Bleiben Sie auf dem Laufenden:
Newsletter lesen »
Feed lesen »




Zeitmanagement ist Lebensmanagement. Wir haben nicht zu wenig Zeit. Wir haben nur unser Leben nicht in Balance und versuchen, zu viel darin unterzubringen. Der Experte für Zeitmanagement und Top-Trainer Lothar Seiwert gibt Tipps, wie wir unser Leben und damit gleichzeitig unsere Zeit besser managen.

Lothar Seiwert ist Experte für Zeitmanagement, Lebensmanagement und Work-Life-Balance. Und er ist offenbar nicht der erste Top-Trainer, dessen Buch ich mit etwas Verspätung in die Finger bekomme. Das ging mir schon bei Stephen Covey und anderen so. 😉 Nun, das dürfte an meiner etwas willkürlichen Lesepraxis liegen und daran, dass ich wirklich querbeet lese und mich nicht in einem einzelnen Sachgebiet in die Tiefe bohre.

Aber zu Seiwert: Sein Buch „Wenn du es eilig hast, gehe langsam“ ist mit seiner Erstauflage von 1998 schon etwas veraltet. Deshalb kann ich den von ihm erwähnten, damals offenbar revolutionären Wandel im Zeitmanagement nicht so ganz nachvollziehen.

Offenbar scheint man vorher Zeitmanagement eher als Sammlung von Techniken verstanden zu haben, um mehr aus seiner Zeit herauszuholen und die verfügbare Zeit besser zu nutzen. Das war Seiwert nicht genug: Sein – damals – neuer Ansatz lautete, Zeit- und Lebens-Management zu vereinen.

Das heißt, wenn ich mein Leben so gestalte, dass ich nicht unnötig Zeit in Dinge stecke, die mir nichts oder nur wenig bedeuten, dann habe ich auch automatisch mehr Zeit.

Nun, ich wäre gleich so vorgegangen. Meine Devise lautete schon immer: Weniger ist mehr. Doch vielleicht bin ich damit auch einfach schon ein Kind meiner Zeit. 😉

Zum Inhalt:

Seiwert beschreibt zunächst die erwähnten Änderungen im Zeitmanagement.

Dann reitet er ein wenig auf dem, meiner Meinung nach etwas überholten, „Zeitmanagement für Rechtshirner“ herum, das in diversen Büchern immer mal auftaucht. Ich finde nicht, dass zum Beispiel Kreative notorisch „rechtshirnig“ und chaotisch denken und deshalb ein eigenes Zeitmanagement brauchen. Es gibt auch viele strukturierte Kreative und chaotische „Nicht-Kreative“. Und wirkliche Kreativität verlangt im Gegenteil beides: Struktur und Chaos.

Ich würde also eher sagen: Jeder denkt anders, jeder hat seine eigenen Vorlieben und Stärken, und deshalb braucht auch jeder seine eigenen Methoden. Und dann würde ich einen Mix von Methoden nennen, aus dem sich jeder heraussuchen kann, womit er am besten klarkommt.

Doch weiter. Zeitmanagement ist also in Wirklichkeit Lebensmanagement. Und es geht darum, sein Leben in Balance zu halten, wenn man mit seiner Zeit besser auskommen will.

Der erste Schritt lautet dazu nach Seiwert: Eine „Vision“ oder ein Bild von seinem Leben, ein Lebensziel entwickeln. Dazu liefert er diverse Übungen und Reflexionsfragen.

Der zweite Schritt lautet: Festlegen, welche „Lebenshüte“ oder „Lebensrollen“ man tragen oder übernehmen will. Hier haben wir mein Prinzip „weniger ist mehr“ wieder.

Also: Will ich zum Beispiel mehr Zeit in mein Unternehmen und meine Partnerschaft stecken. Oder will ich mich eher gesellschaftlich und ehrenamtlich engagieren. Oder will ich mich intensiv meiner (erweiterten) Familie widmen. Und so fort.

Denn wie gesagt: Niemand kann alles machen, und man sollte auch besser nicht versuchen, auf allen Hochzeiten zu tanzen. Es geht hier darum, für sich Prioritäten zu setzen.

Konsequenterweise widmet sich Seiwert im dritten Schritt auch der Frage, wie man denn die erwähnten Prioriäten setzt.

Im vierten Schritt gibt es schließlich Tipps, wie man seine Tagesarbeit effizienter erledigt.

Zum Schluss betont Seiwert noch einmal, wie wichtig es ist, „eigen-sinnig“ (absichtlich so geschrieben) zu werden. Also sich auf das zu konzentrieren, was einem wirklich wichtig ist. Sich selbst und seine Sinne zu erfahren. Zur Besinnung zu kommen. Langsam vorzugehen, um wirklich gut zu sein und auch genug Zeit zur Regeneration zu haben. Sich nicht hetzen zu lassen und den Stress zu bekämpfen. Das Glück im Leben zu suchen und zu sehen, und und.

Der Autor schreibt leicht verständlich. Das Layout finde ich gefällig; es wird aufgelockert durch Zitate, Grafiken und Illustrationen von Simplify-Autor Werner ‚Tiki‘ Küstenmacher.

Fazit: Zeitmanagement ist Lebensmanagement. Wer darüber stöhnt, dass er keine Zeit hat, sollte sich oft erst einmal seine Gewohnheiten und sein Leben ansehen, bevor er diverse Techniken auswendig lernt. 😉

© 2012 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 19.04.12

Lothar J. Seiwert, Wenn du es eilig hast, gehe langsam. Mehr Zeit in einer beschleunigten Welt, Frankfurt a.M. 2011 (15. Auflage von 1998), 217 Seiten

Bei amazon bestellen …
(Partner-Link, kleine Umsatzbeteiligung für mich)

Möchten Sie meinen Beitrag weiterempfehlen? Dann sage ich mal: Danke. :-)