Bleiben Sie auf dem Laufenden:
Newsletter lesen »
Feed lesen »




Kristiane Allert-Wybranietz, Wie finde ich den richtigen Verlag?

Wie finde ich einen Verlag? Mit Schreiben ist es nicht getan. Wer publizieren und veröffentlicht werden möchte, stellt sich früher oder später diese Frage. Dieses Buch gibt einen ersten Überblick über „die Szene“ und erzählt Autoren, was sie bei der Suche nach einem Verlag beachten sollten.

„Wie finde ich einen Verlag?“ oder „Autor sucht Verlag“ – zu diesem Szenario gibt es mittlerweile relativ viele Bücher auf dem Markt, die dem veröffentlichungswilligen Schriftsteller unter die Arme greifen wollen.

Vor zwanzig Jahren war das noch nicht der Fall, und das Buch „Wie finde ich den richtigen Verlag“ der Erfolgsautorin Kristiane Allert-Wybranietz war eine Rarität.

Auslöser für das Buch war ihr eigener Irrweg durch den Dschungel der Literaturszene. Die Fehler, die sie sich hätte ersparen können, wenn sie besser informiert gewesen wäre, sollten andere nicht noch einmal machen müssen.

Das Buch kann und will keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Doch für einen ersten Überblick und ein Eintauchen in die Welt des Bücher-Machens ist es allemal geeignet.

Anders als in späteren vergleichbaren Büchern werden Sie hier übrigens keinerlei Schreibtipps finden. Die Autorin beschränkt sich auf Tipps, wie Sie Ihre Gedichte, Geschichten oder andere literarische Texte in der Verlagswelt unterbringen.

Zum Inhalt:

Nach einem knappen Auftakt, in dem es um die Motivation zum Schreiben geht, folgen im ersten größeren Kapitel diverse Veröffentlichungs-Möglichkeiten. Wo kann der hoffnungsfrohe Autor seine Zeilen unterbringen?

Allert-Wybranietz nennt die üblichen Literaturzeitschriften, Tages- und Wochenzeitschriften, Literaturagenturen, „richtige“ Verlage, Verlage mit Druckkostenbeteiligung, Selbstverlag und Ähnliches mehr. Zudem gibt sie, sehr schön, ein Kalkulationsbeispiel, wenn Sie Ihr Buch selbst verlegen wollen.

Dabei reißt sie alles kurz an, geht gelegentlich – wie bei dem Kalkulationsbeispiel – etwas mehr in die Tiefe, und bringt von Zeit zu Zeit diverse Adressen, bei denen Sie sich genauer informieren können.

Dieser Aufbau zieht sich durch das ganze Buch.

Im nächsten Kapitel geht es um finanzielle Förderungsmöglichkeiten wie Zuschüsse aus öffentlichen Geldern, Stipendien, Literaturpreise und Ähnliches.

Danach folgen Informationen zu den „finanziellen, rechtlichen und sozialen Belangen eines Autors“. Mit anderen Worten: Es gibt „Butter bei die Fische“ zum Beispiel mit Informationen zu Autoren-Honoraren, Verlags-Verträgen, dem Anteil, den das Finanzamt will, den verschiedenen Verwertungsgesellschaften oder der Künstlersozialversicherung.

Sehr schön finde ich hier zwei Muster eines Verlagsvertrages. Auch ein Autor sollte sich genau ansehen, was er unterschreibt und welche Rechte er vergibt.

Interessant und lehrreich sind die Handvoll Portraits im nächsten Kapitel. Hier plaudern unter anderem Autoren, Lektoren, Kleinverleger, der Herausgeber einer Literaturzeitschrift und ein Rechtsanwalt (wie Autoren ihre Rechte wahren) aus dem Nähkästchen. Der Leser erfährt viel Persönliches und kann sich aus den Beispielen praktische Tipps für sich selbst herausziehen.

Das Buch schließt mit einem Auszug von Arthur Schopenhauer etwa in dem Sinne, dass ein Schriftsteller, bei aller Markt-Orientierung, niemals vergessen sollte, warum er schreibt: Weil er mit einer Gabe geboren wurde und sein Glück darin findet, diese Gabe zu leben.

Damit schließt Allert-Wybranietz den Kreis, kehrt an den Anfang zurück und betont, dass es die reine Freude am Tun ist, die Autoren vor Härten und Mangel genauso wie vor einem Heer von Mitbewerbern schützt, die „vom Glanz des Goldes“ angezogen werden, doch genauso schnell wieder aufgeben, wie sich dieses Gold nicht einstellen will. Nur wer diese Leidenschaft mitbringt, wird das Zeug zu einem Autor haben.

Es folgen noch ein umfangreiches Literaturverzeichnis und diverse Adressen von Autorengruppen über Verbände und Literaturbüros bis zu ausgewählten Verlagen und Literaturzeitschriften.

Das Buch ist kurz, knapp und sachlich geschrieben. Meine Ausgabe ist schon über 10 Jahre alt, deshalb fehlt der gesamte Bereich des elektronischen Publizierens genauso wie Links zu Seiten im Internet. Doch, wie gesagt, um ein erstes Mal seine Nase in die neue Welt zu stecken, ist das Buch völlig ausreichend.

Schreiben ist eben nicht alles. Wer publizieren möchte, sollte noch ein wenig mehr beachten. 😉

Fazit: Ein guter Einstieg und Überblick, was Autoren auf Verlagssuche beachten sollten.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 25.10.2010

Kristiane Allert-Wybranietz, Wie finde ich den richtigen Verlag? Anregungen, Tipps, Adressen für Autoren, München / Zürich 1998 (7., überarbeitete Auflage von 1988), 204 Seiten

Bei amazon bestellen …
(Partner-Link, kleine Umsatzbeteiligung für mich)

Möchten Sie meinen Beitrag weiterempfehlen? Dann sage ich mal: Danke. :-)