhalt:

Teil 1: Ready, steady, … Hier geht es um Schreibängste und -ausreden, die einen vom Schreiben abhalten. Wie etwa die Angst, abgelehnt zu werden, nicht gut genug zu sein, sich selbst zu offenbaren, seine Qualität nicht halten zu können, aber auch um die Angst vor dem Erfolg und anderes mehr. Der Autor betont, wie wichtig es ist, seine eigene Nische zu finden, stellt dazu verschiedene Genres und Textsorten vor und gibt Tipps. Und er ermuntert dazu, das Wissen und die Erfahrungen, die man im Laufe seines Lebens gesammelt hat, fürs Schreiben zu nutzen.

Teil 2: Write … Das ist der eigentliche „Schreib-Teil“ von „Your writing coach“. Da Wolff aus dem Drehbuch-Bereich kommt, gibt es hier vor allem Tipps

  • wie man Ideen generiert
  • wie man Charaktere entwickelt
  • wie man einen Plot konstruiert
  • wie man Dialoge schreibt
  • wie man überarbeitet

und Ähnliches mehr.

Teil 3: Persist … Die englische Kapitel-Überschrift deutet es schon an – in diesem Teil zum Selbstmanagement geht es vor allem darum, wie man beim Schreiben „durchhält“. Welche Arbeitsumgebung ist förderlich? Welche Menschen können helfen? Wie geht man mit Ablehnungen um? Aber auch: Wie wird man mit seinem inneren Kritiker fertig? Wie verbessert man sein Zeitmanagement? Und was hält einen davon ab, alle Brocken hinzuwerfen?

Teil 4: Sell … Und zu guter Letzt gibt es noch einen kleinen Teil zum „Verkauf“. Denn auch, wenn man sein Buch ganz normal bei einem Verlag unterbringen möchte, muss man dieses dort zunächst einmal „verkaufen“. Wolff gibt also ein paar Tipps zum Selbstmarketing, zum „Guerilla-Marketing“ und zur Nutzung der neuen Medien. (Achtung, dieses Buch ist schon etwas älter. Ich habe es bereits 2009 / 10 gelesen. Bei den schnelllebigen neuen Medien fehlt die Entwicklung der letzten Jahre.)

Schön finde ich auch die letzten Seiten mit ein paar „Botschaften aus dem Leben eines Autors“. Wolff betont, dass man sich treu bleiben sollte, dass man Hindernisse erwarten und durchhalten, aber auch wissen sollte, wann man loslassen muss, dass man sich Ziele setzen, aber auch flexibel bleiben sollte, und Ähnliches mehr.

Jurgen Wolff ist mir grundsätzlich als Autor sehr sympathisch. Ich habe bereits mehrere Bücher von ihm gelesen. Er kommt glaubwürdig rüber, scheint dem Leser wirklich helfen zu wollen. Überdies teile ich seinen Ansatz, Kreativität, Schreiben, Selbstmanagement und Selbstmarketing zu kombinieren. Ohne die letzteren kommt ein Autor auch meiner Meinung nach heute nicht mehr weit.

Sein Buch ist eine Mischung aus Hintergrundwissen, Tipps, Übungen zur Selbsterkenntnis und als Arbeitsanregung, sowie persönlichen Beispielen. Nach jedem Kapitel gibt es eine kleine Zusammenfassung.

Für Wolff typisch ist auch Bonusmaterial zum Buch in Form von zusätzlichen Texten, Interviews, Audio- oder Video-Dateien und anderes mehr, das man sich von einer Webseite herunterladen kann. Ich persönlich kann damit nicht viel anfangen. Zum einen reißen sie mich zu sehr aus dem Lesefluss heraus. Dann bin ich zu bequem, vom Sofa aufzuspringen, um mir etwas herunterzuladen. Ich stehe nicht gerade auf Audio- oder Video-Dateien. Und ich hätte gern alles, was zum Buch gehört, in eins gepackt, nicht auf kleine Häppchen verteilt. Doch für alle, die es mögen, ist es sicher ein schönes Angebot.

Fazit: Wer sich von der englischen Sprache nicht abhalten lässt, bekommt hier viele gute Tipps rund ums Schreiben. Der Schwerpunkt liegt leicht auf Drehbuch und Belletristik.

© 2014 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 22.02.14

Jurgen Wolff, Your writing coach. From Concept to Character, from Pitch to Publication. London / Boston 2009 (2. Auflage des Originals von 2007), 248 Seiten

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